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Armenien

ArmenienStand: April 2019

2017 haben die EU und Armenien ein neues umfassendes Partnerschaftsabkommen (CEPA) unterzeichnet, das die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen soll. Armenien ist Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion, zu der außerdem Russland, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan gehören. Im April 2018 kam es nach Massenprotesten zu einem Regierungswechsel in Jerewan.

Wirtschaftsentwicklung

Nach Angaben der EBRD wuchs Armeniens Bruttoinlandsprodukt 2018 trotz der politischen Turbulenzen erneut kräftig um 5,5 Prozent. Dazu trugen vor allem die Binnen- aber auch die Exportnachfrage auf den traditionellen Absatzmärkten bei. Mit der Erholung in Russland stiegen seit 2017 auch die Rücküberweisungen armenischer Gastarbeiter und sorgten für eine Belebung der Wirtschaft. Für 2019 prognostiziert die EBRD ein etwas langsameres Wirtschaftswachstum von fünf Prozent.

Wachstumsrisiken sind die ungelösten geopolitischen Fragen im Südkaukasus wie der Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach und die große Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung beim wichtigsten Wirtschaftspartner Russland. Zu den Hemmnissen gehören auch die Schattenwirtschaft, oligarchische Strukturen, Defizite in der Infrastruktur und schwache Institutionen. Die neue Regierung unter Premier Nikol Paschinjan, dessen Partei im Zuge der Neuwahlen im Herbst 2018 eine deutliche Mehrheit erringen konnte, zeigt sich entschlossen, diese Probleme anzugehen. Das Reformpaket der neuen Regierung soll Wettbewerb, KMU-Förderung und Investitionen forcieren.

Im Rahmen von CEPA sollen Handel und Dienstleistungen in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen EU und Armenien liberalisiert werden. Die EU unterstützt zudem Reformen und Infrastrukturprojekte finanziell. Die Regierung strebt mittelfristig den Ausbau des IT-Sektors, der Ernährungswirtschaft und des Tourismus an. Im Infrastrukturbereich spielen vor allem der Nord-Süd-Straßenkorridor sowie der Bau einer Eisenbahnverbindung in den Iran eine Rolle.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Im Jahr 2018 betrug das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Armenien 344,5 Millionen Euro – ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen Exporte stiegen 2018 um fast ein Drittel auf 199,7 Millionen Euro, die Importe kletterten um 28,6 Prozent und lagen bei 144,7 Millionen Euro. Aus Deutschland werden hauptsächlich Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, chemische Erzeugnisse sowie Rohstoffe nach Armenien exportiert. Bei den Importen aus Armenien dominieren NE-Metalle, Eisen und Stahl sowie Textilien und Bekleidung.

Aktivitäten des OAOEV

Im November 2018 organisierte der OAOEV ein Unternehmerfrühstück mit dem armenischen Präsidenten Armen Sarkissjan in Berlin. Im Februar 2019 folgte ein Business Round-Table mit dem neuen Premier Nikol Paschinjan. Eine Unternehmerreise des OAOEV gemeinsam mit der DWV Armenien lotete im März 2019 neue Kooperationschancen aus. Der OAEOV hat mit dem armenischen Verband „Union of Advanced Technology Enterprises“ eine Absichtserklärung zur Entwicklung einer Innovationspartnerschaft geschlossen.

Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2018

Staatspräsident: Armen Sarkissjan
Ministerpräsident: Nikol Paschinjan
Hauptstadt: Jerewan
Bevölkerung: 3,0 Mio.

Nominales BIP: 10,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 3.408 Euro
BIP-Wachstum: 5,5%
BIP-Wachstum, 2019 (P): 5,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 144,7 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 199,7 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Stefan Kägebein
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-113
S.Kaegebein@bdi.eu

Links

Armenische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsche Wirtschaftsvereinigung (DWV)

Wirtschaftsministerium

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