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Armenien

ArmenienStand: September 2018

Im Mai 2017 haben die EU und Armenien ein neues umfassendes Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, das die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen soll. Armenien ist Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion, zu der außerdem Russland, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan gehören. Im April 2018 kam es nach Massenprotesten zu einem Regierungswechsel in Jerewan.

Wirtschaftsentwicklung

Nach Angaben der EBRD wuchs Armeniens Bruttoinlandsprodukt 2017 kräftig um 7,5 Prozent. Für den Wachstumssprung sorgten die starke In- und Auslandsnachfrage. Im Jahr zuvor hatte die Wirtschaft des Kaukasuslandes noch nahezu stagniert (+0,2%). Die Entwicklung in Russland hat nach wie vor einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Zukunft Armeniens. Mit der Erholung in Russland stiegen auch die Rücküberweisungen armenischer Gastarbeiter und sorgten damit für eine Belebung der Wirtschaft. Für 2018 prognostizieren die internationalen Finanzinstitute einen langsameren Wirtschaftszuwachs von 3,5 bis 4,2 Prozent. Für die guten Wachstumsaussichten sprechen der Konjunkturaufschwung auf wichtigen Auslandsmärkten, weiter steigende Geldüberweisungen armenischer Gastarbeiter sowie ein stabiler Wechselkurs.

Hemmende Faktoren sind die geringen Binneninvestitionen – eines der Hauptprobleme der armenischen Wirtschaft – und ungelöste geopolitische Fragen im Südkaukasus wie der Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach. Die von den Nachbarländern Aserbaidschan und Türkei infolge des Konflikts seit den 1990er-Jahren verhängte Verkehrs- und Energieblockade bremst eine stärkere Einbindung in die internationale Wirtschaft. Zu den Hemmnissen gehörten auch die Schattenwirtschaft, stockende Reformen, oligarchische Strukturen, Defizite in der Infrastruktur und schwache Institutionen. Die neue Regierung unter Premier Pashinjan zeigt sich entschlossen, diese Probleme anzugehen.

Potenzial bieten der Infrastruktur- und Energiesektor, die Landwirtschaft, das verarbeitende Gewerbe, der IT-Sektor und der Tourismus. Im Infrastrukturbereich spielen vor allem der Nord-Süd-Straßenkorridor sowie der Bau einer Eisenbahnverbindung in den Iran eine Rolle.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Im Jahr 2017 betrug das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Armenien 264,1 Millionen Euro. Die deutschen Exporte stagnierten bei 151,8 Millionen Euro, die Importe ebenfalls und lagen bei 112,3 Millionen Euro. Aus Deutschland werden hauptsächlich Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, chemische Erzeugnisse sowie Rohstoffe nach Armenien exportiert. Bei den Importen aus Armenien dominieren NE-Metalle, Eisen und Stahl sowie Textilien und Bekleidung.

Aktivitäten des OAOEV

Im Februar 2017 veranstaltete der OAOEV gemeinsam mit anderen Partnern ein Deutsch-Armenisches Wirtschaftsforum in Berlin. Im Zentrum der eintägigen Veranstaltung standen die Möglichkeiten der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der Informationstechnologien, des Verkehrs und im Energiesektor. OAOEV-Geschäftsführer Michael Harms traf im Mai 2017 bei einem Besuch in der armenischen Hauptstadt Jerewan den armenischen Ministerpräsidenten Karapetjan. Vereinbart wurden eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, Energie, IT, Landwirtschaft und Bergbau sowie eine flexible Arbeitsgemeinschaft zwischen dem OAOEV und dem armenischen Wirtschaftsministerium. Im Juni 2017 organisierte der OAOEV eine Round-Table-Netzwerkveranstaltung mit der Stiftung Initiatives for Development of Armenia in Berlin.

Quellen: EBRD, GTAI, IWF, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt

Statistik 2017

Staatspräsident: Armen Sarkissjan
Ministerpräsident: Nikol Paschinjan
Hauptstadt: Jeriwan
Bevölkerung: 3,0 Mio.

Nominales BIP: 9,82 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 3.295 Euro
BIP-Wachstum: 7,5%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,5%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus AM: 112,3 Mio. Euro
Exporte nach AM: 151,8 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Dr. Martin Hoffmann
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-126
M.Hoffmann@bdi.eu

Links

Armenische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsche Wirtschaftsvereinigung (DWV)

Wirtschaftsministerium

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