Skip to main content

Bosnien und Herzegowina

BosnienStand: Juni 2020

Bosnien und Herzegowina hat seit Mitte 2015 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU. Im Februar 2016 hat das südosteuropäische Land den EU-Beitrittsantrag gestellt, der seit September 2016 von der Kommission geprüft wird. Das politische System Bosnien und Herzegowinas ist sehr komplex und basiert auf dem Friedensvertrag von Dayton, welcher 1995 die Kriege im Land beendete. Im August 2019, zehn Monate nach den Wahlen, einigten sich die drei führenden Parteien auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung.

 

Wirtschaftsentwicklung

Die Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren solide entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2019 nach Angaben der EBRD um 2,2 Prozent gestiegen. Dabei waren vor allem der Dienstleistungssektor und der Handel, die vom privaten Konsum profitieren, zentrale Wachstumstreiber. Auch die Industrie, die rund ein Fünftel zum BIP beiträgt, ist ein wichtiger Wachstumsfaktor. Zu den Stärken Bosnien und Herzegowinas gehören vor allem die Automobilzulieferer- und Bauindustrie, die Rohstoffverarbeitung, die Forst-, Holz- sowie Milchwirtschaft. Die EBRD rechnet für 2020 rechnet mit einem BIP-Rückgang von 4,5 Prozent und einer Erholung 2021 mit einem Wachstum von sechs Prozent. Ein grundsätzliches Problem bleibt weiterhin, dass sich das wirtschaftliche Potenzial des Landes auf Grund der komplizierten politischen Struktur und der übermäßigen Bürokratie nur bedingt entfalten kann. Die Abwanderung von Fachkräften bleibt eine Herausforderung, auch wenn die Arbeitslosenquote 2019 immer noch bei über 15,7 Prozent lag.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Bosnien und Herzegowina entwickelten sich 2019 zum Negativen. Der Außenhandelsumsatz zwischen den beiden Ländern ist gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro gesunken. Bei den deutschen Einfuhren dominierten Bekleidung, Möbel, Maschinen und Metalle. Die deutschen Unternehmen lieferten vor allem Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, Textilien und Maschinen. Im ersten Quartal 2020 deutete sich bereits eine weitere Abschwächung an. So stagnierten die deutschen Ausfuhren, während allerdings die Einfuhren in diesem Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent sanken.

Aktivitäten des OAOEV

Zum zweiten Mal tagte im Oktober 2018 die von der Bundesregierung und der bosnischen Regierung vereinbarte Standing Working Group, die die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen verbessern soll. Der OAOEV beteiligte sich aktiv an der Durchführung der Sitzung.

Seit 2007 unterstützt der OAOEV im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan junge Graduierte aus Bosnien und Herzegowina.

Quellen: EBRD, Raiffeisen Research, Stat. Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Sarajevo
Bevölkerung: 3,5 Millionen
Fläche: 51.197 km²
Vorsitzende des Staatspräsidiums: Milorad Dodik, Željko Komšić,  Šefik Džaferović (rotiert alle acht Monate)
Vorsitzender des Ministerrats: Zoran Tegeltija

Nominales BIP: 17,87 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 5.032 Euro
BIP-Wachstum: 2,6%
BIP-Wachstum, 2020 (P): -4,5 Prozent

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 784,6 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 875,3 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 74
Deutsche Einfuhr: Platz 70

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Botschaft Bosnien und Herzegowinas

Deutsche Botschaft

 
 

Diese Seite teilen: