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Stand: Juli 2018

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Bulgariens Wirtschaft wächst kontinuierlich. Die Verschuldung ist im Europavergleich sehr niedrig. Das Land hatte im ersten Halbjahr 2018 die EU-Ratspräsidentschaft inne und bemüht sich, die EU-Beschlüsse konsequent umzusetzen. Darüber hinaus strebt Sofia eine Mitgliedschaft in der Eurozone an. Das Umfeld für auslänische Investitionen ist günstig.

Wirtschaftliche Entwicklung

Bulgarien hat im vergangenen Jahr erwartungsgemäß ein stetiges Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich erreicht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nach Daten von Eurostat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent. Damit ist das südosteuropäische Land hinter den Wachstumsraten anderer mittel- und osteuropäischer Staaten zurückgeblieben, auch wenn es sich grundsätzlich positiv entwickelt. Der wesentliche Wachstumstreiber war der Konsum, der sich auf steigende Löhne und Einkünfte privater Haushalte stützte. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent gestiegen. Die Verkaufszahlen von Pkw erreichten neue Höchststände. Zudem floriert das Baugewerbe. Der Dienstleistungssektor ist der wichtigste Bereich für die Gesamtwirtschaft geblieben. Er steuerte 2017 67,4 Prozent zum BIP bei, wie das Bulgarische Statistikamt NSI berichtet. Die Industrie machte 28,3 Prozent aus. Die Agrarbranche verzeichnete einen Anteil von vier Prozent.

Die Inflation lag 2017 laut Zahlen des nationalen Verbraucherindexes bei  2,1 Prozent. Damit endete eine dreijährige Phase der Deflation. Die Devisenreserven des Landes standen Ende November 2017 bei 22,2 Milliarden Euro. Dieses Volumen entsprach einer Importdeckung (Waren) von neun Monaten. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte beträgt 24 Prozent des BIP und ist damit in der EU sehr gering. Zum Vergleich: Deutschlands Schulden belaufen sich auf fast 60 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung. Der Durchschnittswert innerhalb der Gemeinschaft liegt bei mehr als 80 Prozent. Darüber hinaus sind die Investitionen ein bedeutsamer Faktor für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Bulgariens. Die Investitionsprojekte, zu denen überwiegend Vorhaben für die Infrastruktur gehören, könnten noch an Fahrt aufnehmen, weil verstärkt EU-Fördermittel aus dem laufenden Haushalt der Gemeinschaft wirksam werden. Bulgarien hatte im ersten Halbjahr 2018 die EU-Ratspräsidentschaft inne und zeigte sich bemüht, sämtliche EU-Beschlüsse konsequent umzusetzen – anders als Ungarn und Polen, mit denen sich Brüssel im Dauerstreit befindet. Zusätzlich strebt Sofia die Mitgliedschaft in der Eurozone an.

Die bisherige Wachstumsentwicklung setzt das Land auch im laufenden Jahr fort. Für 2018 geht die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung von einem BIP-Wachstum von 3,8 Prozent aus. In den ersten drei Monaten nahm es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent zu. Die Investitionen stiegen ebenfalls, wie die bulgarische Statistikbehörde NSI berichtet. Der Verbrauch dürfte der bedeutendste Wachstumstreiber bleiben. Volkswirte rechnen damit, dass neue Arbeitsplätze entstehen. Ein Problem bleibt für die Unternehmen, dass sie nur relativ schwer Arbeitskräfte finden. Dennoch ist die Lage am Arbeitsmarkt für die Firmen nicht ganz so schwierig wie in anderen Ländern Mittel- und Osteuropas.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Der Außenhandel entwickelt sich weiter dynamisch. Während die deutschen Einfuhren aus Bulgarien um 16 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zulegten, kletterten die Exporte in das südosteuropäische Land um zehn Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Die deutschen Ausfuhren bestehen überwiegend aus Maschinen, Kfz-Teilen und chemischen Erzeugnissen. Die bulgarischen Firmen exportieren hauptsächlich NE-Metalle, Nahrungsmittel, Textilien und Elektrotechnik nach Deutschland.

Aktivitäten des OAOEV

Erstmals hat Bulgarien in der ersten Jahreshälfte 2018 die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Unter diesem Vorzeichen standen auch die Aktivitäten des OAOEV mit Blick auf Bulgarien. Gemeinsam mit der Südosteuropa Gesellschaft, der Konrad-Adenauer-Stiftung und mit der Unterstützung des Deutsch-Bulgarischen Forums organisierte der OAOEV am 21. und 22. November 2017 eine internationale Konferenz mit dem Titel "Bulgarien: Eine Bestandsaufnahme zehn Jahre nach dem Beitritt zur EU und vor der EU-Ratspräsidentschaft 2018".

Quellen: EBRD, EU, GTAI, Raiffeisen Research, Statistisches Bundesamt

Statistik 2017

Präsident: Rumen Radev
Ministerpräsident: Bojko Borissow
Hauptstadt: Sofia
Bevölkerung: 7 Mio.

Nominales BIP: 49,82 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 7.045 Euro
BIP-Wachstum: 3,6%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,6%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus BG: 3,823 Mrd. Euro
Exporte nach BG: 3,687 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Bulgarische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer

Investitionsagentur

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