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Armenien

ArmenienStand: Januar 2020

2017 haben die EU und Armenien ein neues umfassendes Partnerschaftsabkommen (CEPA) unterzeichnet, im Rahmen dessen die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vertieft werden sollen. Gleichzeitig ist Armenien Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion, zu der außerdem Russland, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan gehören.

 

Wirtschaftsentwicklung

Nach Angaben der EBRD wuchs Armeniens Bruttoinlandsprodukt 2018 trotz der politischen Turbulenzen erneut kräftig um 5,2 Prozent. Dazu trugen vor allem die Binnen- aber auch die Exportnachfrage auf den traditionellen Absatzmärkten bei. Für 2019 prognostiziert die EBRD ein Wirtschaftswachstum von 6,0 Prozent. Wachstumsrisiken sind die ungelösten geopolitischen Fragen im Südkaukasus und die große Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung in Russland. Zu den Hemmnissen gehören außerdem die Schattenwirtschaft, monopolistische Branchenstrukturen, Defizite in der Infrastruktur und schwache Institutionen. Die neue Regierung unter Premier Nikol Paschinjan, dessen Partei im Zuge der Neuwahlen im Dezember 2018 eine deutliche Mehrheit erringen konnte, zeigt sich entschlossen, diese Probleme anzugehen und mehr Wettbewerb, KMU-Förderung und Investitionen zu forcieren, und strebt den Ausbau des IT-Sektors, der Ernährungswirtschaft und des Tourismus an. Die EU unterstützt Reformen und Infrastrukturprojekte finanziell. Im Rahmen des CEPA sollen Handel und Dienstleistungen in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Armenien liberalisiert werden.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Im Jahr 2019 betrug das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Armenien 294,5 Millionen Euro – ein Minus von 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen Exporte sanken 2019 auf 180 Millionen Euro, die Importe fielen um 20,8 Prozent und lagen bei 115 Millionen Euro. Aus Deutschland wurden hauptsächlich Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, chemische Erzeugnisse sowie Rohstoffe nach Armenien exportiert. Bei den Importen aus Armenien dominierten NE-Metalle, Eisen und Stahl sowie Textilien und Bekleidung.

Aktivitäten des OAOEV

Im November 2018 organisierte der OAOEV ein Unternehmerfrühstück mit dem armenischen Präsidenten Armen Sarkissjan in Berlin. Im Februar 2019 folgte ein Business Round-Table mit dem neuen Premier Nikol Paschinjan. Eine Unternehmerreise des OAOEV gemeinsam mit der DWV Armenien lotete im März 2019 neue Kooperationschancen aus. Der OAEOV hat mit dem armenischen Verband „Union of Advanced Technology Enterprises“ eine Absichtserklärung zur Entwicklung einer Innovationspartnerschaft geschlossen.

Anfang März 2019 hielt sich eine große Unternehmerdelegation unter Leitung von OAOEV-Geschäftsführerin Ute Kochlowski-Kadjaia in der armenischen Hauptstadt Eriwan auf. Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit der neuen Regierung, an denen Vertreter aus dem Finanzsektor, der Landwirtschaft, IT, Bildungswesen, Metallverarbeitung sowie Mobilität teilnahmen.

Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt


Statistik 2019*

Hauptstadt: Eriwan
Bevölkerung: 3,0 Mio.
Fläche: 29.800 km²
Staatspräsident: Armen Sarkissjan
Ministerpräsident: Nikol Paschinjan

Nominales BIP: 12,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 4.091 Euro
BIP-Wachstum: 7,0%
BIP-Wachstum, 2020 (P): 4,9%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 144,7 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 179,8 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 104
Deutsche Einfuhr: Platz 101

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Stefan Kägebein
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-113
S.Kaegebein@bdi.eu

Links

Armenische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsche Wirtschaftsvereinigung (DWV)

Wirtschaftsministerium

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