Direkt zum Inhalt

Belarus

BelarusStand: Juni 2019

Belarus ist Gründungsmitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion mit Russland, Kasachstan, Kirgisistan und Armenien, die Anfang 2015 als Nachfolger der Zollunion in Kraft trat. Das Land ist zudem am EU-Programm der Östlichen Partnerschaft beteiligt. Aufgrund der politischen Situation in Belarus gibt es allerdings keinen Aktionsplan. Im Februar 2016 hat die EU aber die meisten Sanktionen gegen Belarus ausgesetzt.

 

Wirtschaftliche Entwicklung

2017 fand Belarus aus der zweijährigen Rezession heraus, in die es vor allem durch die Krise seines wichtigsten Wirtschaftspartners Russland geraten war. Laut der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) wuchs die Wirtschaft 2018 um drei Prozent. Dazu trug vor allem die weitere Erholung der Exporte insbesondere in die EU bei. Positive Impulse kamen vom Anstieg der Konsumnachfrage, die von steigenden Reallöhnen profitierte. Dazu war 2018 eine deutliche Belebung der Investitionen zu verzeichnen. Das Land ist bestrebt, seine Außenwirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren. Die Wachstumsaussichten hängen wesentlich vom Umfang notwendiger Strukturreformen ab. Risiken bleiben die große Abhängigkeit vom Nachbarn Russland sowie die geringe Diversifizierung der Ausfuhren. Die EBRD rechnet 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent. Die schwächere Weltkonjunktur und geringere Subventionen aus Russland im Zuge einer Steueränderung im russischen Ölsektor erhöhen den Reformdruck. Belarus verarbeitet und exportiert große Mengen an Rohöl, das es bisher zu Vorzugskonditionen aus Russland bezieht.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner der Republik Belarus. Nachdem der bilaterale Handel zwischen 2014 und 2016 zurückgegangen war, verzeichnet er seit 2017 wieder einen Aufwärtstrend. Die deutschen Exporte stiegen 2018 um 2,5 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Die deutschen Importe erreichten 595 Millionen Euro, 17,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei dominierten Erdölerzeugnisse, Eisen und Stahl sowie Rohstoffe und chemische Erzeugnisse. Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kfz und Kfz-Teile machen fast zwei Drittel der deutschen Exporte nach Belarus aus.

Aktivitäten des OAOEV

Gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und der AHK Ukraine startete der OAOEV Ende 2016 eine „Einkäuferinitiative“ mit der Ukraine, Belarus und Moldau. Ziel ist es, Lieferanten aus den drei Ländern für deutsche industrielle Einkäufer zu identifizieren und die Unternehmen so in internationale Wertschöpfungsketten einzubinden.

Im März 2017 hat der deutsch-belarussische Unternehmerrat auf Initiative des OAOEV seine Arbeit wieder aufgenommen. Damit sollen die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Republik Belarus nach der Aussetzung der EU-Sanktionen im Jahr 2016 wieder intensiviert werden. Diesem Ziel dient auch der Arbeitskreis Belarus im OAOEV.

Quellen: OWC, EBRD, GTAI, Stat. Bundesamt

Statistik 2018

Hauptstadt: Minsk
Bevölkerung: 9,5 Mio.
Fläche: 207.595 km²
Staatspräsident: Alexander Lukaschenko
Ministerpräsident: Sjarhej Rumas

Nominales BIP: 48,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 5.102 Euro
BIP-Wachstum: 3,0%
BIP-Wachstum, 2019 (P): 2,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 0,6 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,5 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2018:
Deutsche Ausfuhr: Platz 61
Deutsche Einfuhr: Platz 76

Quellen: EBRD, GTAI

 

Ansprechpartner

Stefan Kägebein
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-113
S.Kaegebein@bdi.eu

Links

Belarussische Botschaft

Deutsche Botschaft

Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft

Wirtschaftsministerium

Diese Seite teilen: