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Estland

EstlandStand: April 2019

Die baltische Republik Estland wird gelegentlich wird als „Silicon Valley des Nordens“ bezeichnet. Weltweit bekannt wurde das Land durch die umfassende Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Esten können von zu Hause aus beispielsweise Behördengänge und Bankbesuche regeln. Das Land konnte sich damit global als erfolgreicher Vorreiter etablieren.

 

Wirtschaftsentwicklung

Die estnische Wirtschaft verzeichnete 2018 ein Wachstum von 3,6 Prozent, deutlich niedriger als im starken Jahr 2017 (4,9 Prozent). Ein wichtiger Wachstumsmotor war der Binnenkonsum, der von steigenden Löhnen profitiert. Lohntreiber ist der Fachkräftemangel, der die Unternehmen zu Investitionen in Automatisierungslösungen veranlasst. Darüber hinaus sorgten die verstärkten Investitionen von öffentlicher Hand und privaten Haushalten für Wachstumsimpulse. Der zunehmende Fachkräftemangel beeinträchtigt allerdings die Wachstumsaussichten. Dazu kommt die Eintrübung des außenwirtschaftlichen Klimas, das die Nachfrage auf den drei wichtigsten Exportmärkten Finnland, Schweden und Deutschland dämpfen könnte.

Estlands Wirtschaftswachstum wird daher 2019 weiter an Fahrt verlieren, aber immer noch deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. Im Jahr 2019 dürfte die Wirtschaft nach Einschätzung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) um drei Prozent zulegen, insbesondere dank des privaten Konsums.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Deutschland ist für Estland einer der wichtigsten Geschäftspartner. Die deutschen Importe aus dem baltischen Land sind in den vergangenen drei Jahren stetig gestiegen, 2018 um 6,6 Prozent auf 758 Millionen Euro. Die deutschen Exporte legten 2018 sogar um 11,3 Prozent auf fast 1,8 Milliarden Euro zu. Die bedeutende Rolle, die Deutschland für die Wirtschaft Estlands spielt, zeigt sich in vielen Bereichen. Deutschland liegt als Lieferant unter den Top Drei und wird auch als Exportmarkt immer wichtiger. Derzeit sind über 200 deutsche Tochterunternehmen in Estland aktiv, die aus unterschiedlichsten Branchen kommen, wobei Dienstleistung und Fertigung dominieren.

Aktivitäten des OAOEV

Der Ost-Ausschuss – Osteuropaverein (OAOEV) setzt sich für die Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Verflechtung als stabilisierendes und tragfähiges Element der deutsch-estnischen Beziehungen ein. Zu den Verbandsaktivitäten gehören unter anderem die Sitzungen des Länderkreises Mittelosteuropa sowie der Branchenarbeitskreise, die sich auch mit Estland beschäftigten.

Quellen: EBRD, EU, GTAI, Stat. Bundesamt

Statistik 2018

Staatspräsidentin: Kersti Kaljulaid
Ministerpräsident: Jüri Ratas
Hauptstadt: Tallinn
Bevölkerung: 1,3 Mio

Nominales BIP: 24,7 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 2017: 18.774 Euro
BIP-Wachstum: 3,6%
BIP-Wachstum, 2019(P): 3,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 0,7 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,9  Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI, Stat. Bundesamt

Ansprechpartner

Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadnicki@bdi.eu

Links

Estnische Botschaft

Deutsche Botschaft

AHK Baltikum

Investitionsagentur

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