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Gute Entwicklung

OAOEV-Delegation besuchte Serbien/ Gespräch mit Premier Brnabic

Der Ost-Ausschuss – Osteuropaverein (OAOEV) nutzte die traditionelle Verabschiedung der serbischen Stipendiaten des neuen Jahrgangs des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für die Länder des Westlichen Balkans am 29. Mai 2018 für einen Delegationsbesuch in Serbien. 15 Unternehmen folgten der Einladung von OAOEV-Geschäftsführer Michael Harms zur Begleitung der Termine in Belgrad.

Der deutsche Botschafter Axel Dittmann, der Präsident der AHK Serbien Ronald Seeliger sowie deren Geschäftsführer Martin Knapp unterrichteten die Delegation in einem Briefing über die aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung in Serbien. Einigkeit bestand darüber, dass man Serbien mit Blick auf die makroökonomischen Daten eine gute Entwicklung bescheinigen kann. So lag das Wirtschaftswachstum 2017 bei knapp zwei Prozent. Der deutsch-serbische Warenaustausch erreichte mit 4,2 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Die deutsche Wirtschaft ist mit knapp 400 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Serbien engagiert und hat dort rund 45.000 Arbeitsplätze geschaffen. Nachholbedarf gibt es aber weiterhin insbesondere im Rechtswesen. Zuletzt hatte die Venedig-Kommission des Europarats erneut Reformen angemahnt, die die Unabhängigkeit der Justiz sicherstellen sollen.

Reindustrialisierung notwendig

Bezüglich der Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung betonte Knapp die Notwendigkeit der Reindustrialisierung. Optimistisch stimmen neue Investitionsprojekte, wie etwa die Ansiedlung von ZF Friedrichshafen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Anwerbung neuer Investitionen ist allerdings die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte. Ein großes Problem stellt dabei die hohe Zahl von abwandernden Arbeitskräften dar. Gerade vor diesem Hintergrund ist das neue Gesetz zur Berufsbildung, das Anfang 2019 in Kraft tritt, eine wichtige Weichenstellung. Mit dem System der dualen Berufsbildung, das im Zuge des Gesetzes implementiert wird, wird eine bis jetzt bestehende Lücke in der Ausbildung junger Menschen geschlossen.

Bei einem Unternehmensbesuch bei Phoenix Pharma Logistic informierte sich die Delegation vor Ort über die Chancen und Herausforderungen eines Engagements am serbischen Markt. Geschäftsführer Rajko Mandic informierte über den Prozess der Entscheidungsfindung sowie das Engagement seines Unternehmens in Serbien und den Nachbarländern.

Deutsche Unternehmen schaffen Arbeitsplätze

Zentraler Programmpunkt der Reise war das Gespräch mit Premierministerin Ana Brnabic, das diese mit dem Verweis auf die exzellenten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Serbien eröffnete. Das Engagement deutscher Unternehmen trage wesentlich zur Beschäftigung in Serbien bei. Der Regierung sei daran gelegen, die Rahmenbedingungen und das Investitionsklima weiter zu verbessern. Zentrales Element sei mit Blick auf die Arbeitsmarktlage das Thema Ausbildung.

OAOEV-Geschäftsführer Harms unterstrich das große Interesse am serbischen Markt seitens der deutschen Wirtschaft, das sich auch in der Branchenvielfalt der mitreisenden Unternehmen widerspiegle. Auch die teilnehmenden Unternehmen betonten die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Wichtig ist es aus deren Sicht, gemeinsam an Projekten zu arbeiten, die der Abwanderung qualifizierter Fachkräfte entgegen wirken und zugleich weiter an der Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen in der Region zu arbeiten, um Investitionen mit regionaler Perspektive noch attraktiver zu machen.

Anja Quiring
Ost-Ausschuss - Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft

  • OAOEV-Geschäftsführer Harms mit Serbiens Premierministerin Brnabic. Foto: Serbische Regierung
  • Unternehmensbesuch bei Phoenix Logistic. Foto: OAOEV
Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

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