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Im Transit durch Belarus

Auf dem Fachforum in Frankfurt. Foto: MAR
25.04.2019
Belarus ist Teil der Logistikkette entlang der neuen Seidenstraße/ Fachforum der Belarussischen Eisenbahn in Frankfurt

Die Neue Seidenstraße ist in aller Munde. Aber welche Chancen und Geschäftsmöglichkeiten ergeben sich konkret für einzelne Länder wie beispielsweise Belarus? Dies war Thema eines Fachforums unter dem Titel „Aus Europa nach China auf der neuen Seidenstraße“, zu dem die Belarussische Eisenbahn am 25. April nach Frankfurt am Main eingeladen hatte. Rund 150 Gäste diskutierten einen Tag lang über Möglichkeiten und Hemmnisse des wichtigsten außenwirtschaftlichen Projekt Pekings. Ihr Fazit: Die Belt & Road-Initiative hat ein enormes Potenzial zur Steigerung des Handelsvolumens.

Auf der Konferenz trafen die Marktführer des Eisenbahnverkehrs zwischen Europa und China mit Repräsentanten von Häfen und Logistikterminals zusammen. Vertreter aus Belarus, Deutschland, Russland, Lettland, Polen, Kasachstan, der Tschechischen Republik, den Niederlanden und China erörterten dabei den Ausbau von Containertransporten. Klar wurden im Forum die Vorteile von Schienenverbindungen gegenüber dem Seetransport herausgestellt: Per Eisenbahnverkehr erreichen die Waren aus China drei Mal schneller Europa und benötigen dafür nur etwa zwei Wochen. Umso wichtiger ist es, diesen Verkehrsweg weiterzuentwickeln und zu optimieren sowie alle Beteiligten zu vernetzen.

Die Bedeutung von Belarus für die Neue Seidenstraße

Belarus – eines der ersten Länder, das diese Initiative Chinas unterstützte – spielt heute eine zentrale Rolle in dieser Logistikkette. Denn durch das osteuropäische Land mit seinen 9,5 Millionen Einwohnern geht der Hauptanteil des Containerverkehrs auf der Schiene in die Europäische Union. So existieren heute schon drei Bahnübergänge an der belarussisch-polnischen Grenze, ein vierter Übergang beim Ort Wysoko-Litowsk wird gerade modernisiert. Mit diesen und weiteren Maßnahmen soll es möglich werden, die bis 2025 prognostizierte Verdreifachung der Containermenge auf bis zu 500.000 Containereinheiten (TEU) zu bewältigen, wie der erste Stellvertretende Leiter der belarussischen Eisenbahn Igor Schilow erläuterte. 2018 wurden über Belarus rund 162.000 TEU transportiert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Entwicklung verkehrsträgerübergreifender Angebote. Hier habe Belarus große Möglichkeiten, betonte Felix Zimmermann, Ko-Vorsitzender des deutsch-belarussischen Unternehmerrates, der die Veranstaltung zusammen mit dem belarussischen Botschafter in Deutschland Denis Sidorenko eröffnete. „Belarus sollte seine Chancen nutzen, nicht nur Transitland zu sein, sondern umfangreiche Logistikdienstleistungen vor Ort zu schaffen. Erste Leuchttürme gibt es bereits mit der Freien Wirtschaftszone Brest oder dem Great Stone Industrial Park“, sagte Zimmermann. Auf dem 112,5 Quadratkilometer großen Wirtschaftsareal nahe der Hauptstadt Minsk haben sich schon erste deutsche Unternehmen angesiedelt.

Die Teilnehmer der Konferenz in Frankfurt am Main würdigten das Treffen zum Abschluss als eine hervorragende Plattform zum Informations- und Erfahrungsaustausch oder auch zur ersten Geschäftsanbahnung. Es war die erste internationale Konferenz in Deutschland, die von der belarussischen Eisenbahn organisiert wurde.

Mehr zum deutsch-belarussischen Unternehmerrat hier
 

Ansprechpartner

Stefan Kägebein
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-113
S.Kaegebein@bdi.eu

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