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Kasachstan

KasachstanStand: Juni 2020

Kasachstan ist für die deutsche Wirtschaft der Handelspartner Nummer eins in Zentralasien. Seit Dezember 2015 hat Kasachstan als erstes zentralasiatisches Land ein erweitertes Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der EU.

 

Wirtschaftsentwicklung

Das Jahr 2019 war in Kasachstan vom stabilen Wirtschaftswachstum geprägt. Das reale BIP-Wachstum des Bruttoinlandsprodukts erreichte trotz des niedrigen Ölpreises 3,9 Prozent. Die wichtigsten Antriebskräfte des Wirtschaftswachstums waren die Investitionen sowie der gestiegene Binnenkonsum. Zudem sorgte die Belt & Road-Initiative der chinesischen Regierung für eine neue Seidenstraße von China über Zentralasien in die EU mit Infrastrukturinvestitionen für weitere Wachstumsimpulse. Die Wirtschaftsprognosen für 2020 sind weniger optimistisch. Kasachstan ist durch die COVID-19-Pandemie und den niedrigen Ölpreis von einem zweifachen Schock betroffen. Es wird mit einem Rückgang des BIP um drei Prozent gerechnet. Die Stabilisierung der Währung steht derzeit ganz oben auf der Agenda der kasachischen Regierung, die Ende Mai einen integrierten Plan zur Wiederherstellung des Wirtschaftswachstums verabschiedet und die Prioritäten der Entwicklung nach der Krise ausgearbeitet. Die EBRD rechnet mit einer schnellen Erholung der kasachischen Wirtschaft und einem BIP-Wachstum von 5,5 Prozent im Jahr 2021.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Insgesamt entwickelt sich der bilaterale Handel Deutschlands mit Kasachstan positiv. 2019 zeichnete sich jedoch ein Rückgang des Handelsumsatzes im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent. Dies lag vor allem an den Ölimporten aus Kasachstan, die um 13,7 Prozent gesunken sind. Bei den deutschen Exporten gab es dagegen ein Wachstum von 2,2 Prozent. Im ersten Quartal 2020 entwickelte sich der deutsche Handel mit Kasachstan gut. Deutsche Exporteure verzeichneten einen Zuwachs von fast 37 Prozent, was den seit wenigen Monaten wieder verfügbaren Exportkreditgarantien in Form von Hermesdeckungen zu verdanken ist. Deutschland exportiert vor allem Maschinen und Anlagen, Kfz- und Kfz-Teile, Datenverarbeitungsgeräte und elektronische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstung sowie pharmazeutische und chemische Erzeugnisse. Aus Kasachstan werden vor allem Erdöl und Erdgas, Metalle und chemische Erzeugnisse importiert. Kasachstan ist Deutschlands viertgrößter Öllieferant.

Aktivitäten des OAOEV

Im Dezember 2017 hielt sich eine Delegation des OAOEV in der kasachischen Hauptstadt Astana, heute Nur-Sultan, auf. Dabei wurde mit der kasachischen staatlichen Investitionsagentur KazakhInvest die Einrichtung einer Arbeitsgruppe vereinbart, die deutschen Investoren für die Abstimmung von Projekten zur Verfügung stehen wird. Die erste Ad-hoc-Sitzung der Arbeitsgruppe fand am 16. Februar 2018 in Berlin statt.

Im Mai 2018 reiste eine OAOEV-Delegation zu hochrangigen Gesprächen nach Kasachstan. Dort fand unter anderem eine Konferenz des Berliner Eurasischen Klubs (BEK) statt, die der OAOEV gemeinsam mit der Botschaft Kasachstans in Berlin regelmäßig organisiert. Ende Mai 2018 veranstaltete der OAOEV gemeinsam mit dem Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrat und der Botschaft der Republik Kasachstan eine Präsentation der kasachischen Investitionsagentur KazakhInvest in Berlin.

Im Oktober 2019 organisierte der OAOEV organisierte in Zusammenarbeit mit der kasachischen Botschaft Berlin die 27. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs (BEK) in Brüssel. Neben dem stellvertretenden kasachischen Außenminister Yermek Kosherbajev und dem EU-Sondergesandten für Zentralasien Peter Burian nahm mit Timur Zhaksylykov erstmals auch ein Minister der Eurasischen Wirtschaftskommission am BEK teil.

Anlässlich des Antrittsbesuchs des neuen kasachischen Präsidenten Kassym-Shomart Tokajew in Berlin Anfang Dezember 2019, organisierte der OAOEV in Kooperation mit der kasachischen Botschaft in Berlin ein Unternehmertreffen.

Vize-Premierminister Sklyar nahm am Runden Tisch in Dortmund teil, zu dem der OAOEV am 20. Januar 2020 gemeinsam mit der WILO Group und der kasachischen Botschaft einlud, um gemeinsame Kooperationen mit der deutschen Wirtschaft zu zu vertiefen.

Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Nursultan
Bevölkerung: 18,5 Mio.
Fläche: 2.724.900 km²
Präsident: Kassym-Schomart Tokajew
Ministerpräsident: Asqar Mamin

Nominales BIP: 157,6 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 8.530 Euro
BIP-Wachstum: 4,5 %
BIP-Wachstum, 2020 (P): - 3,0 %

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 3,2 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,4 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 65
Deutsche Einfuhr: Platz 43

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu


Links

Kasachische Botschaft

Deutsche Botschaft

Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien

Investitionsagentur

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