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Kasachstan: Grüne Welle für Investoren

Ost-Ausschuss-Delegation trifft Premierminister Sagintaev/ Treffen des Berliner Eurasischen Klubs

Während sich Usbekistan große Mühe gibt, im Werben um deutsche Unternehmen Boden gut zu machen, ist Kasachstan mit Abstand die wichtigste Destination für die deutsche Wirtschaft in Zentralasien. Diese Führungsrolle in der Region hat sich die kasachische Regierung mit frühzeitigen Wirtschaftsreformen und einer klaren Internationalisierungsstrategie erarbeitet. Der zweite Teil der großen Zentralasien-Delegationsreise unter Leitung von Manfred Grundke, Vorsitzender des Länderarbeitskreises  Zentralasien im Ost-Ausschuss und Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Knauf führte 25 Unternehmensvertreter nach Astana. Dort standen die 23. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs, die Sitzung des Arbeitskreises Zentralasien sowie ein Gespräch mit dem kasachischen Premierminister Bakitzhan Sagintaev auf dem Programm.

Der Berliner Eurasische Klub, der sich als mindestens dreimal jährlich tagende Plattform für bilaterale Begegnungen etabliert hat, widmete sich dem Thema „Privatisierung in Kasachstan – Chancen für den deutschen Mittelstand?“. Über 60 Teilnehmer aus Deutschland und Kasachstan beteiligten sich an der Diskussion und informierten sich über das kasachische Privatisierungsprogramm und Chancen für deutsche Unternehmen. Ein flammendes Plädoyer für mehr Unternehmertum und weniger Staat hielt dabei der langjährige Vorsitzende des Ost-Ausschusses Klaus Mangold. Gleichzeitig mahnte er eine sorgfältige Vorbereitung von Privatisierungen an.

Dass dies offensichtlich der Fall ist, wurde durch die Vorträge der kasachischen Organisationen deutlich, die das Privatisierungsprogramm umsetzen: Die Finanzholding Baiterek, der Staatsfond SamrukKazina sowie die Investitionsagentur KazakhInvest stellten die Aktiva in ihren Beständen vor und forderten die deutschen Unternehmen zu einer noch stärkeren Zusammenarbeit auf. Dabei wurden zahlreiche Präferenzen für ausländische Investoren vorgestellt. Steuerliche Vergünstigungen sowie finanzielle Förderung sollen mehr Investoren nach Kasachstan locken. Besonders interessant: Bei der Privatisierung der Staatsunternehmen seien nicht der Kaufpreis entscheidend, sondern die Nachhaltigkeit des Investments sowie die strategische Planung. Technologie- und Innovationsstärke hätten hier klaren Vorrang.

Am zweiten Tag der Delegationsreise konnten die Unternehmen in einem Gespräch mit Premierminister Sagintaev, Finanzminister Bakhyt Sultanov sowie dem Minister für Investitionen und Entwicklung Zhenis Kasimbek konkrete Unternehmenspetita besprechen und neue Projekte anstoßen. Das Treffen mit Premierminister Sagintaev geht auf eine Vereinbarung zwischen ihm und dem Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Wolfgang Büchele aus einem Treffen im Dezember 2017 zurück, bei dem halbjährliche Gesprächsrunden mit der deutschen Wirtschaft verabredet wurden.

Viele der Reformen, die in Usbekistan derzeit angegangen werden, hat Kasachstan bereits vor Jahren umgesetzt. Gleichzeitig bietet die Öffnung Usbekistans auch neue Chancen für die kasachische Wirtschaft, die zunehmend im Nachbarland investiert. Dennoch muss sich auch Kasachstan weiterhin fit für die Zukunft machen und eigene Reformen entschieden weiterverfolgen.

Als Fazit der Zentralasienreise kann festgehalten werden, dass durch die Öffnung Usbekistans eine neue Dynamik in gesamt Zentralasien entsteht. Durch eine stärkere wirtschaftliche Integration einerseits sowie einen Wettbewerb um die besten Rahmenbedingungen andererseits werden davon am Ende alle Akteure profitieren, auch die deutsche Wirtschaft, die in beiden Ländern mit offenen Armen empfangen wird.

Eduard Kinsbruner
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

  • 23. Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs. Fotos: Eduard Kinsbruner
  • Im Gespräch mit dem kasachsischen Premierminiser Bakitzhan Sagintaev
Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu

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