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KFOR-Militärgelände wird Innovationspark

Besuch der OAOEV-Wirtschaftsdelegation im Feldlager der Bundeswehr in Prizren. Foto: KFOR

Vom 31. Oktober bis 2. November 2018 reiste eine Wirtschaftsdelegation des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins nach Kosovo, um mit Unternehmen und Regierungsvertretern die deutsch-kosovarische Wirtschaftszusammenarbeit zu besprechen. Wichtigstes Reiseziel der Delegation war neben der Hauptstadt Prishtina die Stadt Prizren, im Südwesten des Landes. Hier soll ein Standort der Bundeswehr in einen Innovations- und Trainingspark umfunktioniert werden.

Zentrales Thema der Reise war das Projekt der Nachnutzung des bisher noch von der Bundeswehr genutzten NATO-Feldlagers in Prizren, im Südosten des Landes. In einer gemeinsamen Vereinbarung haben sich die kosovarische Regierung und die Bundesregierung Anfang des Jahres darauf geeinigt, dass das Gelände und die dort bisher bereits geschaffene Infrastruktur ab 2019 als deutsch-kosovarischer Innovations- und Trainingspark (ITP) Prizren genutzt werden sollen.

Vor Ort informierten sich die Teilnehmer über den aktuellen Stand und die weitere Planung dieses einmaligen Projektes. Zugleich traf die Delegation, die durch die Regionaldirektorin für Südosteuropa des OAOEV Anja Quiring geleitet wurde, zu Gesprächen mit dem Minister für wirtschaftliche Entwicklung Valdrin Lluka, dem Minister für Innovation und Unternehmertum Besim Besim Beqaj sowie Finanzminister Bedri Hamza zusammen.

Treffen mit dem Premierminister

Höhepunkt und Abschluss der politischen Gespräche bildete der Termin mit Premierminister Ramush Haradinaj, der zu dem Treffen noch weitere Minister seines Kabinettes hinzugebeten hatte. Auch in diesen Gesprächen ging es um die Entwicklung des Trainings- und Innovationsparkes in Prizren sowie um weitere Möglichkeiten für Investitionen beispielsweise im Energiebereich. Angesprochen wurde auch das Gesetz zu strategischen Investitionen, das eine besondere Förderung besonderer Investitionsprojekte durch die kosovarische Regierung verspricht.

Begleitet durch die Geschäftsführerin der Deutsch-Kosovarischen Wirtschaftsvereinigung (KDWV) Nora Hasani nutzte die Delegation zudem die Gelegenheit, sich vor Ort beim Besuch des Unternehmens Jaha Solar über die Rahmenbedingungen für Investoren mit dem Eigentümer des Unternehmens auszutauschen. Botschafter Christian Heldt hatte am Morgen des 1. November 2018 in einem Briefing der Delegation einen Überblick über die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage des Landes gegeben und lud zum Abschluss des ereignisreichen Tages zu einem Empfang in seine Residenz ein.

Innovation Center Kosovo unterstützt Start-Ups

Teil des Programms der Delegation war zudem der Besuch des Innovation Center Kosovo (ICK). Vor sechs Jahren gegründet, bietet das von Geschäftsführer Uranik Begu mit Enthusiasmus geleitete Zentrum Raum für die Entwicklung neuer Ideen. Die Förderung des Unternehmergeistes der jungen Generation ist hier das zentrale Thema. Neben Co-Working-Spaces und Büroräumen, die auf Zeit und gegen einen geringen Obolus zur Verfügung gestellt werden, finden täglich Fortbildungsveranstaltungen statt. Rund um die Uhr stehen die Türen des ICK offen. Beeindruckend ist die Vielzahl der Aktivitäten, in denen junge kosovarische Unternehmen unterwegs sind. Während das eine Start-up gerade einen 3D-Drucker für den europäischen Markt zertifizieren lässt, ist ein anderes im Bereich Innendesign unterwegs, das nächste im Bereich Bildung. Bereits gut etablierte Unternehmen, die eine Förderung durch das ICK erfahren haben, geben nunmehr ihre Erfahrungen an nachrückende Start-Ups weiter.

Der Handel Deutschlands mit Kosovo bewegt sich weiterhin auf einem vergleichsweise überschaubaren Niveau und erreichte 2017 ein Volumen von 213 Millionen Euro - mit einem Plus von sieben Prozent gab es allerdings eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 wurde sogar ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Besonders beachtlich (plus 23 Prozent) steigen die deutschen Ausfuhren nach Kosovo. Die Wachstumsprognose der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) für das Jahr 2018 liegt aktuell bei 3,8 Prozent und auch 2019 soll dieser Trend anhalten.


Anja Quiring,
OAOEV-Regionaldirektorin für Südosteuropa

 

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