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Kirgisistan

KirgisistanStand: Juni 2020

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Kirgisistan ist entwicklungspolitisch geprägt, das Engagement deutscher Unternehmen überschaubar. Kirgisistan ist seit 2015 Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Das Allgemeine Präferenzsystem (GSP+) ermöglicht Kirgisistan seit 2016, die meisten Waren zollfrei in die EU einzuführen.


Wirtschaftsentwicklung

2019 verzeichnete Kirgisistan ein BIP Wachstum von 4,3 Prozent. Zum wirtschaftlichen Wachstum trugen starke Zuwächse im Bergbau und in der verarbeitenden Industrie sowie die wieder gestiegene Goldproduktion bei. Gleichzeitig gingen jedoch die Nettoüberweisungen aus dem Ausland im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Wirtschaft Kirgisistans ist von diesen beiden Faktoren sehr abhängig: die Goldproduktion in der Kumtor-Goldmine machte 2019 etwa acht Prozent des BIP aus, während die Überweisungen von Arbeitnehmern für etwa 28 Prozent des BIP verantwortlich sind. Damit ist die kirgisische Wirtschaft sehr anfällig für externe Schocks. Aus diesem Grund spürt Kirgisistan die Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders stark. Handel, Transport und andere Dienstleistungen wurden durch die Schließung der chinesischen Grenze Ende Januar und die Einführung des Ausnahmezustands Mitte März 2020 negativ beeinflusst. Es wird erwartet, dass aufgrund der durch die Corona-Krise verursachte Krise die kirgisische Wirtschaft bis Ende 2020 um vier Prozent schrumpft. Die Prognose für das Jahr 2021 ist jedoch deutlich positiver und geht von einem BIP-Wachstum von 5,5 Prozent aus.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland spielt als Handelspartner für Kirgisistan weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Die deutschen Ausfuhren – hauptsachlich Maschinen, Arzneimittel und Elektrotechnik – gingen 2019 um 5,5 Prozent auf knapp 56 Millionen Euro zurück. Die deutschen Einfuhren aus Kirgisistan stiegen hingegen um 18,7 Prozent und betrugen 16 Millionen Euro. Deutschland bezieht aus Kirgisistan Gold für nichtmonetäre Zwecke, Nahrungsmittel und Textilien.

Aktivitäten des OAOEV

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzte der Ost-Ausschuss von 2012 bis 2018 ein Projekt zur Rohstoffkooperation mit Zentralasien um.

Quellen: EBRD, GTAI, Stat. Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Bischkek
Bevölkerung: 6,3 Mio.
Fläche: 199.900 km²
Präsident: Sooronbai Dscheenbekow
Ministerpräsident:  Mukhammedkalyi Abylgasiev

Nominales BIP: 7,8 Mrd. Euro
BIP pro Kopf:  1.219 Euro
BIP-Wachstum: 4,3 %
BIP-Wachstum, 2020(P): - 4,0 %

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 16,7 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 56,5 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 143
Deutsche Einfuhr: Platz 141

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu


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