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Kosovo

KosovoStand: Oktober 2018

Wie für alle andere Staaten des Westlichen Balkans besteht auch für den Kosovo die Perspektive eines Beitritts zur Europäischen Union – das hat der Europäische Rat in Thessaloniki im Jahr 2003 ausdrücklich festgestellt. Im Oktober 2015 wurde ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen der EU und dem Kosovo unterzeichnet. Es trat im April 2016 in Kraft.

Wirtschaftliche Entwicklung

Das BIP-Wachstum erreichte im Kosovo 2017 dank steigender Investitionen und Netto-Exporte 3,7 Prozent. Positiv ist die Entwicklung auch beim privaten Verbrauch. Dabei geht die anhaltend robuste Konsumneigung der Bevölkerung zu einem guten Stück auf Geldtransfers von im Ausland lebenden Kosovaren zurück. 2018 und 2019 dürfte die Wirtschaft dank das günstigen externen Umfelds, das zu steigenden Geldüberweisungen und Exporten führen sollte, sowie höheren Investitionen insbesondere in die öffentliche Infrastruktur um 3,7 beziehungsweise vier Prozent wachsen.

Nach wie vor ist die Wirtschaft stark von externen Faktoren wie den Rücküberweisungen und Investitionen abhängig. Die Investitionen stützen neben der öffentlichen Hand vor allem zahlreiche internationale Geber, die sich im Rahmen bi- und multilateraler Vereinbarungen bei zahlreichen Vorhaben seit Jahren aktiv einbringen. Besonders wichtig bleibt es, neue Arbeitsplätze zu schaffen, um die beträchtliche Arbeitslosigkeit einzudämmen. Laut dem zuletzt verfügbaren Labour Force Survey des kosovarischen Statistikamts lag die Erwerbslosenquote im vierten Quartal 2017 bei 29,8 Prozent. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen stieg auf 55,9 Prozent.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der Außenhandel Deutschlands mit dem Kosovo bewegt sich auf ausgesprochen niedrigem Niveau. Dennoch sind die deutschen Ausfuhren im letzten Jahr um 4,2 Prozent auf 191,1 Millionen Euro gestiegen. Geliefert werden an erster Stelle Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile. Die Importe aus dem Kosovo zogen 2017 gegenüber dem Vorjahr um 53,2 Prozent auf 23 Millionen Euro an. Deutschland importiert vor allem Textilien, Rohstoffe und Maschinen. Bei den Hauptlieferländern belegt Deutschland hinter Serbien und vor der Türkei sowie China den zweiten Rang.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV steht in regelmäßigem Dialog mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft des Kosovo sowie mit den im Land tätigen europäischen und internationalen Organisationen. Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus dem Kosovo die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: EBRD, gtai, IWF, OWC, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt

Statistik 2017

Präsident: Hashim Thaci
Ministerpräsident: Ramush Haradinaj
Hauptstadt: Prishtina
Bevölkerung: 1,9 Mio.

Nominales BIP: 6,3 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 3.403 Euro
BIP-Wachstum: 3,7%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,7%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus dem Kosovo: 23,0 Mio. Euro
Exporte in den Kosovo: 191,1 Mio. Euro

Quellen: EBRD, gtai

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Kosovarische Botschaft

Deutsche Botschaft

Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Kosovo (Mazedonien)

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