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Mit Maas in Moskau

22.08.2019
OAOEV-Delegation begleitete den Außenminister nach Russland/ Unternehmerfrühstück und Besuch in Skolkovo auf dem Programm

In Begleitung einer Wirtschaftsdelegation des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins (OAOEV), darunter die stellvertretende OAOEV-Vorsitzende Cathrina Claas-Mühlhäuser und der Vorsitzende der Geschäftsführung Michael Harms, reiste Bundesaußenminister Heiko Maas Mitte August für zwei Tage nach Moskau.

Beim Treffen von Maas mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow standen neben politischen Themen wie den Konflikten in Syrien, mit dem Iran und in der Ukraine sowie der Rüstungskontrolle auch Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland auf dem Programm. Dabei wurden auch konkrete deutsch-russische Kooperationsprojekte diskutiert, die der OAOEV im Juli als Ergebnis einer deutsch-russischen Round-Table-Diskussion in Baden-Baden definiert hatte.

Frühstück mit Wirtschaftsvertretern

Am zweiten Tag seiner Reise traf sich Maas zu einem Frühstück mit Vertretern der deutschen Wirtschaft in Moskau und russischen Unternehmen. Zwar ist die russische Wirtschaft nach Einschätzung der Teilnehmer stabil und deutsche Unternehmen wachsen teilweise gegen den Markt, insgesamt sei das Wachstum aber zu gering, in der Automobilindustrie sogar rückläufig, und der Staatsanteil in der Wirtschaft zu hoch. Vor allem russische Unternehmensvertreter beklagten den wachsenden Zugriff des Staates auf die Wirtschaft. Das ursprünglich sehr gute Konzept der Sonderinvestitionsverträge, mit dem die russische Regierung lokalen Unternehmen Investitionsanreize gewährt, sei überbürokratisiert und innerhalb der Regierung schlecht abgestimmt.

Einig waren sich die deutschen und russischen Teilnehmer, dass die EU sich nur gemeinsam mit Russland und der Eurasischen Wirtschaftsunion gegen China und die USA behaupten könne. Auf Kritik stoßen bei den Unternehmen die US-Sanktionen gegen Russland. Außenminister Maas gab ein klares Votum für die von US-Seite scharf kritisierte Gaspipeline Nord Stream 2 ab.

Besuch in Skolkovo

Im Anschluss besuchten Maas und die Delegation das Innovationszentrum Skolkovo bei Moskau und die dort angesiedelte Universität Skoltech. Die Universität Skoltech unterhält Kooperationen mit den Universitäten in Ulm und München und sucht vor allem die Zusammenarbeit bei der Kommerzialisierung der Forschung („Ideas into Business“). Das Skolkovo Institut für Wissenschaft und Technologie ist enger Partner des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses in Moskau und beteiligt sich außerdem am derzeit laufenden deutsch-russischen Themenjahr der Hochschulkooperation und Wissenschaft 2018-2020. Dort gab es unter anderem ein Gespräch mit dem langjährigen Vize-Premierminister Arkadij Dworkowitsch.

Das Innovationszentrum bietet interessierten deutschen KMU Unterstützung bei der Ansiedlung. Das OAOEV-Mitglied Phoenix Contact ist hier bereits mit einem Forschungs- und Entwicklungszentrum vertreten. Geplant sind gemeinsame Veranstaltungen von Skolkovo und OAOEV in Deutschland.

Christian Himmighoffen
Referent Presse und Kommunikation

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