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Neuer Präsident, neue Impulse

Bis zum Besuch des kasachischen Präsidenten in Deutschland soll an einer Road Map für enge Wirtschaftskooperationen gearbeitet werden. Foto: Nadiia Fedorenko
07.10.2019
Großes Interesse am Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsforum

Das Deutsch-Kasachische Wirtschaftsforum am 7. Oktober 2019 in Berlin diente insbesondere der Vorbereitung des bevorstehenden ersten Besuches des neuen kasachischen Staatspräsidenten Kassym-Zhomart Toqaev in Berlin, der für Anfang Dezember terminiert ist. Die Veranstaltung wurde unter anderem für die Vorbereitung konkreter Unternehmensverträge genutzt, die im Rahmen des Präsidentenbesuches unterzeichnet werden können.

Der seit März 2019 amtierende Toqaev setzt einerseits die stabilitätsorientierte Politik seines Vorgängers Nursultan Nasabajew fort, gleichzeitig sucht die Regierung nach neuen Impulsen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Deutschland gilt dabei als strategischer Partner.

Dies verdeutlichte auch die Zusammensetzung der kasachischen Delegation: Über 50 Regierungs- und Wirtschaftsvertreter unter der Leitung des neuen Vize-Premierminister Roman Sklyar fanden den Weg nach Berlin, um mit rund 200 deutschen Unternehmensvertretern neue Wege in der Wirtschaftskooperation zu diskutieren.

In seiner Begrüßung richtete der Zentralasien-Sprecher des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft Manfred Grundke den Blick auf noch freizusetzende Potenziale der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen. Das Streben der kasachischen Wirtschaft nach Diversifizierung und Modernisierung sowie die Vorhaben der chinesischen Belt & Road Initiative und der EU-Asien Connectivity Strategie böten zahlreiche Ansatzpunkte für deutsch-kasachische Unternehmenskooperationen.

Um die Abhängigkeit der kasachischen Wirtschaft vom Rohstoffexport zu verringern, setzt Kasachstan auf die Modernisierung und Industrialisierung seiner Wirtschaft. Zudem geht auch an dem zentralasiatischen Land die derzeitige Klimadebatte nicht vorbei: Durch den Unterricht in der Schule sensibilisierte Kinder ermahnen die eigenen Eltern, mehr für den Umweltschutz zu tun. „Grundlage der neuen Politik ist der Aufbau einer innovativen und grünen Wirtschaft. In diesem Zusammenhang sollte es das Ziel kasachischer Unternehmer sein, Unternehmen aus Deutschland als Vorreiter bei neuen Technologien und Innovationen für eine Zusammenarbeit zu gewinnen“, betonte der stellvertretende Regierungschef der Republik Kasachstan Sklyar in seiner einführenden Rede.

Wie die Kooperation in den verschiedensten Teilbereichen aussehen könnte, diskutierten die Teilnehmer anschließend im Rahmen von drei Podiumsdiskussionen zur Industrie 4.0 und Innovation, Agrarkooperation sowie Grünen Technologien und Rohstoffnutzung. So habe zwar das Abkommen über die Rohstoffpartnerschaft aus dem Jahr 2012 nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Mittlerweile habe man aber die Hausaufgaben gemacht und etwa das Bergbaugesetz rundum nach internationalen Standards erneuert, so Sanzhar Zharkeshov, Vize-Minister für Ökologie, Geologie und natürliche Ressourcen der Republik Kasachstan.

Erst kürzlich konnte nach jahrzehntelangen Verhandlungen unter Beteiligung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Problem fehlender Hermes-Deckungen für Exportgeschäfte aus dem Weg geräumt und so ein Impuls für den deutsch-kasachischen Handel gesetzt werden. Eckhard Franz, Leiter der Abteilung für Außenwirtschaftspolitik im BMWi sowie Co-Vorsitzender der Deutsch-Kasachischen Regierungsarbeitsgruppe betonte, dass die Bundesregierung Kasachstan als einen wichtigen Partner in der Region sieht. Anlässlich des Besuchs des kasachischen Präsidenten werde an einer Roadmap zur weiteren Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen gearbeitet.

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor für Zentralasien im OAOEV

  • Manfred Grundke, Sprecher des Arbeitskreises Zentralasien im OAOEV, eröffnete die Konferenz. Foto: Nadiia Fedorenko
  • In Paneldiskussionen diskutieren Experten u.a. über das Thema Agrarwirtschaft. Foto: Nadiia Fedorenko
Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu

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