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Osteuropa soll grüner werden

25.08.2020
Konstituierende Sitzung des Arbeitskreises Energie und Nachhaltigkeit/ Schwerpunktthemen definiert

Die EU hat den klimaneutralen Umbau der europäischen Volkswirtschaften zu einem der zentralen Pfeiler für den „Wiederaufbau“ Europas nach der Corona-Krise gemacht. Der Green Deal ist dabei ein wichtiger Impulsgeber. Er wird die mittel- und südosteuropäischen EU-Mitgliedstaaten mit ihren großen Kohleindustrien und dem immensen Nachholbedarf bei Energieeffizienz und Umwelttechnik zu enormen Investitionen bewegen. 

Deutsche Investoren können aber auch in den östlichen EU-Nachbarländern Vorreiter beim klimaneutralen Umbau der Volkswirtschaften sein. Zudem verfügen die großen Flächenländer wie Russland, die Ukraine oder Kasachstan über ein gewaltiges Potenzial für eine wasserstoffbasierte Energiezusammenarbeit.

Neuer Arbeitskreis im Ost-Ausschuss

Um diese Themen aufzugreifen und zu bündeln, hat der Ost-Ausschuss einen neuen Arbeitskreis Energie und Nachhaltigkeit gegründet, der sich am 25. August zu seiner konstituierenden Sitzung traf. Geleitet wurde die Sitzung von Arbeitskreissprecher Christian Bruch, dem Vorstandsvorsitzenden von Siemens Energy. In seinem Eingangsstatement gab Bruch nach einer kurzen Vorstellung seines Unternehmens einen Überblick über aktuelle Marktentwicklungen in Mittel- und Osteuropa. 

Weite Teile der Energieinfrastruktur Osteuropas wie die Kraftwerke seien veraltet und arbeiteten ineffizient. Die östlichen EU-Mitglieder setzten zum Teil noch auf Kohle. Umso mehr biete sich der Green Deal als ein Themenschwerpunkt für den Arbeitskreis an: „Durch das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden, eröffnen sich gerade in den östlichen EU-Ländern enorme Marktchancen“, sagte Bruch. Auf der Stromerzeugungsseite sei eine Verlagerung von Kohle zu Gas sowie ein Ausbau der Erneuerbaren Energien zu erwarten.

„Strahlkraft der EU-Klimapolitik“

In der Zusammenarbeit mit den Staaten der Östlichen Partnerschaft lege die EU ebenfalls einen Schwerpunkt auf Umwelt, Klimaschutz und nachhaltige Energie. Ein besonders wichtiges Thema sei hier das im Rahmen des Green Deal vorgeschlagene CO2-Grenzausgleichssystem, dass CO2-intensive Importe in die EU besteuern soll. Man werde eng beobachten, ob die Grenzausgleichssteuer den Aufbau moderner, klimaschonender Industrieinfrastruktur in den EU-Nachbarschaftsstaaten beschleunige, kündigte Bruch an. Die Ukraine habe bereits angekündigt, Teile des europäischen Green Deal im eigenen Land umzusetzen. „Dies zeigt die Strahlkraft der EU-Klimapolitik“, sagte Bruch.

Russland bleibe der wichtigste Energielieferant der EU. Deshalb sei eine enge Kooperation im Bereich der erneuerbaren Energien, bei der Verringerung von Methanemissionen, der Steigerung der Energieeffizienz und beim Wasserstoff nötig. Die Zusammenarbeit mit Russland und anderen osteuropäischen Staaten im Bereich Wasserstoff war im Vorfeld der Sitzung von vielen Teilnehmern als eines der Schwerpunktthemen für den Arbeitskreis identifiziert worden.

Von Bio-Kraftstoffen zu Sustainable Finance

Anschließend diskutierten die rund 45 Teilnehmer über weitere mögliche Schwerpunkte des Arbeitskreises, etwa die Dekarbonisierung des Verkehrs, die Rolle der Digitalisierung beim Klimaschutz oder das Thema Sustainable Finance.

Das Gremium soll künftig eine branchenübergreifende Plattform zum Austausch der Ost-Ausschuss-Mitgliedsunternehmen untereinander sowie für den Dialog mit Experten und Stakeholdern aus Deutschland sowie den Partnerländern schaffen. Der Arbeitskreis wird dazu die Zusammenarbeit mit bestehenden Initiativen und Formaten suchen und seine Themen dort aktiv einbringen. Dabei solle der Arbeitskreis Marktchancen aufzeigen, Brücken der Zusammenarbeit mit Osteuropa und Russland schlagen sowie Unternehmen, Politik und Gesellschaft zusammenbringen, fasste AK-Sprecher Bruch die Ziele des Arbeitskreises zusammen.

Christian Himmighoffen
Leiter AK Energie und Nachhaltigkeit

 

Ansprechpartner

Christian Himmighoffen
Leiter AK Energie und Nachhaltigkeit
Tel.: 030 206167-122
C.Himmighoffen@bdi.eu

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