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Slowenien

Stand: Juli 2018

Slowenien entwickelt sich weiter positiv. Konsum und steigender Außenhandel lassen die Wirtschaft wachsen. Die Geschäfte mit Deutschland bleiben eine wichtige Säule der exportorientierten Ökonomie.

Wirtschaftsentwicklung

Slowenien hat bereits 2007 den Euro eingeführt und gilt grundsätzlich als politisch und wirtschaftlich stabiles Land. Schon zu kommunistischen Zeiten, als es noch zum damaligen Jugoslawien gehörte, war Slowenien relativ wohlhabend. Die slowenische Wirtschaft hat endgültig zu einer stetigen Wachstumsentwicklung zurückgefunden, nachdem sie 2013 für ein Jahr im negativen Bereich gelegen hatte. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. Ein wichtiger Wachstumsfaktor war der Binnenkonsum, der sich im Vergleich zu 2016 um vier Prozent erhöht hat. Darüber hinaus entwickelte sich der Arbeitsmarkt positiv. So ist die Zahl der Beschäftigten um 2,8 Prozent auf insgesamt 986.000 gewachsen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Regierung im vergangenen Jahr einen geringen Haushaltsüberschuss von 13 Millionen Euro oder 0,03 Prozent des BIP erwirtschaftet hat. Wie Eurostat berichtet, betrug die Verschuldung der öffentlichen Haushalte Ende 2017 mehr als 31,8 Milliarden Euro oder 73,6 Prozent am BIP. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt etwa bei 80 Prozent.

Positiv hat sich auch der Außenhandel entwickelt, der für die Wirtschaft von großer Bedeutung ist. Denn Slowenien verfügt über eine Exportquote von etwa 58 Prozent. Die Ausfuhren kletterten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 13,1 Prozent auf 28,2 Milliarden Euro. Die Einfuhren stiegen hingegen um 14,2 Prozent auf  27,5 Milliarden Euro. Die Verbindung mit Deutschland ist grundsätzlich sehr eng. Die Exporte und Importe nach und aus Deutschland machen pro Jahr in der Regel jeweils ein Fünftel an den Aus- und Einfuhren aus. Danach folgen Italien, Kroatien und Österreich.

Die bisherige Wachstumsentwicklung dürfte wohl fortgesetzt werden. Die EU-Kommission geht für das laufende Jahr von einem BIP-Wachstum um 4,7 Prozent aus. 2019 soll die Wirtschaft um 3,6 Prozent wachsen, glaubt Brüssel. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) rechnet mit einem Wachstum von 4,0 Prozent für 2018 und 3,3 Prozent für 2019.

Die Haushaltslage wird sich der slowenischen Regierung zufolge auf einem ähnlichen Niveau wie bisher entwickeln. So rechnet das Finanzministerium damit, dass sich der Haushaltüberschuss 2018 auf 163 Millionen Euro oder 0,4 Prozent vergrößert. Bei den Parlamentswahlen im Juni hat die Partei des Populisten Janez Janša gewonnen. Der Politiker wurde dabei massiv vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban unterstützt. Die slowenische Presse mutmaßt, dass Janša eine migrationsfeindliche Politik machen könnte. Trotzdem gibt es zu Orban massive Unterschiede. Wichtig ist, dass sich Janša klar zu EU bekennt. Deswegen sind Konflikte mit Brüssel eigentlich nicht zu erwarten. Trotzdem kündigte der slowenische Politiker eine engere Zusammenarbeit mit den Visegradstaaten als bisher an.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland ist für Slowenien der größte Außenhandelspartner. Der östliche EU-Mitgliedsstaat gehört zu den Ländern, mit denen die deutschen Firmen ein Außenhandelsdefizit ausweisen. Die deutschen Exporte sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 5,3 Milliarden Euro gestiegen, die Importe um 9,5 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Bei den Ausfuhren nach Slowenien stehen Kfz und Kfz-Teile im Mittelpunkt. Die deutschen Einfuhren bestehen überwiegend aus Kraftfahrzeugen und Kfz-Teilen, Maschinen und Elektrotechnik.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV setzt sich für eine stärkere Wahrnehmung von Slowenien in der Öffentlichkeit durch die Politik in Deutschland ein.

Quellen: EBRD, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Präsident: Borut Pahor
Ministerpräsident: Miro Cerar
Hauptstadt: Ljubljana
Bevölkerung: 2,0 Mio.

Nominales BIP: 42,1 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 20.749 Euro
BIP-Wachstum: 5%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 4%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus SI: 6,1 Mrd. Euro
Exporte nach SI: 5,3 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, gtai
 

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu
 

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