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Ungarn

UngarnStand: Oktober 2018

Eine günstige geographische Lage, qualifizierte Fachkräfte, eine gute Infrastruktur und die internationale Verflechtung der Wirtschaft machen Ungarn zu einem der attraktivsten Standorte in der Region. Mit Hilfe von EU-Fördermitteln sowie ausländischer Investitionen erfolgt zudem eine umfassende Modernisierung der ungarischen Volkswirtschaft.

Wirtschaftsentwicklung

Ungarns Wirtschaft hat wieder auf die Erfolgsspur zurückgefunden und soll 2018 der EU-Kommission zu Folge um vier Prozent und 2019 um 3,2 Prozent wachsen. Der private Konsum ist einer der wichtigsten Wachstumstreiber. In Folge von Steuererleichterungen, der geringen Arbeitslosigkeit und steigenden Löhnen legte die private Nachfrage 2017 um 3,8 Prozent zu und soll 2018 um 4,7 Prozent und 2019 um 4,9 Prozent stark steigen. Die steigenden Exporte tragen ebenso zum konjunkturellen Aufschwung bei. Wachstumstreiber dürften auf der Angebotsseite dürften erneut die Bauwirtschaft und die Automobil- und Zulieferindustrie sein. Allein letztere hat einen Anteil von 30 Prozent an der industriellen Wertschöpfung.

Insbesondere die EU-Fördermittel für Ungarn, die sich im Finanzrahmen 2014 bis 2020 auf über 25,7 Milliarden Euro belaufen, und die daraus erfolgten Investitionen in der Bauwirtschaft und im Infrastrukturbereich kurbeln die ungarische Wirtschaft an. Gemessen am BIP machten die EU-Fördermittel 2,9 Prozent der Wirtschaftskraft aus. Da das derzeitige solide Wirtschaftswachstum maßgeblich von den EU-Geldern getragen wird, könnte eine Kürzung der Mittel im EU-Finanzrahmen für 2021 bis 2027 zu einer Abkühlung der Konjunktur führen. Mit Blick auf die EU-Fördermittel ist von entscheidender Bedeutung, wie die Gelder nach dem Austritt Großbritanniens verteilt werden und ob es künftig eine Verknüpfung mit Kriterien der Rechtsstaatlichkeit geben wird.

Im Mittelpunkt der ungarischen Wirtschaftspolitik steht die Förderung Ungarns als internationalem und zukunftsorientiertem Industriestandort, auch das Thema Industrie 4.0 spielt eine zentrale Rolle. Unter der aktuellen Regierung werden der Re-Industrialisierung und der Digitalisierung der Volkswirtschaft höchste politische Priorität beigemessen. Das produzierende Gewerbe und dessen Wettbewerbsfähigkeit sollen gestärkt werden. Ziel der Regierung ist es, Ungarn als für Investoren attraktives Land nachhaltig zu etablieren. Dazu gehört die Senkung der Körperschaftssteuer sowie der Sozialbeiträge der Arbeitgeber. Der Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik im Hinblick auf die Akquise von Investoren verschiebt sich zunehmend von „Made in Hungary“ zu „Invented in Hungary“. Technologisch anspruchsvolle Investitionen und solche mit einer größeren Wertschöpfung werden immer wichtiger.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

2017 war Ungarn nach Polen, Tschechien und Russland der viertwichtigste Handelspartner Deutschlands unter den 29 Ländern Osteuropas und Zentralasiens. Der deutsch-ungarische Handel belief sich auf 51 Milliarden Euro, wovon 25 Milliarden Euro auf die deutschen Exporte und 26 Milliarden Euro auf die Importe entfiel. Damit gehört Ungarn zu den wenigen Ländern, die eine positive Handelsbilanz mit der Bundesrepublik vorweisen können. Ungarn liegt unter Deutschlands wichtigsten Außenhandelspartnern auf Platz 14. Im bilateralen Handel beider Länder dominieren Maschinen, Kfz und Kfz-Teilen sowie elektronische und optische Erzeugnissen. Der Bundesbank zufolge beliefen sich die unmittelbaren und mittelbaren deutschen Direktinvestitionen in Ungarn im Jahr 2016 saldiert auf 18 Milliarden Euro und waren damit um zwei Milliarden Euro höher als im Jahr davor.

Aktivitäten des OAOEV

Im September 2018 fand eine Reise der OAOEV-Geschäftsführung nach Ungarn statt, um Möglichkeiten zur Vertiefung der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit ungarischen Partnern insbesondere in den Bereichen Innovation und Digitalisierung zu erörtern. Im Rahmen der Branchenarbeitskreise befassen sich Experten unter anderem mit Ungarn.

Quellen: EU, IWF, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Staatspräsident: János Áder
Ministerpräsident: Viktor Orbán
Hauptstadt: Budapest
Bevölkerung: 9,8 Mio.

Nominales BIP: 133,6 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 13.623 Euro
BIP-Wachstum: 4,0%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,8%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus BY: 26,3 Mio. Euro
Exporte nach BY: 24,9 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadnicki@bdi.eu

Links

Ungarische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Ungarische AHK

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