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Ungarn

Stand: Juli 2018

Die ständigen Auseinandersetzungen der ungarischen Regierung mit der EU haben sich bisher nicht auf die ökonomische Entwicklung ausgewirkt. Verstärkte Investitionen haben die Wirtschaft vorangebracht. Ungarn bleibt ein wichtiger Außenhandels- partner Deutschlands.

Wirtschaftsentwicklung

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán befindet sich mit der Europäischen Union im Dauerstreit. Denn aus der Sicht von Brüssel verletzt das östliche EU-Land ständig demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze. Ein Streitpunkt ist die Weigerung Budapests, Flüchtlinge aufzunehmen. In dieser Hinsicht gibt es große Parallelen zu Polen, das aus ähnlichen Gründen von der Gemeinschaft hart kritisiert wird.

Allerdings hat sich dieser Konflikt bisher kaum auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgewirkt. Das Bruttoinlandsprodukt ist in den vergangenen Jahren stetig  gewachsen. 2017 hat sich die Gesamtwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent vergrößert. Ein wichtiger Faktor war die Industrie, die um fünf Prozent stieg und spürbare Wachstumsraten erreichte. Darüber hinaus sorgten die verstärkten Investitionen, die gegenüber dem Vorjahr um eine zweistellige Prozentzahl zulegten, für weitere Wachstumsimpulse. Viele Projekte wurden mit Hilfe von EU-Förder- geldern finanziert.

Die Arbeitslosenquote lag 2017 offiziellen ungarischen Statistiken zufolge bei 4,2 Prozent. Ökonomen nehmen aber an, dass die faktischen Zahlen höher gewesen sind. Denn rund 200.000 Ungarn haben an einem staatlichen Beschäftigungsprogramm teilgenommen, womit sie nicht mehr in den Statistiken als arbeitslos geführt worden sind. Sie haben etwa vier Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ausgemacht. Nichtsdestotrotz ist diese relativ niedrige Arbeitslosenquote für die Unternehmen ein Problem, weil sie verhältnismäßig schwer Personal finden. Darin ähnelt Ungarn den anderen Standorten in der Region.

Die Wirtschaft hat im ersten Quartal einen ähnlichen Wachstumskurs wie in den Vorjahren eingeschlagen. Das BIP kletterte nach den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent. Ähnlich optimistisch zeigten sich auch internationale Organisationen wie der IWF. Das Finanzinstitut erhöhte im April seine Wachstumsprognosen für das BIP für 2018 im Vergleich zum November 2017 um 0,9 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Langfristig könnte es allerdings Probleme geben. Denn die EU hat in ihrem neuen Haushalt für 2021 bis 2028 die Mittel für den Kohäsionsfonds gekürzt, von dem Ungarn in der Vergangenheit sehr profitiert hat. Außerdem könnte sich der Dauerstreit mit Brüssel durchaus auf die weitere Mittelvergabe auswirken. EU-Kommissar Günther Oettinger will künftig die Verteilung der Gelder daran knüpfen, ob das Mitgliedsland auch die Grundsätze der EU einhält.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Ungarn bleibt ein wichtiger Standort für deutsche Firmen. Viele deutsche Autohersteller unterhalten hier bedeutsame Werke, die einen wichtigen Teil für die bilateralen Beziehungen zwischen den Ländern leisten. Die politischen Verstimmungen zwischen Brüssel und Budapest haben sich gar nicht auf die Aktivitäten der Unternehmen ausgewirkt. Daran hat auch der Streit von Budapest mit der EU grundsätzlich nichts geändert. Ungarn liegt unter Deutschlands wichtigsten Außenhandels- partnern auf Platz 14. Die bilaterale Handelsstruktur beider Länder setzt sich aus Maschinen, Kfz und Kfz-Teilen sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen zusammen.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV setzt sich für eine stärkere Wahrnehmung Ungarns in der Öffentlichkeit durch die deutsche Politik ein.

Quellen: EU, IWF, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Staatspräsident: János Áder
Ministerpräsident: Viktor Orbán
Hauptstadt: Budapest
Bevölkerung: 9,8 Mio.

Nominales BIP: 133,6 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 13.623 Euro
BIP-Wachstum: 4,0%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,8%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus BY: 26,3 Mio. Euro
Exporte nach BY: 24,9 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadnicki@bdi.eu

Links

Ungarische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Ungarische AHK

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