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Stand: Juli 2018

Starke Zuwächse bei Dienstleistungen, Konsum und Investitionen haben das georgische Wirtschaftswachstum 2017 auf 5,0 Prozent gebracht. In Verbindung mit höheren Verbrauchssteuern und Importpreisen verdreifachte sich die Inflation auf 6,0 Prozent. Ein wachsender Export half, das Leistungsbilanzdefizit zu verringern. 2018 soll die Wirtschaft mit 4,5 Prozent langsamer wachsen. 2019 sollen es dank starker Investitionen und Exporte 4,7 Prozent werden. Eine stärkere Diversifizierung der Dienstleistungsexporte würde das Wachstum unterstützen.

Wirtschaftsentwicklung

Die georgische Wirtschaft gewann 2017 kräftig an Fahrt. Das reale BIP-Wachstum stieg laut der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) von 2,8 Prozent im Jahr 2016 auf 5,0 Prozent. Das günstige regionale Wirtschaftsumfeld half, die Exporte von Waren und Dienstleistungen anzukurbeln, die 2017 in US-Dollar um 22,1 Prozent anzogen. Die anhaltend starke Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen und des Gastgewerbes sowie des Bausektors stimulierte das Wirtschaftswachstum ebenfalls. Die ausländischen Direktinvestitionen stiegen von 11,1 Prozent des BIP im Jahr 2016 auf 12,3 Prozent des BIP im Jahr 2017. Der Zustrom internationaler Touristen nach Georgien stieg 2017 im Jahresvergleich um 27,9 Prozent. Das Leistungsbilanzdefizit ging 2017 von 12,9 Prozent des BIP im Jahr 2016 auf immer noch hohe 8,6 Prozent zurück, was auf höhere Exporteinnahmen und Rücküberweisungen zurückzuführen ist. Die Inflation stieg laut Internationalem Währungsfonds (IWF) von 2,1 Prozent im Jahr 2016 auf 6,0 Prozent im Jahr 2017. Das Haushaltsdefizit dürfte 2017 bei rund 4,1 Prozent des BIP liegen.

Eine Erholung des Konsums, Investitionen in die Infrastruktur und eine starke Leistung des Gastgewerbes sollten im laufenden Jahr zu weiterem Wachstum beitragen. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) und die EBRD prognostizieren für 2018 ein Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent. Eine unerwartete Abschwächung der wirtschaftlichen Erholung in der Region und geopolitische Spannungen könnten das Wachstum jedoch beeinträchtigen. Laut ADB wird die Industrie 2018 voraussichtlich um 5,4 Prozent expandieren, mit starkem Wachstum im Baugewerbe und einer Erholung der Versorgungsunternehmen. Die Dienstleistungen dürften dank des zunehmenden Tourismus 2018 um 4,5 Prozent zulegen. Mithilfe staatlicher Programme dürfte die Landwirtschaft laut ADB 2018 um 2,1 Prozent und 2019 um 3,7 Prozent wachsen. Zudem sind Renten- und Kapitalmarktreformen für das zweite Halbjahr 2018 geplant, die das Wachstum unterstützen sollen.

Weitere positive Wachstumsaussichten versprechen Reformen zur Verbesserung der Infrastruktur, die Verbesserung der Regelungen für Öffentlich-Private Partnerschaften, die Förderung der Handelsintegration und die Stärkung des öffentlichen Auftragswesens. Die Inflation wird sich 2018 voraussichtlich auf 3,5 Prozent abschwächen. Eine weitere Reduktion auf 3,0 Prozent ist laut ADB für 2019 zu erwarten, da diese Marke im Rahmen einer Vereinbarung Georgiens mit dem Internationalen Währungsfonds vorgeschrieben ist.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Georgien ging 2017 aufgrund geringerer deutscher Einfuhren zurück und betrug 423,9 Millionen Euro. Die Importe hatten 2016 bei 73,2 Millionen Euro gelegen, rund 20 Prozent mehr als 2017. Die deutschen Ausfuhren legten hingegen zu und beliefen sich 2017 auf 350,7 Millionen Euro. Das sind rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Hauptliefergüter aus Deutschland waren Kfz-Teile, Maschinen, Arzneimittel sowie Nahrungsmittel. Aus Georgien kamen hauptsächlich Kupfererze und -konzentrate, Ferrolegierungen, Kfz und -teile sowie Wein und Weintrauben nach Deutschland.

Aktivitäten des OAOEV

Am 7. Juni 2018 fand in Zusammenarbeit mit der Business Association of Georgia ein Wirtschaftsforum des OAOEV in Tiflis statt, zu dem Unternehmensvertreter aus Deutschland anreisten, um die Kontakte mit georgischen Unternehmen zu festigen. Die Kooperation des OAOEV mit der Business Association of Georgia setzt sich fort.

Quellen: ADB, EBRD,  EU, gtai, IWF, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt, Weltbank

 

Statistik 2017

Präsident: Giorgi Margwelaschwili
Ministerpräsident: Mamuka Bakhtadze
Hauptstadt: Tiflis
Bevölkerung: 3,7 Mio.

Nominales BIP: 13,3 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 3.577 Euro
BIP-Wachstum: 5,0 %
BIP-Wachstum, 2018 (P): 4,5%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus GE: 72,9 Mio. Euro
Exporte nach GE: 350,9 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Dr. Martin Hoffmann
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-126
M.Hoffmann@bdi.eu

Links

Georgische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsche Wirtschaftsvereinigung Georgien

Investitionsagentur

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