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Albanien

ArmenienStand: Juli 2018

Seit 2014 ist Albanien offiziell Beitrittskandidat der EU. Das Land muss allerdings noch eine umfassende Justizreform durchführen. Die Wirtschaft wächst seit Jahren auf einem moderaten Niveau. Ein Wachstumstreiber sind ausländische Direktinvestitionen in die Infrastruktur und die Energiewirtschaft.

Wirtschaftsentwicklung

Die gute Konjunktur in Albanien hält weiter an. So ist das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent gestiegen und hat damit die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt. Das Land übertraf sogar die Erwartungen internationaler Finanzinstitute. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) war von einem Wachstum von 3,5 Prozent ausgegangen.

Ein wichtiger Wachstumstreiber waren die ausländischen Direktinvestitionen (FDI), die laut Weltbank im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 992 Millionen Euro gestiegen sind. Sie haben damit fast ein Viertel zum BIP beigetragen. Der Konsum hat sich weiter auf einem konstanten Niveau entwickelt und der Gesamtwirtschaft wichtige Impulse gegeben. Die Konsumausgaben belaufen sich seit Jahren auf Werte in Höhe von rund 90 Prozent des BIP und sind deswegen gesamtwirtschaftlich ein wichtiger Faktor.

Darüber hinaus haben Großprojekte in die Energiewirtschaft im vergangenen Jahr einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht. Dazu gehört die Trans-Adria-Pipeline, mit deren Bau man im Jahr 2015 begonnen hat. Sie soll 2020 in Betrieb gehen und durch Griechenland, Albanien und die Adria nach Italien führen. Die Leitung wird den Planungen zufolg fast 900 Kilometer lang sein und Erdgas aus Aserbaidschan nach Westeuropa transportieren. Das Projekt generiert nicht nur einen beträchtlichen Ausrüstungsbedarf. Auch Bauleistungen werden in diesem Zusammenhang deutlich stärker nachgefragt. Zudem ergeben sich durch mehrere Wasserkraftwerke relevante Investitionsprojekte für ausländische Partner.

Zwar stammte der Großteil der Investitionen 2017 aus westlichen Ländern, doch immer mehr chinesische Investoren engagieren sich in dem Balkanstaat. Die Asiaten sind potenzielle Konkurrenten für deutsche Investoren beim Kampf um die Vergabe lukrativer Aufträge. „Die chinesischen Firmen haben verstärkt in das albanische Bankwesen, die Luftfahrtindustrie sowie in den Tourismus investiert“, berichtet die Weltbank.

Die stetige Wachstumsentwicklung der Gesamtwirtschaft dürfte anhalten. Dafür sind allerdings weiterhin die Aktivitäten der internationalen Geldgeber notwendig, die mit ihren finanziellen Mitteln viele wichtige Projekte ermöglichen. Der IWF geht für das laufende Jahr von einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 3,7 Prozent aus. Der Konsum wird laut der Einschätzung der Volkswirte des Finanzinstituts allerdings nur um 2,4 Prozent steigen. Das wäre das geringste Wachstum von allen Ländern auf den Balkan. Ein Problem bleibe, dass die Verschuldung der öffentlichen Haushalte die höchste auf dem gesamten Balkan ist, kritisiert der IWF. Die Volkswirte rechnen damit, dass die Quote 2018 bei 71,3 Prozent am BIP liegt – also auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Die Inflationsrate wird dem IWF zufolge wohl auf 2,5 Prozent steigen, nachdem sie 2017 noch zwei Prozent lag.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Exporte sind im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 270,9 Millionen Euro zurückgegangen. Zu den Waren, die deutsche Unternehmen am meisten nach Albanien verkaufen, gehören Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, Metalle und Maschinen. Die Einfuhren aus Albanien sind hingegen um ein Fünftel auf 99,4 Millionen Euro gestiegen. Die wichtigsten Produkte sind Leder und Lederwaren, Erzeugnisse der Landwirtschaft sowie Metalle.

Aktivitäten des OAOEV

Ende Januar/ Anfang Februar 2018 reiste eine OAOEV-Delegation unter der Leitung des Geschäftsführers Michael Harms zu Gesprächen nach Albanien. Schwerpunkte des Besuchs waren Gespräche mit Premierminister Edi Rama sowie dem Minister für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit und Soziales Arben Ahmetaj und dem Minister für Infrastruktur und Energie Damian Gjiknuri.

Der OAOEV fördert im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan auch Stipendiaten aus Albanien.

Quellen: EBRD, IWF, GTAI, Nationales Statistikamt, Weltbank

Statistik 2017

Staatspräsident: Bujar Nishani
Ministerpräsident: Edi Rama
Hauptstadt: Tirana
Bevölkerung: 3 Mio.

Nominales BIP: 11,4 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 3.980 Euro
BIP-Wachstum: 3,8%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,8%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus AL: 99,4 Mio. Euro
Exporte nach AL: 270,9 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Albanische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsche Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien

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