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Bosnien und Herzegowina

BosnienStand: Juni 2019

Bosnien und Herzegowina hat seit Mitte 2015 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU. Im Februar 2016 hat das südosteuropäische Land den EU-Beitrittsantrag gestellt, der seit September 2016 von der Kommission geprüft wird. Das politische System Bosnien und Herzegowinas ist sehr komplex und basiert auf dem Friedensvertrag von Dayton, welcher 1995 die Kriege im Land beendete.

Wirtschaftsentwicklung

Die Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren solide entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2018 nach Angaben der EBRD um 3,1 Prozent gestiegen. Dabei waren vor allem der Dienstleistungssektor und der Handel, die vom privaten Konsum profitieren, zentrale Wachstumstreiber. Auch die Industrie, die rund ein Fünftel zum BIP beiträgt, ist ein wichtiger Wachstumsfaktor. Die Investitionstätigkeit, insbesondere in die Infrastruktur, hat wieder an Fahrt aufgenommen. Das südosteuropäische Land plant zudem den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Zu den Stärken Bosnien und Herzegowinas gehören vor allem die Automobilzulieferer- und Bauindustrie, die Rohstoffverarbeitung, die Forst- und Holz- sowie die Milchwirtschaft. Aufgrund des durch steigende Löhne gestärkten privaten Konsums sowie des erwarteten Anstiegs bei Exporten und Investitionen geht die EBRD für 2019 von einem Wachstum von drei Prozent aus. Ein grundsätzliches Problem bleibt weiterhin, dass sich das wirtschaftliche Potenzial des Landes aufgrund der komplizierten politischen Struktur und der übermäßigen Bürokratie nur bedingt entfalten kann. Die Abwanderung von Fachkräften bleibt eine Herausforderung, auch wenn die Arbeitslosenquote 2018 immer noch bei über 18 Prozent lag.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Deutschland gehört neben Italien und Serbien zu den wichtigsten Außenhandelspartnern des Balkanstaates. Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Bosnien und Herzegowina entwickeln sich positiv. Der Außenhandelsumsatz zwischen den beiden Ländern ist 2018 gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen. Bei den deutschen Einfuhren dominieren Bekleidung, Möbel, Maschinen und Metalle. Die deutschen Unternehmen liefern vor allem Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, Textilien und Maschinen.

Aktivitäten des OAOEV

Zum zweiten Mal tagte im Oktober 2018 die von der Bundesregierung und der bosnischen Regierung vereinbarte Standing Working Group, die die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen verbessern soll. Der OAOEV beteiligte sich aktiv an der Durchführung der Sitzung.

Seit 2007 unterstützt der OAOEV im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan junge Graduierte aus Bosnien und Herzegowina.

Quellen: EBRD, Raiffeisen Research, Stat. Bundesamt

Statistik 2018

Hauptstadt: Sarajevo
Bevölkerung: 3,5 Mio.
Fläche: 51.197
Vorsitzende des Staatspräsidiums: Dragan Čović, Bakir Izetbegović, Milorad Dodik (rotiert alle acht Monate)
Vorsitzender des Ministerrats: Denis Zvizdic

Nominales BIP: 16,9 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 4.833 Euro
BIP-Wachstum: 3,1%
BIP-Wachstum, 2019 (P): 3,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 799,5 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 903,2 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2018:
Deutsche Ausfuhr: Platz 68
Deutsche Einfuhr: Platz 71

Quellen: EBRD, GTAI

 

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Botschaft Bosnien und Herzegowinas

Deutsche Botschaft

 
 

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