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Das Tor zur Eurasischen Wirtschaftsunion

1. Belarustage in NRW/ Zweitägiges Treffen in Lünen

Am 1. Oktober wurden in der Hauptverwaltung der Firma Remondis in Lünen nordöstlich von Dortmund die 1. Belarustage von Nordrhein-Westfalen eröffnet. Zwei Tage lang treffen sich 60 Wirtschaftsvertreter, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern auszubauen. Die Belarustage werden vom Ostausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft, dem Deutsch-Belarussischen Unternehmerrat, der Botschaft Belarus in Deutschland, der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund sowie dem Unternehmen REMONDIS veranstaltet. Zu den Referenten des zweitägigen Treffens gehören der stellvertretende Wirtschaftsminister von Belarus Dmitry Matusevich, der Belarus-Direktor der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung Dr. Alexander Pivovarsky, Vertreter des Wirtschaftsministeriums von NRW sowie der Vorsitzende der Geschäftsführung des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) Michael Harms.

Neue Dynamik in den bilateralen Beziehungen

Harms begrüßt die neue Dynamik in den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder: „Die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen vor drei Jahren war der Startschuss: Seitdem erlebt Belarus als Wirtschaftsstandort ein Comeback. Immer mehr deutsche Unternehmen erkennen das Potenzial und investieren.“ In den ersten sechs Monaten 2018 war der bilaterale Handel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 13 Prozent gewachsen. Die deutschen Exporte kletterten auf 735 Millionen Euro (+12 Prozent), während die Einfuhren aus Belarus um 15 Prozent auf 290 Millionen Euro zulegen konnten. „Durch seine Transitlage zwischen der EU und Russland empfiehlt sich Belarus als Eingangstor für Unternehmen in die Eurasische Wirtschaftsunion“, so Harms. „Die Belarustage können über Weichenstellungen und künftige Kooperationschancen informieren und Partner ins Gespräch bringen.“

Egbert Tölle, Board Member REMONDIS SE & Co. KG, begrüßte die Teilnehmer an Europas größtem Standort für industrielles Recycling, dem Lippewerk in Lünen. Tölle hob dabei die erfolgreiche Umsetzung des im Jahr 2010 gegründeten Joint Ventures zwischen der Hauptstadt Minsk (ca. zwei Millionen Einwohner) und REMONDIS hervor: „Wir dürfen für rund eine Million Einwohner der Hauptstadt den umfassenden Service im Bereich der Wertstoffrückgewinnung durchführen. Neben der Logistik und Behandlung der Stoffströme wollen wir einen Beitrag für die Einwohner unter dem Gesichtspunkt des Klima- und Ressourcenschutzes leisten“.

Die Investitionen deutscher Unternehmen in Belarus lobte der belarussische Botschafter Denis Sidorenko: „Die Belarustage in NRW sind ein wichtiger Meilenstein für die Intensivierung der bilateralen deutsch-belarussischen Wirtschaftsbeziehungen, die Auslotung neuer Kooperationsmöglichkeiten und den Ausbau der Zusammenarbeit mit deutschen Bundesländern.“

Nach der Eröffnung in Lünen werden die Teilnehmer am zweiten Konferenztag Wirtschaftsbetriebe in Oberhausen besichtigen und anschließend an einer Gesprächsrunde in der IHK zu Dortmund teilnehmen. Heinz-Herbert Dustmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, spricht mit Blick auf Belarus von „einem Partner für die Zukunft“ und verweist auf das starke Exportplus der NRW-Wirtschaft in den gegenseitigen Handelsbeziehungen von fast 50 Prozent (2017: Exporte von insgesamt 269 Millionen Euro). Dustmann lobt die Kreativität und Innovationskraft der Wirtschaft in Belarus. „Im vergangenen Jahr waren 40 Startups aus 14 Ländern zu Gast in Dortmund. Allein fünf Startups kamen aus Belarus und präsentierten ihre Ideen zur Blockchain-Technologie und 3D-Kartographie. Ich habe also persönlich erlebt, was für tolle Unternehmen das Land hervorbringt.“

Deutsch-Belarussischer Unternehmerrat

Im März 2017 wurde der Deutsch-Belarussische Unternehmerrat neu gegründet. Ziele des Unternehmerrats sind die Förderung und Ausweitung der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft und Investitionen zwischen der Republik Belarus und der Bundesrepublik Deutschland. Vorsitzende des Unternehmerrates sind Felix Zimmermann, Director Public Affairs Eastern Europe, REMONDIS SE & Co. KG, und Sergey Novitskiy, Country Manager, Henkel Bautechnik. „Wir helfen bei allen Fragen und Unsicherheiten, die Unternehmer auf beiden Seiten haben. Und bieten unsere Hilfe an. Dazu stehen wir in engem Dialog mit den entsprechenden Institutionen in Belarus und Deutschland“, so Zimmermann. Sergey Novitsky, Generaldirektor Henkel Bautechnik Belarus, Co-Vorsitzender des Deutsch-Belarussischen Unternehmerrats: „Der Rat als Nichtregierungsorgan ist eine logische Ergänzung und ein Element der Interaktion zwischen kommerziellen Organisationen von Belarus und Deutschland. Mein Hauptziel ist es, möglichst viele belarussische Unternehmen in die bilaterale Zusammenarbeit auf Mikro- und Makroebene einzubeziehen."

  • Egbert Tölle, Vorstandsmitglied von Remondis, begrüßte die Teilnehmer der Belarus-Tage in der Hauptverwaltung seines Unternehmens in Lünen. Foto: M. Hoffmann
Ansprechpartner

Dr. Martin Hoffmann
Regionaldirektor Osteuropa
Tel. +49 (0)30 206167 126
M. Hoffmann@bdi.eu

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