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Ein „Meilenstein“ zur Wiederbelebung der Wirtschaftskontakte

Die ersten Belarustage NRW fanden in Lünen statt. Foto: Remondis
1. Belarustage in NRW/ Wirtschaftsstandort erlebt ein Comeback

Nordrhein-Westfalen empfiehlt sich als Türöffner für die deutsch-belarussischen Wirtschaftskontakte. Mehr als 60 Vertreter aus Wirtschaft und Politik folgten der Einladung zu den „1. Belarustagen Nordrhein-Westfalen“, die Anfang Oktober in Dortmund und Lünen stattfanden. Neben Umweltthemen standen dabei vor allem Fragen der Rechtssicherheit von Investitionen und der Finanzierung im Mittelpunkt.

„Seit der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen vor drei Jahren erlebt Belarus als Wirtschaftsstandort ein Comeback. Immer mehr deutsche Unternehmen erkennen das Potenzial und investieren“, sagte Michael Harms, Vorsitzender der Geschäftsführung des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft. Der Ost-Ausschuss - Osteuropaverein hatte die „Belarustage“ zusammen mit dem Deutsch-Belarussischen Unternehmerrat, der Botschaft Belarus in Deutschland, der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund sowie dem Unternehmen REMONDIS organisiert.

Teil der neuen Seidenstraße

Auf großes Interesse stieß die Rolle der Republik Belarus bei der Entwicklung der „Neuen Seidenstraße“, die stärker die Wachstumsmärkte in Asien mit Europa verbinden soll. Die Teilnehmer forderten hier von der Politik insbesondere eine schnellere Grenzabfertigung in Polen für Eisenbahnzüge. Zudem präsentierte sich die Freie Wirtschaftszone Brest als idealer Transitstandort mit angeschlossener Produktionszone, da sie über sowohl über europäisches Normalgleis als auch über russisches Breitspurgleis verfügt. Zu diesem Thema wird auch eine Veranstaltung in Deutschland im Juni 2019 am Rande der Messe transport logistic in München vorbereitet.

Weitere Höhepunkte der zweitägigen Veranstaltung (1./2. Oktober) waren neben hochkarätigen Experten-Runden und direkten Wirtschaftsgesprächen in der IHK Dortmund ein Besuch des Lippewerks, Europas größtes Zentrum für industrielles Recycling, sowie die Besichtigung der REMONDIS-Sortieranlage für Leichtverpackungen in Bochum und der REMONDIS-Anlage für Glasrecycling in Essen. Dadurch wurde das große Interesse der belarussischen Seite an dem Know-how von REMONDIS im Umweltschutz deutlich.

Egbert Tölle, Board Member REMONDIS SE & Co. KG, eröffnete die Veranstaltung und hob dabei die essentiellen Pfeiler der Unternehmensphilosophie von REMONDIS hervor: Natürliche Ressourcen schonen, sekundäre Rohstoffquellen optimal nutzen, Wertstoffkreisläufe schließen. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit anderen Partnern und Ländern für die gesamte RETHMANN-Gruppe und verwies dabei auf die erfolgreichen Aktivitäten von REMONDIS für den Klima- und Umweltschutz in Belarus.  

Der belarussische Botschafter Denis Sidorenko lobte die Bedeutung dieser Veranstaltung für Investitionen deutscher Unternehmen in seinem Heimatland. „Die Belarustage in NRW sind ein wichtiger Meilenstein für die Intensivierung der bilateralen deutsch-belarussischen Wirtschaftsbeziehungen, die Auslotung neuer Kooperationsmöglichkeiten und den Ausbau der Zusammenarbeit mit deutschen Bundesländern“, sagte er. Heinz-Herbert Dustmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, bezeichnete Belarus als einen „Partner für die Zukunft“.

Bilateraler Handel im Aufwind

In den ersten sechs Monaten 2018 war der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Belarus gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 13 Prozent angewachsen. Die deutschen Exporte kletterten auf 735 Millionen Euro (+12 Prozent), während die Einfuhren aus Belarus auf 290 Millionen Euro (+15 Prozent) zulegen konnten. Besonders die Wirtschaft Nordrhein-Westfalen verzeichnete ein starkes Exportplus von fast 50 Prozent in den gegenseitigen Handelsbeziehungen. 2017 lagen die Ausfuhren des Bundeslandes bei insgesamt 269 Millionen Euro.

Diese positive Entwicklung kann nach Einschätzung der Teilnehmer der „Ersten Belarustage  Nordrhein-Westfalen“ noch deutlich zulegen. Auf belarussischer Seite nahmen unter anderem teil: Dmitrj Matusewitsch, Stellvertretender Wirtschaftsminister der Republik Belarus, Witaliy Smirnov, Stellvertretender Minister für Bau- und Kommunalwirtschaft der Republik Belarus, Dr. Alexander Piwowarskj, Belarus-Direktor der EBRD, Michail Daschuk, Stellvertretender Direktor Nationale Agentur für Investitionen und Privatisierung der Republik Belarus und Denis Sidorenko, Botschafter der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland.

Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Industrie

Auf deutscher Seite war das Land Nordrhein-Westfalen mit Karl-Alois Bläser, Referatsleiter der Abteilung Außenwirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, vertreten. Ferner nahmen für die Wirtschaft Michael Harms, Vorsitzender der Geschäftsführung des Ost-Ausschuss - Osteuropavereins, Egbert Tölle, Board Member REMONDIS SE & Co. KG , Hendrik Vonnegut, Geschäftsführer REMONDIS International, Dr. Ervin Kurtbedinov, Generaldirektor REMONDIS Belarus, Sergey Novitsky, Generaldirektor Henkel Bautechnik Belarus, sowie Heinz-Herbert Dustmann, Präsident der IHK zu Dortmund, teil. Daneben waren zahlreiche weitere Vertreter aus Industrie und Wirtschaft vor Ort.
 
Der Deutsch-Belarussische Unternehmerrat, einer der Mitorganisatoren des Treffens, wird das nächste Mal Ende November 2018 in Minsk tagen. Der Rat war im März 2017 mit dem Ziel der Förderung der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft und Investitionen zwischen der Republik Belarus und der Bundesrepublik Deutschland neu gegründet worden.

 

 

  • OAOEV-Geschäftsführer Harms bei den ersten Belarustagen. Foto: Remondis
  • Martin Hoffmann, Regionaldirektor Osteuropa im OAOEV, moderierte die Runde "Erfolgreiche Investitionen in Belarus". Foto. Remondis
Ansprechpartner

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Andreas Metz
Tel. 030/206167-120
Fax: 030/2028-2441
A.Metz@bdi.eu

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