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Montenegro strebt in die EU

Premierminister Markovic empfing die OAOEV-Delegation zum Meinungsaustausch. Foto: Regierung Montenegro
29.03.2019
OAOEV-Unternehmensdelegation in Montenegro/ Besuche bei deutschen Investoren

Ende März 2019 besuchte eine OAOEV-Unternehmensdelegation die kleine Balkanrepublik Montenegro. In Gesprächen mit Premierminister Dusko Markovic und weiteren Ministern informierte sich die Delegation - unter Leitung des Vorsitzenden der Geschäftsführung des OAOEV Michael Harms - über die aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen des Landes und Möglichkeiten für die Intensivierung der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Balkan-Land.

Beitrittsverhandlungen laufen auf Hochtouren

Die Zeichen dafür stehen gut: Die Beitrittsverhandlungen Montenegros zur EU laufen auf Hochtouren. Inzwischen sind seit dem Verhandlungsbeginn im Jahr 2012 von den insgesamt 33 zu verhandelnden Kapiteln 32 eröffnet und drei Kapitel bereits abgeschlossen. Das Bruttoinlandsprodukt einer der kleinsten Volkswirtschaften Europas stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent. Dazu trugen der private Konsum ebenso bei wie die Investitionen insbesondere im Straßenbau sowie im Energiesektor und der Tourismuswirtschaft. Allerdings erwartet die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) für 2019 eine Abschwächung des Wachstums auf drei Prozent.

Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Montenegro bewegte sich 2018 mit 144 Millionen Euro zwar auf einem vergleichsweisen niedrigen Niveau, erzielte aber gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung um rund ein Fünftel. Insbesondere das Wachstum der montenegrinischen Exporte nach Deutschland ist dabei hervorzuheben, die 2018 gegenüber dem Jahr zuvor um ein Drittel stiegen.

Als Einstieg in das dichte Delegationsprogramm informierte der deutsche Botschafter in Podgorica Robert Weber über die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im Land. Dies bot die Gelegenheit zu einem offenen und konstruktiven Austausch und war eine gute Vorbereitung für die anstehenden Gespräche mit Vertretern der montenegrinischen Regierung und der lokalen Verwaltungen.

„Stabilitätsanker in der Region“

Premierminister Markovic betonte in einer Gesprächsrunde die Erfolge seines Landes bei der Einbindung in die transatlantischen Strukturen und die fortschreitenden Beitrittsverhandlungen mit der EU. So habe sich Montenegro zum „Stabilitätsanker in der Region“ entwickelt. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes verwies Markovic auf einen Rückgang der Arbeitslosenquote, die sich von 22,4 auf zuletzt 16,6 Prozent verringert haben. Beinahe 12.000 neue Arbeitsplätze hätten dank neuer Investitionen geschaffen werden können. Großes Potenzial sieht Markovic vor allem im Tourismus, Energiesektor und in der Landwirtschaft. Die Gespräche mit Wirtschaftsministerin Dragica Sekulic und Finanzminister Darko Radunovic sowie Transportminister Osman Nurkovic nutzte die Delegation zum Austausch in individuellen Sachfragen. 

Abgerundet wurde das Programm durch ein Treffen mit Bürgermeistern, das auf Initiative des deutschen Botschafters Weber stattfand. Der Ausbau der Infrastruktur im Energiesektor und Verkehr aber auch die Digitalisierung waren zentrale Thema in den Gesprächen sowohl mit der Regierung als auch mit den Bürgermeistern der Städte Podgorica, Berane, Danilovgrad, Herceg Novi sowie Niksic.

Besuche bei Investoren

Neben den politischen Gesprächen bot die Besichtigung der Produktionsstätte des Unternehmens Hemomont, einer Tochter des deutschen Pharmaunternehmens Stada, eine gute Gelegenheit zum Austausch mit der lokalen Unternehmensführung sowie Mitarbeitern über das Investitionsklima und aktuelle soziale sowie wirtschaftspolitische Fragenstellungen. In einem Gespräch mit Vertretern der Crnogorski Telekom, einer Tochter der Deutschen Telekom, wurde deutlich, auf welch hohem Niveau sich die digitale Infrastruktur in Montenegro befindet und vor welchen Herausforderungen der Infrastrukturanbieter im Land steht.

Nur wenige Tage vor der Reise hatte OAOEV-Geschäftsführer Harms den montenegrinischen Präsidenten Djukanovic anlässlich seines Deutschlandbesuches Mitte März in Berlin zu einem Gespräch mit Mitgliedern des OAOEV begrüßt.


Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa im OAOEV

 

  • Dusko Markovic, Premierminister der Republik Montenegro (links) mit dem OAOEV-Geschäftsführer Michael Harms (rechts)
  • Premierminister Markovic empfing die OAOEV-Delegation zum Meinungsaustausch. Fotos: Regierung Montenegro
Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa im OAOEV
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

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