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Ost-Ausschuss auf dem Digital Summit Skopje

Ost-Ausschuss auf dem Digital Summit Skopje
Gipfel im Rahmen des Berlin-Prozesses beleuchtete die Chancen der Digitalisierung für die Westbalkan-Staaten

Am 18. und 19. April fand in der mazedonischen Hauptstadt Skopje der erste „Digital Summit“ für die sechs Länder des Westlichen Balkans statt. Der Ost-Ausschuss beteiligte sich an einer Reihe von Programmpunkten. Eröffnet wurde der Gipfel am Mittwochmorgen durch den gastgebenden mazedonischen Premierminister Zoran Zaev in Anwesenheit von Spitzenvertretern der sechs Staaten des Westbalkans und aus der EU, darunter EU-Digitalkommissarin Mariya Gabriel und der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie Thomas Bareiß.

Zwei Tage lang diskutieren in Skopje etwa 800 Teilnehmer aus den Ländern der Westbalkan-6, Vertreter der EU sowie Experten von Unternehmen und NGOs über Digitalisierungsprojekte in der Region. Besondere Schwerpunkte haben die Veranstalter auf die Themenbereiche digitale Infrastruktur, Bildung sowie Sicherheit gelegt. Mit vier thematischen Paneldiskussionen, einem Start-up-Camp, Ausstellungsflächen und Digitaldialogen mit der Öffentlichkeit bot der zweitägige Gipfel eine bunte Vielfalt an Aktivitäten und ausreichend Gelegenheit für den konstruktiv-kritischen Dialog über Ländergrenzen hinweg.

„Eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie der WB6-Staaten ist die Chance für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Region. Diese Chance muss genutzt werden“, sagte Thomas Kremer, Mitglied des Präsidiums des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG. Ein hohes Niveau an Cyber Security sei dafür eine wesentliche Voraussetzung. „Wir müssen hierfür regional, europäisch und global zusammenarbeiten. Wir als deutsche Wirtschaft begrüßen es sehr, dass die WB6-Staaten sich hier engagieren.“

Initiative digital WB6+ stellt Studie vor

Am Vormittag des 18. April wurde auf dem Gipfel eine im Auftrag der „digital WB6+ Initiative“ erstellte Studie präsentiert. Sie informiert über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf das wirtschaftliche Wachstum der Region und die dafür notwendigen Voraussetzungen. Die „digital WB6+ Initiative“ wird von der Deutschen Telekom, Telenor, Telekom Austria, EY, SAP sowie dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, deutschen Auslandshandelskammern und weiteren Wirtschaftskammern in der Region getragen.

Die Studie mit dem Titel „The Impact of Digital Transformation on the Western Balkans – Tackling the Challenges towards Political Stability and Economic Prosperity” liefert eine Initialzündung für die weitere Digitalisierung der Region. Erstellt wurde das 100-Seiten-starke Dokument durch das Zentrum für Südosteuropa-Studien der Universität Graz und des Ekonomski Instituts Zagreb unter Leitung von Prof. Florian Bieber. Untersucht wurden der aktuelle Stand und die Perspektiven der Digitalisierung in den Ländern des Westlichen Balkans.

Die Studie liefert eine detaillierte Analyse zu den potentiellen Chancen der digitalen Transformation für die Region sowie deren Effekte für die weitere wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung. Sie zeigt, dass die digitale Transformation einen erheblichen Einfluss auf Wachstum und Beschäftigung haben kann. Um dieses Potential zu heben, sind eine umfassende Verfügbarkeit digitaler Infrastruktur, die Verbesserung des regulatorischen Rahmens sowie eine engere regionale Kooperation notwendig. Im begleitenden Policy Paper entwickeln die Autoren, basierend auf den Ergebnissen der Studie, Handlungsempfehlungen für die Politik. Grundlage für die positive Gestaltung der digitalen Transformation ist demnach die Einbindung aller relevanten Interessengruppen aus Politik, Gesellschaft Wissenschaft und Wirtschaft in den Ländern sowie auf regionaler Ebene.

Ausführliche Informationen zur „Digital WB6+ Initiative“ findet man auf der Webseite: www.wb6.digital. Dort kann auch die Studie, mit einem Vorwort von EU Kommissarin Gabriel und das zusammenfassende Policy Paper heruntergeladen werden.

Gleichzeitig haben die Tage in Skopje vielen Initiativen und Unternehmen die Gelegenheit eröffnet, ihre Produkte, digitale Lösungen und ihre Innovationen zu präsentieren. Die „Digital Talks“ am Ende des ersten Konferenztages konzentrierten sich auf die Themen Finanzdienstleistungen und Bezahldienste sowie auf Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung – jenseits der viel diskutierten Cryptowährungen. Mit Artiona Bogo leistete hier auch eine Alumna des durch den Ost-Ausschuss organisierten Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft einen wichtigen Beitrag. Sie stellte Ihre Initiative „Blockchain Western Balkans“ vor.

Im Start-up Camp konnten fünfzehn junge Unternehmen aus der gesamten Region ihre Fähigkeiten schulen, Produkte weiterentwickeln und Lösungen präsentieren. Mit dem Round Table, den der Ost-Ausschuss in Kooperation mit dem Fraunhofer IPK Berlin zur Entwicklung von Innovation Hubs in der Region organisierte, konnte zum Abschluss der Gipfeltage nochmals ein wichtiger Impuls gesetzt werden. Eine forcierte, systematische Förderung innovationsstarker Wirtschaftszweige und die gelungene Transformation von wissenschaftlichen Erkenntnissen in reale Wertschöpfung wird in den nächsten Jahren ein wichtiger Faktor sein, um die Wachstumschancen der Digitalisierung zu nutzen und die Länder der Region attraktiver zu machen.

Hintergrund „Berlin Prozess“

Seit 2014 treffen sich auf Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel einmal jährlich die wichtigsten Regierungsmitglieder aller sechs Westbalkan-Staaten mit Spitzenvertretern aus der EU. Ziel dieses so genannten Berlin-Prozesses ist es, regionale Kooperationen auszubauen und gemeinsame Projekte in Bereichen wie Energie, Ausbau der Transportinfrastruktur oder auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen. Der Ost-Ausschuss beteiligte sich von Beginn an als Organisator verschiedener Wirtschaftskonferenzen und hochrangiger Treffen aktiv am Berlin-Prozess.

In der Abschlusserklärung des letztjährigen, von der italienischen Regierung in Triest ausgetragenen Gipfeltreffens haben sich die Regierungen auf eine Road-Map zur Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums verständigt. Digitalisierung ist dabei ein Schlüsselthema für die Konnektivität in der Region. Der erste Digital Summit soll interregionalen Projekten einen wichtigen Impuls geben, die dann beim nächsten Gipfel in Serbien 2019 weiter entwickelt werden.

Informationen über den Digital Summit finden Sie auf der Seite: www.digitalsummitwb6.com

Anja Quiring, Regionaldirektorin SOE;
Stefan Kägebein, Projektleiter AK Digitalisierung;
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

  • Der Digital Summit diskutierte die Chancen der Digitalisierung für die Region. Foto: Digital Summit Western Balkans
Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Stefan Kägebein
Projektleiter
Arbeitskreis "Digitalisierung" (überregional)
Tel.: 030 206167-113
S.Kaegebein@bdi.eu

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