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Tschechien liefert gute Zahlen

(v.l.n.r.) OAOEV-Regionaldirektor Adrian Stadtnicki und Geschäftsführerin Ute Kochlowski-Kadjaia zu Gast bei der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer mit Bernard Bauer, dem Geschäftsführer und seinem Vertreter René Harun.

Aus Tschechien werden verlässlich positive Wirtschaftszahlen gemeldet. Das Land gehört zu den zehn wichtigsten deutschen Handelspartnern. Mit guten Nachrichten zur Entwicklung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen im Gepäck, reisten OAOEV-Geschäftsführerin Ute Kochlowski-Kadjaia und Regionaldirektor Adrian Stadnicki nach Prag, um Möglichkeiten zur Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Innovation und Digitalisierung zu erörtern.

Vor dem Hintergrund des Eintritts des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) als Trägerverband in den Ost-Ausschuss - Osteuropaverein besuchte Kochlowski-Kadjaia die Deutsch-Tschechische Industrie und Handelskammer (DTIHK) und traf sich mit dem Geschäftsführer Bernard Bauer und dessen Stellvertreter René Harun. Beide Seiten vereinbarten die Intensivierung der Zusammenarbeit. Bauer wird an der kommenden Sitzung des Arbeitskreises Mittelosteuropa mit dem Schwerpunkt Slowakei und Tschechien am 21.02.2018 in Berlin teilnehmen.

Ab Abend feierte die DTIHK ihr 25 jähriges Jubiläum mit einem Gala-Dinner im Prager Sofienpalast. Zu den Gastrednern gehörten die Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Claudia Dörr-Voß.

Bei der tschechischen Wirtschaftsförderungsagentur informierte sich der OAOEV über die Aktivitäten von Czech Invest sowie Unterstützungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen bei der Lokalisierung in Tschechien. Darüber hinaus fand ein Meinungsaustausch mit dem Ministerium für Industrie und Handel statt.

Deutsches Handelsdefizit mit Tschechien

Tschechien gehört zu den TOP10-Außenhandelspartnern der Bundesrepublik. Im Jahr 2017 belief sich der Warenaustausch auf 89 Milliarden Euro – und im Jahr 2018 zeichnet sich eine weitere Steigerung ab. In den Monaten von Januar bis August legte der deutsch-tschechische Warenaustausch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent und insgesamt um 2,8 Milliarden Euro zu. Die deutschen Exporte steigen dabei um 5,7 Prozent und die Importe um 4,3 Prozent. Die Bundesrepublik wies 2017 mit dem 10,5 Millionen Einwohner zählenden Land ein Handelsdefizit von vier Milliarden Euro auf. Demnach gehört Tschechien mit China, Vietnam, den Niederlanden, Russland und Bangladesch zu den wenigen Ländern, mit denen Deutschland eine negative Handelsbilanz hat.

Die Europäische Kommission prognostiziert für Tschechien im laufenden Jahr ein Wachstum von 3,4 Prozent in 2018 und von 3,1 Prozent in 2019. Damit übertrifft der östliche Nachbar Deutschlands den EU-Durchschnitt von 2.3 Prozent (2018) bzw. 2.0 Prozent (2019) deutlich. Besonders bemerkenswert ist, dass Tschechien laut Eurostat gemessen an der paritätischen Kaufkraft der gesamten EU bereits einen Wert von 89 Prozent in 2017 erreichte und damit deutlich vor Ländern wie Polen und Ungarn liegt. Zudem weist das Land innerhalb der EU die niedrigste Arbeitslosenquote (3,0%) auf.


Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa im OAOEV

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