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Kirgisistan

KirgisistanStand: Oktober 2018

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Kirgisistan bleibt weiterhin durch die Entwicklungspolitik geprägt, das Engagement deutscher Unternehmen ist sehr überschaubar. Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung leben offiziellen Statistiken zufolge unter der Armutsgrenze, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 15 Prozent.

Wirtschaftliche Entwicklung

Kirgisistans Wirtschaft ist 2017 um 4,5 Prozent gewachsen. Dazu trug die Steigerung der Goldproduktion in der Kumtor-Mine bei, die bis zu Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes beisteuert. Die Rücküberweisungen von Arbeitsmigranten – bei Weitem die wichtigste Devisenquelle für Kirgisistan – stiegen 2017 um fast ein Viertel und kurbelten den privaten Konsum an. Auch sorgte die Erholung der kasachischen und russischen Wirtschaft für ein Umsatzplus im Außenhandel. Eine große Herausforderung bleibt die Anpassung der Wirtschaft an die Standards der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und den gestiegenen Wettbewerbsdruck. Bisher waren die Wachstumsimpulse ausgeblieben, die sich Kirgisistan mit dem Beitritt zur Wirtschaftsunion erhofft hatte. Allerdings profitieren kirgisische Arbeitsmigranten von den verbesserten Arbeitsmöglichkeiten in den Ländern der EAWU.

Die EBRD erwartet für 2018 ein gedrosseltes BIP-Wachstum von 3,7 Prozent. Ursache hierfür sind das hohe Niveau von 2017 und ein Rückgang der Goldproduktion in der Mine Kumtor. Ab 2019 erwartet die Bank wieder ein Wachstum von vier Prozent. Vor allem die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, die Entwicklung der Leichtindustrie und die Belebung der Bauwirtschaft dürften für einen anhaltenden Aufschwung sorgen. Auf der Nachfrageseite sollten weiterhin steigende Überweisungen von Geld aus dem Ausland zu einem höheren Haushaltseinkommen und damit wachsendem Konsum der Verbraucher führen.

Die kirgisische Wirtschaft bleibt sehr stark von der Goldproduktion und den Auslandsüberweisungen abhängig und muss dringend diversifiziert werden. Strukturreformen, ein besseres Investitionsklima und eine verlässliche Rechtsstaatlichkeit sind dringend notwendig. Ein Ansatz dafür ist das 2017 von der Regierung initiierte Programm „Taza Koom“. Es soll eine nachhaltige Entwicklung durch Innovationsförderung und Digitalisierung anstoßen.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland spielt als Handelspartner für Kirgisistan weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Nachdem die Ausfuhren 2016 eingebrochen waren, stiegen sie im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf 62 Millionen Euro. Deutschland liefert hauptsächlich Maschinen, Arzneimittel und Elektrotechnik nach Kirgisistan. Die Einfuhren nach Deutschland verringerten sich 2017 um 9,7 Prozent und betrugen 14 Millionen Euro. Deutschland bezieht aus Kirgisistan Gold für nichtmonetäre Zwecke, Nahrungsmittel und Textilien.

Aktivitäten des OAOEV

Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzte der Ost-Ausschuss von 2012 bis 2018 ein Projekt zur Rohstoffkooperation mit Zentralasien um.

Quellen: ADB, IWF, OWC, EBRD, Nationales Statistikamt, UNCTAD

Statistik 2017

Präsident: Sooronbai Dscheenbekow
Ministerpräsident: Sapar Isakow
Hauptstadt: Bischkek
Bevölkerung: 6,0 Mio.

Nominales BIP: 6,6 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 1.069 Euro
BIP-Wachstum: 4,5%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,7%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus KS: 13,9 Mio. Euro
Exporte nach KS: 62,0 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu


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