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Kroatien

KroatienStand: Oktober 2018

Die kroatische Wirtschaft setzt ihre Erholung von einer der längsten und tiefsten Rezessionen in der EU weiter fort. Ein wichtiger Sektor ist der Tourismus. Der Bau eines Flüssiggas-Terminals in der Nord-Adria sowie der Ausbau des Erdgasleitungsnetzes und dessen Anbindung könnten Kroatien zum regionalen Knotenpunkt für die Erdgasversorgung machen

Wirtschaftliche Entwicklung

Laut der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) wuchs die kroatische Wirtschaft 2017 um 2,8 Prozent, eine leichte Abschwächung gegenüber dem Vorjahr mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. Nach Angaben der EBRD ist die Verlangsamung vor allem auf eine Belebung der Importe zurückzuführen. Angetrieben wurde die Wirtschaft durch eine gute touristische Saison, einen starken Konsum und Investitionen.

Für 2018 und 2019 erwartet die EBRD, dass sich das Wirtschaftswachstum abschwächen wird, da unterstützende Faktoren wie Steuersenkungen auslaufen. Die EBRD rechnet mit einem BIP-Wachstum von 2,7 beziehungsweise 2,5 Prozent. Dazu beitragen dürfte unter anderem der Tourismus, aber auch die bessere Nutzung von EU-Mitteln. Für eine höhere Produktivität und langfristiges Wirtschaftswachstum muss Zagreb die Überschuldung von Unternehmen und die Verbesserung der Corporate Governance anpacken. Darüber hinaus birgt das potenzielle Übergreifen der finanziellen Probleme des Handelsriesen Agrokor auf seine Tochtergesellschaften und Lieferanten kurzfristig immer noch ein Abwärtsrisiko.

Dienstleistungen haben einen Anteil von über 58 Prozent am BIP des Mittelmeerlandes, Tendenz steigend, auch aufgrund des Tourismussektors. Dagegen geht der Anteil des verarbeitenden Gewerbes weiter zurück. Hier fallen die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie am stärksten ins Gewicht. Das größte Branchenunternehmen Agrokor ist zugleich Kroatiens größtes privates Unternehmen. Der Konzern geriet jedoch im Frühjahr 2017 in eine finanzielle Schieflage. Weitere wichtige Branchen mit Potenzial sind die IKT- und die Pharmaindustrie.

Aber auch die Bereiche Transport und Logistik sowie Energie haben Zukunftspotenzial. Insbesondere der Bau eines Flüssiggas-Terminals in der Nord-Adria sowie der Ausbau des Erdgasleitungsnetzes und seine Anbindung an die Trans-Adria-Gaspipeline TAP und an Slowenien könnten Kroatien zum regionalen Knotenpunkt für die Erdgasversorgung machen. Einige große Kraftwerksprojekte befinden sich im fortgeschrittenen Planungsstadium, bleiben aber umstritten. Im Laufe des Jahres 2018 soll eine neue Energiestrategie für den Zeitraum bis 2030 verabschiedet werden.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Im vergangenen Jahr konnte der deutsch-kroatische Handel weitere Zuwächse verzeichnen. Am stärksten zogen die deutschen Einfuhren an: um 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,8 Milliarden Euro. Die Ausfuhren aus Deutschland nach Kroatien stiegen um 8,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. 2017 lag der Handelsumsatz damit bei 4,9 Milliarden Euro – ein Plus von über elf Prozent. Wichtigste deutsche Exportgüter nach Kroatien sind Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen, Nahrungsmittel und Futtermittel, chemische Erzeugnisse. Die wichtigsten deutschen Importgüter aus Kroatien sind elektrische Ausrüstungen, Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteile.

Quellen: OWC, AIK Croatia, EBRD,  EU, gtai, IWF, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Aktivitäten des OAOEV

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Kroatien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Statistik 2017

Präsidentin: Kolinda Grabar-Kitarović
Ministerpräsident: Andrej Plenkovic
Hauptstadt: Zagreb
Bevölkerung: 4,2 Mio.

Nominales BIP: 47,82 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 11,52 Euro
BIP-Wachstum: 2,8%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 2,7%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus HR: 1,6 Mrd. Euro
Exporte nach HR: 3,2 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, gtai

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Kroatische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer

Investitionsagentur

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