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Mazedonien

MazedonienStand: Oktober 2018

Die ehemalige jugoslawische Reublik Mazedonien erhielt bereits Ende 2005 den Status als EU-Beitrittskandidat. Die weitere Annäherung an die Gemeinschaft und die NATO wird durch den Namensstreit mit Griechenland blockiert. Ein Referendum über den neuen Namen „Nord-Mazedonien“ scheiterte im Oktober 2018 an der geringen Wahlbeteiligung.

Wirtschaftsentwicklung

Laut der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ist die mazedonische Wirtschaft 2017 nicht gewachsen. Lediglich der Konsum verzeichnete positive Zahlen. Dagegen schrumpften die Industrieproduktion und der Bausektor. Sowohl private als auch öffentliche Investitionen gingen zurück, da das Geschäftsklima durch die langwierige politische Krise gedämpft wurde. Die Regierung war in vielen Punkten praktisch handlungsunfähig, sodass beispielsweise öffentliche Infrastrukturprojekte auf Eis gelegt worden waren. Die politische Krise, deren wirtschaftliche Auswirkungen im Einbruch der Bruttoanlageinvestitionen um gut fünf Prozent am deutlichsten zum Ausdruck kamen, gilt als überwunden.

Die EBRD erwartet für 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Positive Impulse setzen vor allem die weiterhin florierenden Exporte und die wieder erstarkten Investitionen. Neben dem Ausbau des Verkehrsnetzes bildet der Energiesektor einen Schwerpunkt der künftigen Investitionen im Land. Die neue Regierung hat ein umfassendes Reformpaket beschlossen. Hoffnung macht eine Annäherung zwischen Griechenland und Mazedonien im Streit um den Namen des Landes.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Exporte in das Balkanland sind 2017 gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent gestiegen. Die Exporte lagen bei gut einer Milliarde Euro, die Importe kamen auf einen Wert von knapp 2,5 Milliarden Euro, 18,8 Prozent mehr als 2016. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Vorerzeugnisse für die Textilindustrie, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Bei den Importen aus Mazedonien stehen Maschinen, Textilien und Bekleidung sowie Elekrotechnik ganz vorn. Deutschland bleibt mit deutlichem Abstand wichtigster Abnehmer von Waren aus Mazedonien. Der Anteil an den Gesamtexporten lag 2017 bei 47 Prozent. Darüber hinaus wurden die heimischen Waren hauptsächlich nach Serbien, Bulgarien und nach Italien geliefert.

Quellen: EBRD, EU, GTAI, IWF, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt

Aktivitäten des OAOEV

Am 18. und 19. April 2018 fand in der mazedonischen Hauptstadt Skopje der erste „Digital Summit“ für die sechs Länder des Westlichen Balkans statt. Der OAOEV beteiligte sich an einer Reihe von Programmpunkten. Zwei Tage lang diskutieren in Skopje etwa 800 Teilnehmer aus den Ländern der Westbalkan-6, Vertreter der EU sowie Experten von Unternehmen und NGOs über Digitalisierungsprojekte in der Region. Ein Höhepunkt war die Präsentation einer im Auftrag der "digital WB6+ Initiative" erstellten Studie, die über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf das wirtschaftliche Wachstum der Region und die dafür notwendigen Voraussetzungen informiert. Die "digital WB6+ Initiative" wird von der Deutschen Telekom, Telenor, Telekom Austria, Ernst & Young, SAP sowie dem OAOEV, den deutschen Auslandshandelskammern und weiteren Wirtschaftskammern in der Region getragen.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Mazedonien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Statistik 2017

Präsident: Gjorge Ivanov
Ministerpräsident: Zoran Zaev
Hauptstadt: Skopje
Bevölkerung: 2,1 Mio.

Nominales BIP: 11,5 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 4.802 Euro
BIP-Wachstum: 0,0%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 2,5%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus MK: 2,5 Mrd. Euro
Exporte nach MK: 1,0 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, gtai

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

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