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Montenegro

Stand: Juli 2018

Die Wirtschaft entwickelt sich schon seit Jahren positiv und ist von einem moderaten Wachstum im einstelligen Prozentbereich gekennzeichnet. Die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) tragen einen wichtigen Teil dazu bei und stammen überwiegend aus der EU. Internationale Finanzorganisationen wie die Weltbank gehen davon aus, dass das BIP-Wachstum in den kommenden Jahren anhalten wird.

Wirtschaftliche Entwicklung

Montenegro mit seinen rund 600.000 Konsumenten generiert pro Jahr ein Bruttoinlandsprodukt von vier Milliarden Euro und gehört damit zu den kleinsten Volkswirtschaften Europas. Die Weltbank hält die Wirtschaft aufgrund ihrer relativ geringen Größe für sehr anfällig gegenüber äußeren Einflüssen. Aus Sicht der Volkswirte ist Montenegro stark von internationalen Investitionen abhängig, die das Wachstum der Gesamtwirtschaft ankurbeln. Die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) haben in den vergangenen Jahren zwischen zwölf und 16 Prozent zum BIP beigesteuert und somit einen wichtigen Beitrag für die Volkswirtschaft geleistet. Etwa ein Drittel der finanziellen Mittel stammt aus der EU, die der größte internationale Geldgeber des Landes ist.

Gerade im vergangenen Jahr war das Wachstum sehr groß. So sind die FDI den Statistiken der Weltbank zufolge im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um  250 Prozent auf 484 Millionen Euro gestiegen. Entsprechend positiv hat sich auch die Gesamtwirtschaft entwickelt. Das BIP erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um  4,3 Prozent und hat damit die Erwartungen übertroffen, die von einem Plus von drei Prozent ausgegangen waren.

Insgesamt ist die Konjunktur gut, wofür insbesondere die positive Wachstumsentwicklung in der Tourismusindustrie sorgt. Wie das offizielle Statistikamt von Montenegro mitteilt, ist die Zahl der Ankünfte gegenüber dem Vorjahr um 18,1 Prozent auf etwas mehr als zwei Millionen gestiegen. Damit übertraf der Sektor erstmals diese Marke. Darüber hinaus erhöhten sich die Übernachtungen um 10,5 Prozent. Zudem leistete die Bergbau- und Kohleindustrie einen wichtigen Beitrag für die ökonomische Gesamtentwicklung: Die Umsätze erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 73,4 Prozent. Grundsätzlich erwirtschaftet diese Branche pro Jahr etwa 13 bis 14 Prozent des BIP.

Die Weltbank zeigt sich im Großen und Ganzen mit der Entwicklung zufrieden. So geht das Finanzinstitut für 2018 von einem Wachstum von 2,8 Prozent aus. Zwölf Monate später wird das BIP um 2,5 Prozent steigen, während 2020 das Plus bei  2,1 Prozent liegen soll, glauben die Volkswirte der Bank. Sie gehen davon aus, dass das Land entscheidend mit dem Bau eines Autobahnabschnittes vorankommen wird, der von der Adriaküste nach Serbien führt und zum Paneuropäischen Verkehrsnetz gehört. Dieses internationale Bauprojekt gilt als ein Vorhaben, das der Gesamtwirtschaft in den kommenden Jahren besondere Wachstumsimpulse geben soll. Die Bank geht zudem davon aus, dass das Haushaltsdefizit 2018 und 2019 bei 2,5 Prozent liegen wird.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der Handel mit Deutschland unterliegt mitunter starken Schwankungen, weil die Volumina vergleichsweise gering sind. Manchmal können Einzelaufträge über die Gesamtentwicklung des Außenhandels entscheiden. So sind im vergangenen Jahr die deutschen Exporte in das südosteuropäische Land um etwa ein Fünftel auf  107,3 Millionen Euro zurückgegangen. Zwölf Monate zuvor waren sie noch um  76 Prozent gestiegen. Die deutschen Importe aus Montenegro vergrößerten sich hingegen 2017 um 3,8 Prozent auf 13,5 Millionen Euro. Dabei dominieren Kraftwagen und Kraftwagenteile, Nahrungsmittel und Futtermittel sowie Maschinen. Bei den Einfuhren sind Metalle, pharmazeutische Produkte und Holzwaren die wichtigsten Waren aus Montenegro.

Aktivitäten des OAOEV

Im April 2015 lud der OAOEV die Wirtschaftsminister der Region des Westlichen Balkan zu einem Gespräch mit Unternehmensvertretern in Berlin ein. Ziel war es, an die Gespräche anzuknüpfen, die im Rahmen des Westbalkan-Gipfels und der regionalen Wirtschaftskonferenz angestoßen wurden, die der OAOEV gemeinsam mit der montenegrinischen Wirtschaftskammer im September 2014 in Budva organisierte. An dem Berliner Treffen nahm der montenegrinischen Minister für Wirtschaft Vladimir Kavaric teil. Am 7. Mai 2015 nutzte der OAOEV den Besuch des montenegrinischen Premierministers Milo Djukanovic für ein Unternehmergespräch, um sich über den aktuellen Stand des EU-Beitrittssprozesses sowie anstehende Projekte von Regierung und Unternehmen auszutauschen.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Montenegro die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemein-same Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Präsident: Milo Đukanović
Premierminister: Duško Marković
Hauptstadt: Podgorica
Bevölkerung: 0,65 Mio.

Nominales BIP: 4,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 6.708 Euro
BIP-Wachstum: 4,4 %
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,3 %

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus MNE: 13,5 Mio. Euro
Exporte nach MNE: 107,4 Mio. Euro

Quellen: EBRD, gtai

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Deutsche Botschaft

Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer (AHK Serbien)

Investitionsagentur

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