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Estland

Stand: Juli 2018

Estland hat 2017 sein schnellstes Wachstum seit fünf Jahren erreicht. Die Bauindustrie und der ITK-Sektor gehörten zu den stärksten Wachstumsbranchen. Wichtig waren auch der gestiegene Konsum und die verstärkten Investitionen. Deutschland ist weiterhin ein bedeutender Außenhandelspartner.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die estnische Wirtschaft verzeichnete 2017 ein Plus von 4,9 Prozent. Es war das stärkste Wachstum seit fünf Jahren. Dieser positive Trend spiegelte sich auch in den Gewinnen der Unternehmen wider. Die Ergebnisse stiegen um fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Die wichtigsten Beiträge für die Entwicklung leisteten mehrere Branchen – darunter der Bausektor sowie die Informations- und Kommunikationstechnologieindustrie: Die Bauunternehmen erhöhten ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Das geht aus Zahlen des Estnischen Statistikamtes hervor. Die Branche steuert pro Jahr rund zehn Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Estlands IKT-Unternehmen erhöhten ihre Umsätze um 15,6 Prozent.

Darüber hinaus hat sich die Landwirtschaft wieder positiv entwickelt. Die Rückgänge dieser Branche waren in der Vergangenheit immer wieder eine Belastung für die Gesamtwirtschaft gewesen. Die Erlöse der Landwirtschaftsunternehmen wuchsen in der zweiten Jahreshälfte 2017 erstmals wieder. Zusätzlich stieg der Außenhandel um acht Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Estland verfügt über eine Exportquote von 55 Prozent und ist somit sehr von Geschäften mit ausländischen Partnern abhängig. Fahrzeuge und Kfz-Zubehör steuerten den größten Beitrag zum Import bei.Ein weiterer Wachstumsmotor war der Binnenkonsum, der um 4,2 Prozent zulegte.

Darüber hinaus sorgten die verstärkten Investitionen der Unternehmen für Wachstumsimpulse. Diese Volumina kletterten um 13,1 Prozent nach oben, nachdem sie in den vergangenen drei Jahren noch rückläufig waren. Nach Angaben des Estnischen Statistikamtes sind die Investitionen in fast allen Branchen gestiegen. Am stärksten waren die Ausgaben für Maschinen und Ausrüstungen. Das Land profitiert davon, dass der Ölpreis in der Vergangenheit wieder angezogen hat. Das gibt der estnischen Ölschieferindustrie weitere Wachstumsimpulse.

Estland hat bereits 2011 den Euro eingeführt, womit das Land zu den östlichen EU-Mitgliedsstaaten gehört, die über die europäische Währung verfügen. Das ist für die Investoren ein Pluspunkt, weil sie nicht mit Währungsschwankungen rechnen müssen.

Die positive Entwicklung dürfte sich auch 2018 fortsetzen. Viele Bereiche der Wirtschaft weisen eine Wachstumstendenz auf. Beispielsweise ist die Industrie im April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent gestiegen. Entsprechend optimistisch sind die Prognosen. So hat die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im Mai den Wachstumsausblick für 2018 auf 3,8 Prozent heraufgesetzt. Im November 2017 war die Bank noch von 3,4 Prozent ausgegangen. Nach Einschätzung der EBRD wird Estland derjenige Markt sein, der von allen baltischen Staaten am schnellsten wächst.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Deutschland ist für Estland einer der wichtigsten Geschäftspartner. Die deutschen Importe aus dem baltischen Land sind in den vergangenen zwei Jahren stetig gestiegen. 2016 kletterten die Volumina um 9,9 Prozent auf 620 Millionen Euro. 2017 stiegen sie um 14 Prozent auf 710 Millionen Euro an. Die Exporten hatten sich 2016 um 3,1 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro erhöht. Darüber hinaus hat der Wert der exportierten Waren und Dienstleistungen im Jahr 2017 um 7,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zugelegt.

Aktivitäten des OAOEV

Der Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) setzt sich für die Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Verflechtung als stabilisierendes und tragfähiges Element der deutsch-estnischen Beziehungen ein. Zu den Verbandsaktivitäten gehören unter anderem die Sitzungen des Länderkreises Mittelosteuropa sowie der Branchenarbeitskreise, die sich auch mit Estland beschäftigten.

Quellen: EBRD, EU, GTAI, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Staatspräsidentin: Kersti Kaljulaid
Ministerpräsident: Jüri Ratas
Hauptstadt: Tallinn
Bevölkerung: 1,3 Mio

Nominales BIP: 22,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 2017: 17.881 Euro
BIP-Wachstum: 4,9%
BIP-Wachstum, 2018(P): 3,8%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus EST: 1,8 Mrd. Euro
Exporte nach EST: 0,7 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI, Stat. Bundesamt

Ansprechpartner

Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadnicki@bdi.eu

Links

Estnische Botschaft

Deutsche Botschaft

AHK Baltikum

Investitionsagentur

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