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Litauen

Stand: Juli 2018

Litauen setzt seine positive Entwicklung fort. Der Außenhandel wächst und drückt der Gesamtwirtschaft seinen Stempel auf. Die Regierung hat den Haushaltsüberschuss mehr als verdoppelt. Im Jahr 2018 dürfte sich das BIP-Wachstum verlangsamen, ohne dass die positive Tendenz nachhaltig gestört wird.

Wirtschaftsentwicklung

Die litauische Wirtschaft ist mit einem jährlichen Bruttoinlandsprodukt von mehr als 40.000 Euro die größte unter den drei baltischen Staaten. Sie wächst derzeit stetig im unteren einstelligen Prozentbereich. Das BIP ist im vergangenen Jahr um  3,8 Prozent gestiegen, wie aus Zahlen des litauischen Statistikamtes hervorgeht. Der internationale Handel sowie der Binnenkonsum waren zwei wichtige Faktoren für die positive Entwicklung. Der Außenhandel nahm um 17 Prozent zu. Litauen verfügt über eine Exportquote von etwa 55 Prozent und ist damit sehr von internationalen Geschäften abhängig.

Die Regierung hat einen Haushaltsüberschuss von 252,6 Millionen Euro oder  0,6 Prozent am BIP erreicht und damit das Plus vom Vorjahr weit mehr als verdoppelt. Die öffentliche Verschuldung hat sich um 1,2 Milliarden Euro auf 16,6 Milliarden Euro erhöht. Die Quote lag bei 39,7 Prozent am BIP und war damit weitaus geringer als der EU-Durchschnitt. Die Inflation betrug 3,9 Prozent – der höchste Wert von allen Staaten in der EU, wo das Durchschnittsniveau 2017 bei 1,7 Prozent lag. Den größten Einfluss auf die Teuerungsrate hatten die Preiserhöhungen für Lebensmittel und nichtalkoholische Getränke sowie für Dienstleistungen. Ein weiterer wichtiger Faktor war, dass die Netto-Löhne wie erwartet gestiegen sind – und zwar um 8,4 Prozent, wie das offizielle Statistikamt berichtet. Für Investoren ist es mitunter schwierig, Arbeitskräfte, vor allem gut ausgebildete Fachkräfte zu finden. Die Arbeitslosenquote lag 2017 bei sieben Prozent.

Die Litauische Nationalbank rechnet damit, dass die Wirtschaft 2018 weniger stark zulegen wird. Sie geht für das BIP von einem Plus von 2,8 Prozent aus. „Das Wachstum wird sich verlangsamen, da die Zahl der Beschäftigten wohl zurückgehen wird, die Löhne weniger schnell steigen und deswegen der Konsum rückläufig ist – genauso wie die externe Nachfrage“, sagte Darius Imbrasas, Volkswirt von der Litauischen Zentralbank in einer Analyse, die die litauische Nationalbank auf ihrer Website veröffentlicht.

Die EU-Kommission geht von einem starken Anstieg der Investitionen aus. Darüber hinaus werden nach Einschätzung der Volkswirte der Gemeinschaft im laufenden und im kommenden Jahr auch die Exporte steigen. Die Inflation dürfte sich nach ihrer Einschätzung auf einem moderaten Niveau weiterentwickeln. Litauen dürfte weiterhin einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften, glaubt die EU-Kommission. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) rechnet mit einem Wachstum von 3,2 Prozent für das Jahr 2018.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland gehört zu den wichtigsten Außenhandelspartnern Litauens und ist dessen drittwichtigstes Lieferland nach Russland und Polen. Als Exportziel für litauische Waren und Dienstleistungen liegt Deutschland auf dem vierten Platz hinter Russland, Lettland und Polen. Der Warenaustausch zwischen beiden Staaten ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr um etwa sechs Prozent auf fast fünf Milliarden Euro gewachsen. Die deutschen Exporte in das baltische Land sind dabei um acht Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen. Ebenso sind die Importe aus Litauen um 5,9 Prozent auf fast 1,8 Milliarden Euro geklettert.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV setzt sich für eine stärkere Wahrnehmung der baltischen Länder in der Öffentlichkeit und durch die Politik in Deutschland ein.

Quellen: EBRD, EU, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Staatspräsident: Dalia Grybauskaitė
Ministerpräsident: Saulius Skvernelis
Hauptstadt: Vilnius
Bevölkerung: 2,8 Mio.

Nominales BIP: 41,5 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 14.675 Euro
BIP-Wachstum: 3,8%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,2%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus LV: 1,8 Mrd. Euro
Exporte nach LV: 3,2 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Adrian Stadniki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadniki@bdi.eu

Links

Litausche Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Baltische Handelskammer

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