Direkt zum Inhalt

Rumänien

RumänienStand: Juli 2018

Die rumänische Wirtschaft setzt ihren Wachstumskurs fort. 2017 erreichte sie mit fast sieben Prozent den höchsten Wert in der EU. Die Regierungspolitik zeichnet sich durch eine expansive Fiskalpolitik aus. Ein Problem bleibt die schwache Infrastruktur.

Wirtschaftliche Entwicklung

Als Rumänien 2007 der EU beitrat, hinkte das Land weit hinter dem Westen her. Grundsätzlich hat sich daran auch nur wenig geändert. Denn mit einem BIP pro Kopf von weniger als 10.000 Euro liegt es innerhalb der EU auf den unteren Rängen. Doch hat gerade die rumänische Wirtschaft zuletzt mit einer äußerst positiven Entwicklung auf sich aufmerksam gemacht. So ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf 187,5 Milliarden Euro gestiegen – das höchste Wachstum von allen EU-Staaten. Damit erreichte das Land in dem Jahr, in dem es zehn Jahre Mitgliedschaft in der EU feiert, seinen höchsten Wert nach der Finanzkrise 2008. Die Regierung verfolgt derzeit eine expansive Fiskalpolitik, die von Ausgaben und Steuersenkungen geprägt ist. Die Verschuldung, die vor acht Jahren noch 30 Prozent am BIP betrug, liegt nun bei 40 Prozent.

Die Agrarproduktion hat die Entwicklung der Wirtschaft besonders stark beeinflusst. 2017 ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 18,3 Prozent gestiegen. Eine vergleichbar wichtige Rolle für den südosteuropäischen Standort spielt die von der Regierung geförderte IT- und Telekommunikationsbranche. Sie legte um 10,9 Prozent zu. Eine weitere wichtige Branche war der Handel, der um 8,4 Prozent zulegte. Rumänien verfügt über einen Markt mit 22 Millionen Konsumenten – einer der größten in Südosteuropa. Lediglich der Bausektor, der um 0,3 Prozent schrumpfte, hat Einbußen hinnehmen müssen. Darüber hinaus war der Verbrauch für die Gesamtentwicklung wichtig. Wie das offizielle rumänische Statistikamt INS berichtet, ist der Index für die Ausgaben der privaten Haushalte (HFCE) im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 Prozent gestiegen.

Ein grundlegendes Problem bleibt die Infrastruktur, die nur unzureichend ausgebaut ist und als Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung gilt. Selbst wenn das Land sämtliche Fördermittel in Anspruch nimmt, die vom EU-Haushalt 2014 bis 2020 bereitgestellt werden, wird es nicht ausreichen, das lückenhafte Verkehrsnetz zu modernisieren, stellt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) fest.

Die positive Entwicklung aus dem Jahr 2017 hat sich auch im ersten Quartal 2018 fortgesetzt. Wie Eurostat berichtet, ist das BIP im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent gestiegen. Damit liegt Rumänien beim Wachstum unter den EU-Ländern auf dem fünften Rang. Im März 2018 sind die Durchschnittslöhne zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf umgerechnet 581 Euro gestiegen. Trotzdem bleiben die Arbeitskosten im EU-Vergleich relativ niedrig. Die EBRD geht für das laufende Jahr 2018 von einem BIP-Wachstum von 4,6 Prozent aus. Für 2019 rechnet sie mit 4,2 Prozent.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Das südosteuropäische Land liegt auf Platz 20 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands und die wirtschaftlichen Beziehungen haben sich 2017 gegenüber dem Vorjahr spürbar intensiviert. Die deutschen Importe rumänischer Waren und Dienstleistungen sind um knapp ein Fünftel auf etwa 14,9 Milliarden Euro gewachsen. Die deutschen Exporte hingegen erhöhten sich um mehr als zehn Prozent auf etwa  15,2 Milliarden Euro. Deutschland gehört nach den Niederlanden und Österreich zu den größten Investoren in Rumänien.

Aktivitäten des OAOEV

Zehn Jahre EU-Mitgliedschaft und die Unterzeichnung des Deutsch-Rumänischen Freundschaftsvertrages waren Anlass für die Besuche von zwei Delegationen des OAOEV in Rumänien im Jahr 2017, das von rasanten politischen Wechseln geprägt war.

Quellen: EBRD, EU, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Präsident: Klaus Johannis
Ministerpräsidentin: Viorica Dancila
Hauptstadt: Bukarest
Bevölkerung: 19,9 Mio.

Nominales BIP: 185,4 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 9.436 Euro
BIP-Wachstum: 6,9%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 4,6%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus RO: 14,9 Mrd. Euro
Exporte nach RO: 15,1 Mrd. Euro

Quelle: EBRD, gtai

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Rumänische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (DRAHK)

Investitionsagentur

Diese Seite teilen: