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Serbien

Stand: Juli 2018

Serbien wächst. Die Wirtschaft des größten Marktes in der Region westlicher Balkan ist in den letzten zehn Jahren bis 2016 um gut 40 Prozent auf knapp 35 Milliarden Euro gewachsen. 2017 betrug das Wirtschaftswachstum 1,8 Prozent. Im Vergleich zu anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union besteht jedoch weiter großer Aufholbedarf. Für den Standort sprechen vor allem die gute logistische Anbindung, wettbewerbsfähige Löhne und attraktive Steuern. Das Land verfügt über eine realistische Perspektive, der EU beizutreten.

Wirtschaftliche Entwicklung

Nach einem Wachstum von 2,8 Prozent im Jahr 2016 wuchs die serbische Wirtschaft 2017 nur um 1,8 Prozent, vor allem aufgrund etwas schwächerer Exporte und schnellerer Importzuwächse. Nach Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) waren auf der Produktionsseite der trockene Sommer, der den Agrarsektor schwer beeinträchtigte, sowie Probleme im Bergbau und in der Stromerzeugung die Hauptursachen für die Wachstumsverlangsamung. Germany Trade & Invest (GTAI) nennt auch eine zeitweilige Drosselung der Kohleförderung wegen starken Frostes, die zu einer geringeren Stromproduktion führte und für hohe Umsatzeinbußen sorgte. Hinzu kämen geringere Bruttoanlageinvestitionen als weiterer Faktor, der das Wirtschaftswachstum bremste. Die steuerliche Leistung war besser als geplant. In den letzten Jahren entwickelte sich das Haushaltsdefizit von 6,6 Prozent des BIP im Jahr 2014 auf einen Überschuss von  1,2 Prozent des BIP im Jahr 2017. Die Staatsverschuldung sank bis Ende 2017 unter 65 Prozent des BIP. Trotz relativ hoher FDI-Zuflüsse bleiben die Gesamtinvestitionen unter 20 Prozent des BIP, was laut EBRD niedriger ist als für eine Annäherung an EU-Standards erforderlich.

Serbiens Wirtschaft wird laut GTAI vor allem von der anhaltend hohen Warennachfrage des Auslands hauptsächlich aus der EU gestützt. Ohne neuerliche gravierende Wettereinflüsse und Schockwellen von außen werde das Land voraussichtlich mittel- bis langfristig solide BIP-Wachstumsraten sehen. Die EU-Kommission, der Internationale Währungsfonds, das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche und die Economist Intelligence Unit rechnen für 2018 mit einem Plus um 2,5 bis  3,5 Prozent. Die EBRD erwartet, dass sich das Wirtschaftswachstum 2018 auf  2,9 Prozent und 2019 auf 3,5 Prozent beschleunigen wird. Die Stärkung der Konsum- und Investitionstätigkeit werden für Wachstum sorgen, wobei höhere Importe erwartet werden. Größtes Risiko für die positive Wachstumsprognose ist laut EBRD eine Verlangsamung oder Unterbrechung der Haushalts- und Strukturreformen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Ausfuhren nach Serbien stiegen im letzten Jahr um 16 Prozent auf fast zwei Milliarden Euro. Die deutschen Importe legten um 13 Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro zu. Geliefert werden an erster Stelle Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile. Aus Serbien importiert werden vor allem Maschinen, Elektrotechnik und Nahrungsmittel. Deutschland war das wichtigste Lieferland und nach Italien die zweitwichtigste Exportdestination des Balkanstaats.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV nutzte die traditionelle Verabschiedung der serbischen Stipendiaten des neuen Jahrgangs des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für die Länder des Westlichen Balkans für einen Delegationsbesuch. Ende Mai 2018 reiste Geschäftsführer Harms mit 15 Unternehmen nach Belgrad. Im Gespräch mit Premierministerin Ana Brnabić tauschte man sich zu aktuellen Themen der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit aus. Die Unternehmen betonten die aktuell positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Wichtig sei es, gemeinsam an Projekten zu arbeiten, die der Abwanderung qualifizierter Fachkräfte entgegen wirken und zugleich weiter an der Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen in der Region zu arbeiten, um Investiotionen mit regionaler Perspektive noch attraktiver zu machen.

Quellen: EBRD, EU, GTAI, IWF, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Präsident: Aleksandar Vučić
Ministerpräsident: Ana Brnabić
Hauptstadt: Belgrad
Bevölkerung: 7,1 Mio.

Nominales BIP: 36,4 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 5.174 Euro
BIP-Wachstum: 1,9 %
BIP-Wachstum, 2018 (P): 2,9 %

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus SRB: 1,87 Mrd. Euro
Exporte nach SRB: 2,4 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, gtai
 

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu
 

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