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Turkmenistan

TurkmenistanStand: Juli 2018

Die wirtschaftliche Dynamik in Turkmenistan hält an. Im Öl- und Gassektor bleibt das Investitionsniveau hoch, Finanzierungen finden häufiger über Kredite statt. Gestiegene Energiepreise fördern die Exporte und haben für steigende Einnahmen des Staatshaushaltes gesorgt. Das Leistungsbilanzdefizit konnte 2017 von 21 Prozent am BIP auf 11,5 Prozent verringert werden. Der Mangel an ausländischen Devisen macht der Wirtschaft zu schaffen.

Wirtschaftliche Entwicklung

Laut der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) ist die Wirtschaft Turkmenistans im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent gewachsen. Doch Devisen sind rar und der Turkmenische Manat steht gegenüber ausländischen Währungen wie dem US-Dollar oder Euro stark unter Druck. Die Zentralbank hält den Wechselkurs seit Januar 2015 künstlich auf einem festen Niveau von 3,5 TMM pro US-Dollar. Vom hohen Abwertungsdruck auf die Währung zeugen ein fast viermal so hoher Parallelkurs und verschärfte administrative Maßnahmen für die Devisenkonvertierung im Inland, analysiert Germany Trade and Invest (gtai).

Die durch Gas- und Ölexporte erwirtschafteten Deviseneinnahmen sind laut ADB in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres gestiegen, nachdem sie 2015 und 2016 geschrumpft waren. Mithilfe staatlicher Fördermaßnahmen erreichte die Industrieproduktion außerhalb der Gas- und Kohlenwasserstoffproduktion ein Wachstum von 5,5 Prozent, 4,3 Prozentpunkte mehr als 2016. Ungeklärt bleiben sowohl der Streit mit Russland als auch mit dem Iran über Gaslieferungen. Beide Länder sind wichtige Abnehmer von turkmenischem Gas.

Der Konsum hat sich seit 2015 deutlich abgekühlt, auch wenn die verbesserte Wirtschaftslage in Russland und den Nachbarländern die Überweisungen turkmenischer Arbeitsmigranten aus dem Ausland steigen lassen. Chancen für ausländische Investoren ergeben sich im Ausbau von industrieller und Verkehrsinfrastruktur.

Für 2018 erwartet die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) einen Abschwung beim Wachstums auf fünf Prozent. Dagegen rechnet die ADB mit einem gleichbleibenden Niveau: Das Wachstum soll im laufenden Jahr bei 6,5 Prozent bleiben und 2019 auf 6,7 Prozent steigen. Ausländische Direktinvestitionen, öffentliche Investitionen und der Konsum würden zunehmen, steigende Rohstoffpreise würden dem Staatshaushalt bessere Einnahmen sichern. Gtai sieht das kritischer und erwartet bei Exporten, Deviseneinnahmen, dem Staatshaushalt und dem Konsum einen Fortführung des Trends von 2016. Weiterhin blieben die schlechten Rahmenbedingungen ein enormes Problem für ausländische Partner: Eine starke staatliche Reglementierung der Wirtschaft, bürokratische Verfahren, unzulängliche Reformen, politisch geprägte Ausschreibungen und ein restriktives Visaregime stünden einer positiven Entwicklung demnach nach wie vor im Wege, schreibt gtai.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die deutschen Ausfuhren nach Turkmenistan verzeichneten 2017 einen Zuwachs von rund zehn Prozent auf insgesamt gut 365 Millionen Euro. Aus Deutschland werden in erster Linie Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile sowie chemische Erzeugnisse nach Turkmenistan geliefert. Im Gegenzug bezieht Deutschland vor allem Erdgas, Erdöl, Textilien und Bekleidung sowie andere Rohstoffe aus dem zentralasiatischen Land. Die deutschen Importe beliefen sich 2017 auf rund sechs Millionen Euro. Das war gegenüber 2016 mit 51,2 Millionen Euro ein Rückgang um 88,3 Prozent. Die Schwankungen beim deutschen Außenhandel mit Turkmenistan sind enorm und hängen zum einen mit schwankenden Rohstoffpreisen, zum anderen mit einzelnen Liefervereinbarungen zusammen.

Aktivitäten des OAOEV

Vom 10. bis 13. April 2018 stand Turkmenistan im Fokus eines Arbeitsbesuch des OAOEV-Geschäftsführers Michael Harms. Am 30. April folgte dann die Sitzung der Deutsch-Turkmenischen Regierungsarbeitsgruppe in Berlin. In Aschghabad traf OAOEV-Geschäftsführer Harms unter anderem mit Vizepremierminister und Außenminister Rashid Meredov zusammen.

Quellen: ADB, EBRD, gtai, IWF, Statistisches Bundesamt, UNCTAD

Statistik 2017

Präsident und Vorsitzender des Ministerrates:
Gurbanguly Berdymuhammedow
Hauptstadt: Aschgabat
Bevölkerung: 5,8 Mio.

Nominales BIP: 31,0 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 5.683 Euro
BIP-Wachstum: 6,5 %
BIP-Wachstum, 2018 (P): 5,0 %

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus TM: 5,9 Mio. Euro
Exporte nach TM: 370,8 Mio. Euro

Quellen: EBRD, gtai
 

Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu
 

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