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Usbekistan

UsbekistanStand: Juli 2018

Der zweite Präsident Usbekistans, Shavkat Mirzijojev, der seit Dezember 2016 im Amt ist, hat ein umfangreiches Reformprogramm gestartet. Es soll das Land für Investoren öffnen. Die Abwertung der Nationalwährung gegenüber dem US-Dollar um rund die Hälfte hatte einen negativen Effekt auf den Konsum. Die Inflation schnellte 2017 von 5,7 auf 14 Prozent in die Höhe.

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Wachstum der usbekischen Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt. Laut der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wuchs das BIP 2017 um  5,3 Prozent und damit um 2,5 Prozentpunkte weniger als 2016. Lediglich der Transport- und Logistiksektor wuchs mit 8,9 Prozent schneller als im Vorjahr (7,1%). Rückläufig war das Wachstum in Industrie, Dienstleistungen und Landwirtschaft. Den stärksten Einbruch wies laut ADB der Bausektor 2017 mit 5,6 gegenüber  12,5 Prozent im Vorjahr auf. Auch in anderen Branchen wirkte sich der teurere Import von Ressourcen und Material auf die Produktionskosten und Preise aus.

Dagegen sorgten die wirtschaftliche Erholung Kasachstans und Russlands sowie die im Verhältnis zum US-Dollar günstigere Nationalwährung für eine starke Nachfrage nach Früchten und Gemüse aus Usbekistan. Die Öffnung des Landes, das zuvor weitestgehend isoliert war, begünstigte diesen Trend zusätzlich. Usbekistan hat sich im vergangenen Jahr auch seinen Nachbarstaaten angenähert, zu denen die Beziehungen zeitweise sehr angespannt waren.

Laut der ADB bleibt die Wachstumsdynamik Usbekistans für 2018 stabil bei  5,5 Prozent. Zum Wachstum werden laut Prognose hauptsächlich das Exportgeschäft und ausländische Investitionen aus Russland beitragen. Vor dem Hintergrund steigender Rückzahlungen von Gastarbeitern aus Kasachstan und Russland soll auch der Konsum wieder zunehmen. Die Inflationsrate werde um weitere zwei auf 16 Prozent steigen und erst im Jahr 2019 leicht auf 14 Prozent zurückgehen. Ursache hierfür sind steigende Haushaltsausgaben und die sich fortsetzende Abwertung des usbekischen Sum gegenüber dem US-Dollar.

Für den Zeitraum von 2017 bis 2021 plant der Staat Förderprogramme von rund 40 Milliarden US-Dollar. Sie konzentrieren sich auf die Förderung, Verarbeitung und Veredelung von Gas und Öl, das Baugewerbe, die Stromwirtschaft, die Chemie- und Textilindustrie sowie die Förderung und Verarbeitung von Erzen. Weitere Schwerpunkte des Reformprogramms sind die Nahrungsmittelproduktion und der Tourismussektor.

Die Weltbank, die ADB und die Islamische Entwicklungsbank (IDB) stellen im Zeitraum 2016/17 bis 2019/20 Kredite über 7,7 Milliarden US-Dollar für Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Landwirtschaft und Industrieprojekte bereit.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Das mit 32,1 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land in Zentralasien nach Kasachstan ist der zweitwichtigste Partner Deutschlands in der Region. Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Usbekistan lag im vergangenen Jahr bei 606,9 Millionen Euro, 32,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Deutsche Unternehmen exportierten 2017 Waren im Wert von insgesamt 583,1 Millionen Euro nach Usbekistan. Deutschland bezog usbekische Güter im Wert von rund 24 Millionen Euro, zwei Prozent weniger als 2016.

Das große Interesse der deutschen Wirtschaft spiegelte sich in einer vom Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft im Mai 2018 organisierten Delegationsreise nach Usbekistan mit rund 70 Teilnehmern wider.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV organisierte gemeinsam mit der Botschaft der Republik Usbekistan und dem Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrat am 15. November 2018 ein Deutsch-Usbekisches Business-Forum mit Premierminister Abdulla Aripov , bei dem sich über 160 Unternehmensvertreter über die Reformagenda der usbekischen Regierung informieren konnten.

Am 14. Mai 2018 reiste eine Wirtschaftsdelegation nach Usbekistan. Mit über 70 Teilnehmern war es die größte Reisegruppe, die der OAOEV jemals nach Zentralasien geführt hat. Am 15. Mai 2018 erhielten die Delegationsteilnehmer zunächst ein Briefing durch Botschafter Günter Overfeld. Vom hohen Reformtempo konnten sich die Delegationsteilnehmer bei der anschließenden Sitzung des Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsrats und des mit 180 Teilnehmern bestens besuchten Deutsch-Usbekischen Businessforums überzeugen.

Quellen: ADB, EBRD, gtai, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt, UNCTAD


Statistik 2017

Präsident: Shavkat Mirzijojev
Ministerpräsident: Abdulla Aripov
Hauptstadt: Taschkent
Bevölkerung: 31,6 Mio.

Nominales BIP: 42 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 1.308 Euro
BIP-Wachstum: 5,3 %
BIP-Wachstum, 2018 (P): 5,1 %

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus UZ: 23,8 Mio. Euro
Exporte nach UZ: 583,5 Mio. Euro

Quellen: EBRD, gtai
 

Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu
 

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