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Kasachstan

KasachstanStand: April 2019

Kasachstan ist für die deutsche Wirtschaft der Handelspartner Nummer eins in der Region Zentralasien. Die Weltausstellung EXPO 2017 in Astana unterstrich das Ziel des Landes, in die Riege der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer aufzusteigen. Seit Dezember 2015 hat Kasachstan als erstes zentralasiatisches Land ein erweitertes Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der EU.

Wirtschaftsentwicklung

Steigende Rohstoffpreise sowie das solide externe Umfeld haben seit 2017 maßgeblich dazu beigetragen, die kasachische Wirtschaft, die vor allem von der Entwicklung des Energiesektors abhängt, aus der konjunkturellen Talsohle von 2015 und 2016 zu hieven. Zur Erholung trugen neben höheren Konsumausgaben vor allem ausländische und staatliche Investitionen, letztere vor allem in Infrastruktur und Wohnungsbau, bei. Im Jahr 2018 legte das BIP nach Einschätzung der EBRD um vier Prozent zu. Gestützt wurde das kräftige Wachstum von höheren Einnahmen aus Ölexporten und der steigenden Ölproduktion. Anhaltende Wachstumsimpulse resultieren zudem aus großen Investitionsprojekten insbesondere im Energiesektor. Für 2019 rechnet die EBRD mit einem BIP-Wachstum von 3,5 Prozent.

Die Belt-and-Road-Initiative (BRI) der chinesischen Regierung für eine neue Seidenstraße von China über Zentralasien in die EU nimmt immer mehr Konturen an und sorgt mit Infrastrukturinvestitionen für weitere Wachstumsimpulse in der gesamten Region, von denen auch Kasachstan profitiert.

Im März 2019 endete mit dem Rücktritt von Staatspräsident Nursultan Nasarbajew, der das zentralasiatische Land seit der Unabhängigkeit regierte, eine Ära. Die Verfassung sieht allerdings auch nach dessen Ausschieden bedeutende Mitspracherechte für Nasarbajew vor. So bleibt er etwa Vorsitzender des Sicherheitsrats.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Im bilateralen Handel Deutschlands mit Kasachstan konnten 2018 weiter Zuwächse verzeichnet werden. Vor allem die deutschen Exporte (+11,3 Prozent), weniger die Importe aus Kasachstan (+3,9 Prozent) wuchsen deutlich. Dennoch ist die Bestmarke aus dem Jahr 2013 mit einem Handelsumsatz von 6,8 Milliarden Euro noch deutlich entfernt. 2018 lag das bilaterale Handelsvolumen bei 5,1 Prozent. Deutschland exportiert vor allem Maschinen und Anlagen, chemische Erzeugnisse, Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse, elektrische Ausrüstungen und Kfz nach Kasachstan. Aus Kasachstan werden vor allem Erdöl und Erdgas, Metalle und chemische Erzeugnisse importiert. Kasachstan ist für Deutschland der viertgrößte Öllieferant.

Auf der Investitionsseite konzentriert sich der überwiegende Teil der ausländischen Direktinvestitionen in Kasachstan auf den Rohstoffsektor, vor allem auf die Erdöl- und Erdgasförderung. Deutschland liegt unter den Investoren lediglich auf Rang 18. 2017 investierten deutsche Unternehmen 345 Millionen US-Dollar in Kasachstan. Insgesamt belaufen sich die Investitionen deutscher Unternehmen auf 549 Millionen US-Dollar. Die wichtigsten Zielsektoren sind der Baustoffsektor, Handel, Infrastruktur und die Chemieindustrie.

Aktivitäten des OAOEV

Im Dezember 2017 hielt sich eine Delegation des OAOEV in der kasachischen Hauptstadt Astana auf. Dabei wurde mit der kasachischen staatlichen Investitionsagentur KazakhInvest die Einrichtung einer Arbeitsgruppe vereinbart, die deutschen Investoren für die Abstimmung von Projekten zur Verfügung stehen wird. Die erste Ad-hoc-Sitzung der Arbeitsgruppe fand am 16. Februar 2018 in Berlin statt.

Im Mai 2018 reiste eine OAOEV-Delegation zu hochrangigen Gesprächen nach Kasachstan. Dort fand unter anderem eine Konferenz des Berliner Eurasischen Klubs (BEK) statt, die der OAOEV gemeinsam mit der Botschaft Kasachstans in Berlin regelmäßig organisiert. Ende Mai 2018 veranstaltete der OAOEV gemeinsam mit dem Deutsch-Kasachischen Wirtschaftsrat und der Botschaft der Republik Kasachstan eine Präsentation der kasachischen Investitionsagentur KazakhInvest in Berlin.

Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2018

Präsident (interim): Kassym Tokajew
Ministerpräsident: Asqar Mamin
Hauptstadt: Nursultan
Bevölkerung: 18,5 Mio.

Nominales BIP: 156,1 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 8.455 Euro
BIP-Wachstum: 4,0 %
BIP-Wachstum, 2019 (P): 3,5 %

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 3,7 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,4 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu


Links

Kasachische Botschaft

Deutsche Botschaft

Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien

Investitionsagentur

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