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Kosovo

KosovoStand: Januar 2020

Wie für alle anderen Staaten des Westlichen Balkans besteht auch für den Kosovo die Perspektive eines Beitritts zur Europäischen Union. Im Oktober 2015 wurde ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen der EU und Kosovo unterzeichnet. Es trat im April 2016 in Kraft und soll zur Stabilisierung der Marktwirtschaft und zur Vorbereitung des Landes auf die EU-Beitrittsverhandlungen beitragen.

Wirtschaftsentwicklung

Das BIP-Wachstum erreichte 2018 dank höherer Netto-Exporte, einem Anstieg des öffentlichen und privaten Konsums und der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur 3,8 Prozent. Dabei geht die anhaltende Konsumneigung der Bevölkerung zu einem signifikanten Anteil auf Geldtransfers von im Ausland lebenden Kosovaren zurück. 2019 wird der kosovarischen Wirtschaft ein Wachstum von vier Prozent prognostiziert, wobei dieses vor allem von der Durchführung größerer Infrastruktur- und Energieinvestitionen abhängig ist. Nach wie vor ist die Wirtschaft stark von externen Faktoren wie Transferleistungen und auslandsfinanzierten Investitionen abhängig, die vor allem von internationalen Gebern im Rahmen bi- und multilateraler Vereinbarungen finanziert werden. Der Ressourcenreichtum des Landes sowie die Reformbereitschaft lassen auf weitere positive Entwicklungen in potenziell starken Branchen hoffen, insbesondere im IT-Dienstleistungsbereich und im Rohstoffexport. Bremsend wirkt - auch in Bezug auf eine weitere euro-atlantische Integration - der Konflikt mit dem Nachbarland Serbien und die im November 2018 durch die kosovarische Regierung eingeführten Strafzölle auf serbische Waren. Obwohl die Arbeitslosenquote 2018 mit 29 Prozent die höchste der Region war, stellen die anhaltende Abwanderung von Fachkräften und der daraus folgende Fachkräftemangel ein Risiko für die weitere Entwicklung des Landes dar.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Im Jahr 2019 betrug das Außenhandelsvolumen Deutschlands mit dem Kosovo knapp 290 Millionen Euro. Die deutschen Ausfuhren stiegen 2019 um 9 Prozent auf fast 257 Millionen Euro. Geliefert wurden an erster Stelle Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile. Die Importe aus Kosovo zogen 2019 gegenüber dem Vorjahr um 22,9 Prozent auf gut 32 Millionen Euro an. Deutschland importierte vor allem Textilien, Rohstoffe und Maschinen. Bei den Hauptlieferländern belegte Deutschland hinter Serbien und vor der Türkei sowie China den zweiten Rang.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV reiste im Oktober/November 2018 mit einer Delegation nach Prizren und Pristina, um sich vor Ort über das Projekt zur Implementierung eines Trainings- und Innovationsparkes auf dem bis zum 1. Januar 2019 von der KFOR genutzten Gelände in Prizren zu informieren.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus dem Kosovo die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.


Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Prishtina
Bevölkerung: 1,9 Mio.
Fläche: 10.877km²
Präsident: Hashim Thaci
Ministerpräsident: Albin Kurti

Nominales BIP: 7,1 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 4,447 Euro
BIP-Wachstum: 4,1%
BIP-Wachstum, 2020 (P): 3,8%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 32,5 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 256,7 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 97
Deutsche Einfuhr: Platz 130

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Kosovarische Botschaft

Deutsche Botschaft

Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Kosovo (Mazedonien)

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