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Kosovo

KosovoStand: Juni 2020

Wie für alle anderen Staaten des Westlichen Balkans besteht auch für den Kosovo die Perspektive eines EU-Beitritts. Im April 2016 trat ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen der EU und Kosovo in Kraft und soll zur Stabilisierung der Marktwirtschaft und zur Vorbereitung des Landes auf die EU-Beitrittsverhandlungen beitragen. Bisher unvollendet ist der Prozess der Visaliberalisierung, die den Bürgern des Landes ebenso wie seiner Nachbarländer die visafreie Einreise in die EU erlauben würde.

 

Wirtschaftsentwicklung

2019 wuchs die kosovarische Wirtschaft um 4,1 Prozent. Nach wie vor ist sie stark von externen Faktoren wie Transferleistungen und auslandsfinanzierten Investitionen abhängig, die vor allem von internationalen Gebern im Rahmen bi- und multilateraler Vereinbarungen finanziert werden. Der Ressourcenreichtum des Landes sowie die Reformbereitschaft lassen auf weitere positive Entwicklungen in potenziell starken Branchen hoffen, insbesondere im IT-Dienstleistungsbereich und im Rohstoffexport. Ein positives Signal setzt die Regierung unter dem amtierenden Premierminister Albin Kurti. So wurden die im November 2018 durch die kosovarische Regierung eingeführten Strafzölle auf serbische Waren im April 2020 aufgehoben. Doch auch für Kosovo müssen die Wachstumsprognosen angepasst werden. Die zuvor anhaltend positiven Prognosen vom Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) von über vier Prozent für das Jahr 2020 passte das Institut am im Mai 2020 vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie auf -4,4 Prozent an. Schon 2021 ist aber laut wiiw mit einer Erholung von vier Prozent zu rechnen. Die Frühjahrsprognose der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) geht mit einem prognostizierten Rückgang von fünf Prozent im Jahr 2020 in eine vergleichbare Richtung, sieht aber für 2021 einen umso deutlicheren Aufschwung von 7,5 Prozent voraus.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Im Jahr 2019 betrug das Außenhandelsvolumen Deutschlands mit dem Kosovo knapp 290 Millionen Euro. Die deutschen Ausfuhren stiegen 2019 um 9 Prozent auf fast 257 Millionen Euro. Geliefert wurden an erster Stelle Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile. Die Importe aus Kosovo zogen 2019 gegenüber dem Vorjahr um 22,9 Prozent auf gut 32 Millionen Euro an. Deutschland importierte vor allem Textilien, Rohstoffe und Maschinen. Bei den Hauptlieferländern belegte Deutschland hinter Serbien und vor der Türkei sowie China den zweiten Rang.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV reiste im Oktober/November 2018 mit einer Delegation nach Prizren und Pristina, um sich vor Ort über das Projekt zur Implementierung eines Trainings- und Innovationsparkes auf dem bis zum 1. Januar 2019 von der KFOR genutzten Gelände in Prizren zu informieren.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus dem Kosovo die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.


Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Prishtina
Bevölkerung: 1,9 Millionen
Fläche: 10.877 km²
Präsident: Hashim Thaci
Ministerpräsident: Avdullah Hoti

Nominales BIP: 7,1 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 4,447 Euro
BIP-Wachstum: 4,2%
BIP-Wachstum, 2020 (P): -5,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 32,7 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 257,1 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 97
Deutsche Einfuhr: Platz 130

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Kosovarische Botschaft

Deutsche Botschaft

Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Kosovo (Mazedonien)

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