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Kroatien

KroatienStand: Juni 2020

Kroatien wurde im Juli 2013 im Zuge der siebenten Erweiterung das jüngste Mitgliedsland der EU und verabschiedete im Mai 2018 eine Strategie zur Einführung des Euro. Am 1. Januar 2020 hat Kroatien von Finnland für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft übernommen und wird diese im Juli an Deutschland weitergeben.

Wirtschaftsentwicklung

Die kroatische Wirtschaft war bis 2019 auf Erholungskurs, allerdings mit gedrosseltem Tempo. Zentrale Wachstumsfaktoren waren der private Konsum, der von steigenden Haushaltseinkommen und sinkender Arbeitslosigkeit profitierte, die starke Tourismusbranche und die bessere Nutzung von EU-Fördermitteln. Das BIP-Wachstum betrug laut EBRD 2019 drei Prozent. Dienstleistungen haben einen Anteil von fast 60 Prozent am BIP des Mittelmeerlandes, allein der Tourismus trägt ein Fünftel bei. Daher verzeichnet Kroatien insbesondere Investitionen in Finanzwesen, Telekommunikation und Immobilienwirtschaft. Der Bau eines Flüssiggas-Terminals in der Nord-Adria sowie der Ausbau des Erdgasleitungsnetzes und dessen Anbindung an die Trans-Adria-Gaspipeline (TAP) könnten Kroatien perspektivisch zum regionalen Knotenpunkt für die Erdgasversorgung machen. Ende März 2020 wurde das Land von einem schweren Erdbeben getroffen. Das Erdbeben sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie schlagen sich in den Wachstumsprognosen nieder. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) prognostizierte im Mai für 2020 einen Rückgang des BIP um elf Prozent. Damit wäre Kroatien in der Region Südosteuropa vom stärksten Rückgang betroffen. Für 2021 wird dann mit einem Wachstum von vier Prozent gerechnet. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sagte im Mai 2020 in ihrer Prognose mit minus sieben Prozent einen nicht ganz so signifikanten Rückgang voraus und rechnet für 2021 im Vergleich zum wiiw mit einem deutlicheren Plus von sechs Prozent.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Im Jahr 2019 konnte der deutsch-kroatische Handel weitere Zuwächse verzeichnen. Am stärksten zogen die deutschen Ausfuhren an, nämlich um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,7 Milliarden Euro. Die Einfuhren aus Kroatien stiegen um 2,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. 2019 lag der Handelsumsatz damit bei 5,5 Milliarden Euro – ein Plus von 2,9 Prozent. Wichtigste deutsche Exportgüter waren Autos und Autoteile, Maschinen, Nahrungs- und Futtermittel sowie chemische Erzeugnisse. Die wichtigsten deutschen Importgüter aus Kroatien waren elektrische Ausrüstungen, Maschinen, Kraftwagen und Kraftwagenteile.

Aktivitäten des OAOEV

Im November 2018 kamen die kroatische und deutsche Seite zu einem Treffen der bilateralen Task Force zusammen, die auf deutscher Seite gemeinsam von OAOEV, Bundeswirtschaftsministerium und AHK Kroatien getragen wird.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Kroatien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Zagreb
Bevölkerung: 4,1 Millionen
Fläche: 56.594 km²
Präsident: Zoran Milanović
Ministerpräsident: Andrej Plenkovic

Nominales BIP: 56,7 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 13.927 Euro
BIP-Wachstum: 2,9%
BIP-Wachstum, 2020 (P): -7,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 1,8 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 3,7 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 46
Deutsche Einfuhr: Platz 53

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Kroatische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer

Investitionsagentur

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