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Stand: Juli 2018

Die Wirtschaft wächst stetig bei moderatem Tempo. Internationale Förderbanken engagieren sich wieder mehr in dem Land. Korruption und die relativ geringe Wettbewerbsfähigkeit bleiben gewichtige Probleme.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Weltbank listet die Republik Moldau mit einem jährlichen BIP pro Kopf von etwa 1.800 Euro als das ärmste Land in Europa. Aus der Sicht der Volkswirte der Bank hat es allerdings seit der Jahrtausendwende erhebliche Fortschritte gemacht, um die Armut zu verringern. Das Bruttoinlandsprodukt ist durchschnittlich um fünf Prozent gewachsen – angetrieben durch den Konsum und Überweisungen von Moldawiern, die im Ausland leben. Diese Transfers machen pro Jahr eine zweistellige Prozentzahl am BIP aus. Die Republik Moldau lebt überwiegend vom Handel und Tourismus, der pro Jahr ungefähr 17 Prozent zur Gesamtwirtschaft beisteuert. Weitere wichtige Sektoren sind der Bergbau mit ebenso fast 17 Prozent sowie die Landwirtschaft mit gut 14 Prozent.

Die Gesamtwirtschaft ist im Jahr 2017 um 4,5 Prozent gestiegen, wie das offizielle Statistikamt berichtet. Damit setzt die Volkswirtschaft ihre Entwicklung fort, die sie im Vorjahr eingeschlagen hatte. Allein im vierten Quartal 2017 nahm das BIP um 6,4 Prozent zu. Wichtige Wachstumsfaktoren waren die Landwirtschaft und der Einzelhandel. Darüber hinaus erhöhte sich der Konsum um 4,2 Prozent und sorgte für weitere bedeutsame Impulse – wie in den Vorjahren.

Zusätzlich gewinnt Moldau das Vertrauen internationaler Förderinstitute zurück. So hat der IWF im Dezember 2017 beschlossen, dass das Land wieder 22 Millionen Dollar (18,5 Mio. EUR) erhält. Ein Bankenskandal hatte Ende 2014 dazu geführt, dass der Währungsfonds ein Programm suspendiert hatte.
Ein Problem bleibt die Korruption, die weiterhin von der EU kritisch beäugt wird. „Moldau muss noch einen weiten Weg gehen, um seine Reformen umzusetzen, die Teil des Freihandelsabkommens und des politischen Vertrages sind, die das Land mit der EU geschlossen hat“, heißt es in einem Bericht der Komission vom April 2018. „Die Korruption bleibt weit verbreitet, die Unabhängigkeit der Justiz und der Exekutive müssen grundlegend verbessert werden – genauso wie die nationalen Anti-Korruptionsbehörden“, erklärte Brüssel. Moldau hat mit der EU ein Assoziierungsabkommen geschlossen. Das Problem: Der prorussische Präsident Igor Dodon kritisiert den westlichen Kurs von Ministerpräsident Filip und sucht die Annäherung an Moskau.

Die Weltbank geht für dieses Jahr von einem BIP-Wachstum von 3,8 Prozent aus. Darüber hinaus sieht das Finanzinstitut ein Problem, welches das Land langfristig sehr belasten wird: Immer mehr Moldawier verlassen ihre Heimat, während sich gleichzeitig die Geburtenrate verringert. Aus der Sicht der Volkswirte der Bank hat dies zu „einem alarmierenden Rückgang der Bevölkerung“ geführt. Die  Gesellschaft altere zunehmend, wodurch sich der Druck auf die Rentensysteme erhöhe und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes geringer werde, schreiben die Ökonomen. Ein wichtiges politisches Ereignis sind die Parlamentswahlen Ende 2018.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Moldau verfügt über eine Exportquote, die weit über 40 Prozent liegt und somit einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtwirtschaft hat. Die deutschen Importe aus dem Land sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13 Prozent auf 206,5 Millionen Euro gestiegen. Die Exporte in die Republik Moldau sind um fast 16 Prozent auf 361 Millionen Euro geklettert.

Quellen: EBRD, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt

Statistik 2017

Staatspräsident: Igor Dodon
Ministerpräsident: Pavel Filip
Hauptstadt: Chișinău
Bevölkerung: 3,6 Mio.

Nominales BIP: 7,1 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 2.000 Euro
BIP-Wachstum: 4,5 %
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,5 %

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus MD: 201,7 Mio. Euro
Exporte nach MD: 360,6 Mio. Euro

Quellen: EBRD, gtai

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
Fax: 030 2028-2404
A.Quiring@bdi.eu

Links

Moldauische Botschaft

Deutsche Botschaft

Investitionsagentur

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