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Montenegro

MontenegroStand: Juni 2020

Montenegro gehört zu den kleinsten Volkswirtschaften Europas. Bereits im Juni 2012 hat die EU Beitrittsverhandlungen mit Montenegro aufgenommen. Von insgesamt 33 zu verhandelnden Kapiteln sind 32 Kapitel eröffnet, von denen drei Kapitel bereits vorläufig abgeschlossen wurden.

 

Wirtschaftsentwicklung

2019 kam es laut EBRD infolge des notwendigen öffentlichen Sparkurses und des Abschlusses großer Bauprojekte zu einer Abschwächung des BIP-Wachstums auf 2,8 Prozent. Zum Wachstum trugen der private Konsum ebenso bei wie die Investitionen, insbesondere im Straßenbau - hier vor allem der Bau eines Autobahnabschnitts von der Adriaküste nach Serbien, der von China finanziert und durchgeführt wird, - sowie im Energiesektor und Tourismus. Die umfangreichen Importe rissen allerdings ein Loch in die Handelsbilanz. Das Land ist stark von internationalen Investitionen abhängig, die das Wachstum der Gesamtwirtschaft ankurbeln. Etwa ein Drittel der finanziellen Mittel stammt aus der EU, die damit der größte internationale Geldgeber des Landes ist. Auch in Montenegro schaut man mit Sorge auf die Corona-Pandemie. Der Tourismus kam zwischenzeitlich zum Erliegen. Mit dessen traditionell sehr starken Anteil am BIP geht eine signifikante Anpassung der Wachstumserwartungen einher. In seiner im Mai 2020 veröffentlichten Prognose geht das Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) von einem signifikanten Rückgang von acht Prozent für die tourismusabhängige Wirtschaft aus. Für das Jahr 2021 ist dann aber wieder ein Wachstum von fünf Prozent möglich. Auch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) erwartet in ihrer Mai-Prognose einen Rückgang von acht Prozent für 2020, ist aber in der Prognose für 2021 optimistischer. Demnach könnte die montenegrinische Wirtschaft dann um 10,5 Prozent wachsen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Der Handel mit Deutschland unterliegt starken Schwankungen, weil die Volumina vergleichsweise gering sind. Vor diesem Hintergrund können Einzelaufträge über die Gesamtentwicklung des Außenhandels entscheiden. So sind die deutschen Exporte in das südosteuropäische Land 2019 um 5,1 Prozent auf 119 Millionen Euro gefallen. Dabei dominierten Kraftwagen und Kraftwagenteile, Nahrungs- und Futtermittel sowie Maschinen. Die deutschen Importe aus Montenegro vergrößerten sich auf knapp 20 Millionen Euro. Bei den Einfuhren sind Metalle, pharmazeutische Produkte und Holzwaren die wichtigsten Waren aus Montenegro.

Aktivitäten des OAOEV

Im März 2019 besuchte eine Unternehmensdelegation unter Leitung von OAOEV-Geschäftsführer Michael Harms Montenegro. In Gesprächen mit Premierminister Dusko Markovic und weiteren Ministern informierte sich die Delegation über die aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen des Landes und Möglichkeiten für die Intensivierung der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Montenegro die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: EBRD, Weltbank, Statistisches Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Podgorica
Bevölkerung: 0,6 Millionen
Fläche: 13.812 km²
Präsident: Milo Đukanović
Premierminister: Duško Marković

Nominales BIP: 4,8 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 7.618 Euro
BIP-Wachstum: 3,5 Prozent
BIP-Wachstum, 2020 (P): -8,0 Prozent

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 19,6 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 119,4 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 121
Deutsche Einfuhr: Platz 139

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Deutsche Botschaft

Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer (AHK Serbien)

Investitionsagentur

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