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Stand: Juli 2018

Wie in den Vorjahren entwickelt sich die Wirtschaft weiterhin positiv und weist jährliche Zuwächse im einstelligen Prozentbereich auf. Besonders positiv ist, dass die Regierung einen Haushaltsüberschuss erwirtschaftet hat. Auch der Außenhandel mit Deutschland wächst kontinuierlich.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren auf solidem Niveau entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr nach Zahlen der Weltbank um 2,7 Prozent gestiegen. Zwölf Monate zuvor hatte es noch einen Zuwachs von 3,3 Prozent gegeben. Mit einem Plus von 3,1 Prozent war die Industrie ein wichtiger Wachstumsfaktor, wie die Nationalbank BiH berichtet. Die Volkswirte der Bank betonen, dass dieser Sektor in allen vier Quartalen gleichmäßig schnell gewachsen ist. Die Industrie ist deswegen gesamtwirtschaftlich so wichtig, weil sie ein Drittel zum BIP beisteuert. Darüber hinaus hat das verarbeitende Gewerbe um 5,3 Prozent zugelegt. Dabei stach besonders die Papierherstellung hervor, die um fast 17 Prozent gestiegen war. Stark entwickelte sich auch die Metallproduktion, deren Umsätze sich um sieben Prozent vergrößerten.

Positiv zu bewerten ist zudem, dass die Regierung einen Haushaltsüberschuss von zwei Prozent am BIP erreicht hat – also etwa 300 Millionen Euro. Dieses Plus entstand überwiegend durch Einsparungen. Problematisch war die Energie- und Gasindustrie, die als eine der wenigen Branchen einen Rückgang auswies – und zwar um 4,1 Prozent. Sorgen bereitet auch die Abwanderung von Arbeitskräften. In den vergangenen zwei Jahren haben etwa 80.000 Menschen Bosnien-Herzegowina verlassen, weil sie für sich in dem südosteuropäischen Staat keine Lebensperspektive sehen. Der Markt verfügt über ein jährliches BIP pro Kopf von rund 4.600 Euro und ist damit im Europavergleich relativ arm. Das Land befindet sich nach dem Krieg in den Neunziger Jahren weiterhin im Aufbau. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei rund 20 Prozent – eine der höchsten in Europa.

Die Weltbank geht davon aus, dass das BIP im Jahr 2018 um 3,2 Prozent und 2019 um 3,4 Prozent steigt. Der private Konsum dürfe sich infolge steigender Löhne erhöhen. Ein wichtiges Infrastrukturprojekt ist die Fortsetzung des Baus des Paneuropäischen Verkehrskorridors zwischen Budapest und der kroatischen Stadt Polce. Das grundsätzliche Problem aber bleibe, dass sich das wirtschaftliche Potenzial des Landes aufgrund der politischen Struktur und übermäßiger Bürokratie nicht entfalten könne, so die Weltbank.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die Außenhandelsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Balkanstaat entwickeln sich positiv. Der Außenhandelsumsatz zwischen beiden Partnern ist 2017 auf 1,6 Milliarden Euro gestiegen. Das waren 8,9 Prozent mehr als noch zwölf Monate zuvor. Bei deutschen Einfuhren dominieren Bekleidung, Möbel und Maschinen. Die deutschen Unternehmen liefern vor allem Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, Textilien und Maschinen nach Bosnien-Herzegowina. Deutschland gehört zu den wichtigsten Außenhandelspartnern des Balkanstaates – neben Italien und Serbien.

Aktivitäten des OAOEV

Im Oktober 2017 reiste eine Delegation des OAOEV unter Leitung des Geschäftsführers Michael Harms nach Bosnien und Herzegowina. Auf der Agenda standen unter anderem Treffen mit dem Wirtschaftsberater des amtierenden Präsidenten Bosnien und Herzegowinas, dem Vorsitzenden des Ministerrates, dem Premierminister der Föderation Bosnien und Herzogowinas in Sarajevo und der Premierministerin der Republika Srpska von Bosnien und Herzogowina in Banja Luka. Die Reise stellte eine Fortsetzung der Gespräche dar, die der OAOEV im Juni 2016 mit der Präsidentschaft des Landes anlässlich ihres Besuches in Berlin sowie im Rahmen der bilateralen Wirtschaftskonferenz im Mai 2017 ebenfalls in Berlin führte. Im Vorfeld dieser Wirtschaftskonferenz hatten sich beide Seiten zudem bereits auf die Gründung einer Ständigen Arbeitsgruppe unter Federführung der Regierungen beider Länder geeinigt, deren erste reguläre SItzung am 8. November 2017 in Sarajevo stattfand. Der OAOEV beteiligte sich aktiv an der Durchführung der Sitzung, die einen institutionellen Rahmen für den bilateralen Dialogen der Wirtschatfszusammenarbeit zwischen Deutschland und Bosnien und Herzogowina setzt.

Seit 2007 unterstützt der OAOEV im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan auch junge Graduierte aus Bosnien und Herzegowina.

Statistik 2017

Vorsitzender des Staatspräsidiums: Dragan Covic, Mladen Ivanic, Bakir Izetbegovic (rotiert alle 8 Monate)
Vorsitzender des Ministerrats: Denis Zvizdic
Hauptstadt: Sarajevo
Bevölkerung: 3,9 Mio.

Nominales BIP: 15,9 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 4.543 Euro
BIP-Wachstum: 3%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,3%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus BiH: 721,3 Mio. Euro
Exporte nach BiH: 851,1 Mio. Euro

Quellen: GTAI, IWF, Statistisches Bundesamt, Nationales Statistikamt

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

Links

Botschaft Bosnien und Herzegowinas

Deutsche Botschaft

 
 

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