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Polen

PolenStand: April 2019

Polens wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 30 Jahre ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 1991 ist das Bruttoninlandsprodukt (BIP) des Landes um etwa 550 Prozent und allein seit dem EU-Beitritt 2004 um 184 Prozent gestiegen. Mit seinen 38 Millionen Einwohnern ist Polen der größte Absatz- und Beschaffungsmarkt in Mittelosteuropa.

 

Wirtschaftsentwicklung

Im Jahr 2018 verzeichnete Polen mit einem Plus von 5,1 Prozent nach Irland und Malta das dritthöchste Wachstum in der EU-28. Die Prognosen für die makroökonomische Entwicklung sind weiter positiv, auch wenn der Höhepunkt überschritten ist. Die EU-Kommission rechnet im Jahr 2019 mit einem Wachstum von 3,5 Prozent. Der wichtigste Wachstumstreiber ist infolge der zunehmenden Beschäftigung und steigender Löhne der private Konsum. Die wachsenden Exporte sowie die steigenden Investitionen tragen ebenfalls zum Wachstum bei. Die öffentlichen Investitionen profitieren vom umfangreichen Zufluss an EU-Mitteln, während die zunehmende Kapazitätsauslastung die privaten Investitionen stimuliert. Risiken für die weiteren Wachstumsaussichten sind die globale Konjunkturabkühlung und der zunehmende Arbeitskräftemangel.

Berechnungen zufolge ist Polen im aktuellen EU-Finanzrahmen für die Jahre 2014 bis 2020 mit über 82,5 Milliarden Euro der größte Nettoempfänger von EU-Fördermitteln. Allein 2017 erhielt Polen fast neun Milliarden Euro. Dies entsprach etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Mit Hilfe der EU-Finanzmittel wird insbesondere die Infrastruktur des Landes modernisiert und in die Wettbewerbsfähigkeit investiert.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Polen war 2018 mit einem Handelsvolumen von 118 Milliarden Euro der größte Handelspartner der deutschen Wirtschaft in der vom OAOEV betreuten Region. Dabei wies der deutsch-polnische Handel 2018 erneut eine bemerkenswert hohe Dynamik auf und legte gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent zu. Die Handelsbilanz weist im Jahr 2018 einen deutschen Überschuss von 8,3 Milliarden auf, der sich gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Milliarden Euro verringerte. Polen importierte deutsche Waren im Wert von 63 Milliarden Euro und exportierte Waren im Wert von 55 Milliarden Euro.

Nach Polen werden von Deutschland aus vor allem Maschinen, Kfz- und Kfz-Teile und Nahrungsmittel exportiert. Bei den Importen nehmen Kfz und Kfz-Teile, Nahrungsmittel sowie Maschinen die größten Anteile ein. Insgesamt weist die Struktur der Ex- und Importe zwischen Deutschland und Polen starke Ähnlichkeiten auf, was nahelegt, dass Polen für deutsche Produzenten ein wichtiges Glied in ihrer globalen Produktionskette darstellt und viele Güter zur Weiterverarbeitung und Veredelung die Grenze passieren.

Der Bundesbank zufolge beliefen sich die unmittelbaren und mittelbaren deutschen Direktinvestitionen in Polen 2016 akkumuliert auf 29 Milliarden Euro. 15 Prozent der gesamten deutschen Direktinvestitionen in der EU entfielen damit auf unseren östlichen Nachbarn.

Aktivitäten des OAOEV

2018 war der OAOEV an einer Wirtschaftskonferenz zum Thema „Innovate in Poland“ in Frankfurt am Main beteiligt. Im Juni 2018 gab es ein Arbeitsessen mit der polnischen Ministerin für Unternehmertum und Technologie Jadwiga Emilewicz in Berlin. Als Ehrengast und Keynote Speaker begrüßten der OAOEV und die Commerzbank im September 2018 den Botschafter der Republik Polen in Deutschland Andrzej Przyłębski zu einem Hintergrundgespräch im Osteuropa-Salon am Brandenburger Tor. Im Rahmen des Osteuropa-Wirtschaftstags des OAOEV im November 2018 in Hamburg trat der stellvertretende Minister für Unternehmertum und Technologie Marcin Ociepa als Keynote-Speaker auf.

Am Rande des Deutsch-Polnischen Wirtschaftsforums in Berlin im März 2019 veranstaltete der OAOEV gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) ein Unternehmergespräch mit der polnischen Ministerin für Unternehmertum und Technologie Jadwiga Emilewicz.

Die Verbandsaktivitäten zu Polen umfassen zudem Delegationsreisen und die Sitzungen des Arbeitskreises Mittelosteuropa. Der OAOEV ist zudem regelmäßig auf Konferenzen, wie dem Krynica Economic Forum im September 2018, dem „Davos des Ostens“, vertreten. Im Rahmen der Branchenarbeitskreise Digitalisierung, Urbane Infrastruktur und Energieeffizienz, Gesundheitswirtschaft sowie Logistik und Verkehrsinfrastruktur tauschen Experten und Unternehmer ihre Erfahrungen unter anderem in Polen aus.

Quellen: EU-Kommission, EBRD, GTAI, Statistisches Bundesamt

Statistik 2018

Staatspräsident: Andrzej Duda
Ministerpräsident: Mateusz Morawiecki
Hauptstadt: Warschau
Bevölkerung: 38 Mio.

Nominales BIP: 502,6 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 13.082 Euro
BIP-Wachstum: 4,7%
BIP-Wachstum, 2019 (P): 3,6%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 55,3 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 63,1 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadnicki@bdi.eu

Links

Deutsche Botschaft

Polnische Botschaft

AHK Polen

Polnische Agentur für Investitionen und Handel AG (PAIH)

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