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Polen

PolenStand: Oktober 2018

Polens wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 30 Jahre gilt als Erfolgsgeschichte. Seit 1991 ist das Bruttoninlandsprodukt (BIP) des Landes um etwa 550 Prozent und allein seit dem EU-Beitritt 2004 um 184 Prozent gestiegen. Mittel- und langfristig wird Polen mit seinen 38 Millionen Einwohnern der größte Absatz- und Beschaffungsmarkt in Mittelosteuropa bleiben.

Wirtschaftsentwicklung

Die Prognosen für die makroökonomische Entwicklung sind weiter positiv: Die EBRD rechnet im Jahr 2018 mit einem Wachstum von vier Prozent und für 2019 mit einem Zuwachs von 3,3 Prozent. Die konjunkturelle Hochphase fußt auf der stabilen Inlandsnachfrage, wachsenden Exporten und steigenden Investitionen. 2017 verzeichnete Polen ein BIP-Wachstum von 4,6 Prozent – nach Rumänien, Slowenien und Estland das vierthöchste in der EU. Der wichtigste Wachstumstreiber ist infolge der sinkenden Arbeitslosigkeit und steigender Löhne der private Konsum. Die zunehmende Arbeitskräfteknappheit stellt dagegen das größte Risiko für das künftige Wachstum dar.

Berechnungen zufolge ist Polen im aktuellen EU-Finanzrahmen für die Jahre 2014 bis 2020 mit über 82,5 Milliarden Euro der größte Profiteur europäischer Finanzhilfen. Allein 2016 erhielt Polen EU-Mittel im Umfang von fast sieben Milliarden Euro, dies entsprach etwa 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Mit Hilfe der EU-Finanzmittel wurde insbesondere die Infrastruktur des Landes ausgebaut.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Polen war 2017 mit einem Handelsvolumen von 111 Milliarden Euro der größte Handelspartner der deutschen Wirtschaft in der vom Ost-Ausschuss – Osteuropaverein (OAOEV) betreuten Region. 2017 hatten 27,2 Prozent der polnischen Exporte die Destination Deutschland, 22,7 Prozent seiner Importe bezog Polen von dort. Im Ranking der Handelspartner Deutschlands findet sich Polen auf dem siebten Platz hinter China, den Niederlanden, den USA, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Der deutsch-polnische Handel wies 2017 erneut eine hohe Dynamik auf und legte gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozent zu. Die Handelsbilanz weist einen deutschen Überschuss von 8,5 Milliarden Euro auf und fällt damit insgesamt relativ ausgewogen aus. Polen importierte 2017 deutsche Waren im Wert von 59 Milliarden Euro und exportierte Waren im Wert von 51 Milliarden Euro. In Für 2018 deutet sich ein neues Rekordjahr mit Blick auf den bilateralen Warenaustausch an. Der Handel legte in den Monaten Januar bis Juli gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent zu. Nach Polen werden von Deutschland aus vor allem Maschinen, Kfz- und Kfz-Teile und Nahrungsmittel exportiert. Bei den Importen nehmen Kfz und Kfz-Teile, Nahrungsmittel sowie Maschinen die größten Anteile ein.

Der Bundesbank zufolge beliefen sich die unmittelbaren und mittelbaren deutschen Direktinvestitionen in Polen 2016 akkumuliert auf 29 Milliarden Euro. 15 Prozent der gesamten deutschen Direktinvestitionen in der EU entfallen auf unseren östlichen Nachbarn.

Aktivitäten des OAOEV

Im ersten Halbjahr 2018 war der OAOEV an einer Wirtschaftskonferenz zum Thema „Innovate in Poland“ in Frankfurt am Main beteiligt. Im Juni 2018 gab es ein Arbeitsessen mit der polnischen Ministerin für Un-ternehmertum und Technologie Jadwiga Emilewicz in Berlin. Als Ehrengast und Keynote Speaker begrüßten der OAOEV und die Commerzbank im September 2018 den Botschafter der Republik Polen in Deutschland Andrzej Przyłębski im September zu einem Hintergrundgespräch im Osteuropa-Salon am Brandenburger Tor.

Die Verbandsaktivitäten zu Polen umfassen zudem Delegationsreisen und die Sitzungen des Arbeitskreises Mittelosteuropa. Der Arbeitskreis widmet sich den wirtschaftspolitischen Rah-menbedingungen für Handel und Investitionen in unserem Nachbarland. Der OAOEV ist zudem regelmäßig auf Konferenzen, wie dem Krynica Economic Forum im September 2018, dem „Davos des Ostens“, vertreten. Im Rahmen der Branchenarbeitskreise Digitalisierung, Urbane Infrastruktur und Energieeffizienz, Gesundheitswirtschaft sowie Logistik und Verkehrsinfrastruktur tauschen Experten und Unternehmer ihre Erfahrungen unter anderem in Polen aus.

Quellen: EU-Kommission, EBRD, GTAI, Nationales Statistikamt, Weltbank

Statistik 2017

Staatspräsident: Andrzej Duda
Ministerpräsident: Mateusz Morawiecki
Hauptstadt: Warschau
Bevölkerung: 38,5 Mio.

Nominales BIP: 460,4 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 12.124 Euro
BIP-Wachstum: 4,6%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 4,0%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus AL: 51,0 Mrd. Euro
Exporte nach AL: 59,5 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadnicki@bdi.eu

Links

Deutsche Botschaft

Polnische Botschaft

AHK Polen

Polnische Agentur für Investitionen und Handel AG (PAIH)

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