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Lettland

Stand: Juli 2018

Die lettische WIrtschaft befindet sich wieder auf einem stabilen Wachstumskurs: Die EU-Kommission rechnet für 2018 und 2019 mit einem robusten BIP-Zuwachs von 3,3 Prozent. Die steigenden Löhne und die sinkende Arbeitslosigkeit kurbeln den privaten Konsum an, was sich wiederum positiv auf gesamtwirtschaftliche Entwciklung auswirkt. Die geografische Lage, ein hoher Anteil erneuerbarer Energien sowie die Mitgliedschaft im Euroraum bieten insbesondere Mittelständlern gute Rahmenbedingungen für gesellschaftliche Aktivitäten. im Frühjahr 2018 erschütterte ein Finanzskandal das Land. Im Oktober 2018 stehen Parlamentswahlen an, die darüber entstanden werden, ob der liberale Kurs der Regierung fortgesetzt wird.

Wirtschaftsentwicklung

In Lettland stehen die finanziellen Probleme des drittgrößten Finanzinstituts ABLV Bank im Mittelpunkt. Die Europäische Zentralbank und die EU-Abwicklungsbehörde SRB hatten Anfang des Jahres die Schließung des Geldhauses bewirkt, weil sich dessen finanzielle Lage erheblich verschlechtert hatte. Die USA hatten zuvor der Führungsspitze der ABLV vorgeworfen, in Geldwäsche von russischen und ukrainischen Kunden verwickelt zu sein. Anfang Mai 2018 verschärfte sich die Auseinandersetzung, als die Bank gegen die Schließung vor dem Europäischen Gerichtshof Klage einreichte. In der Frage, inwieweit sich dies auf die Entwicklung des Marktes auswirkt, sind sich Ökonomen uneins.

Die Bauleistung ist 2017 um 19,5 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen. Die Baubranche steuert zwischen sechs und sieben Prozent zum BIP bei. Das verarbeitende Gewerbe stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent. Die Transport- und Logistikbranche legte um 7,3 Prozent zu, der IT- und Telekommunikationssektor um 6,1 Prozent. Die Land- und Forstwirtschaft erzielte ein Wachstum von 1,9 Prozent.

Die EU-Fördermittel bleiben ein wichtiger Wachstumstreiber, indem sie Investitionen fördern. Die wurden im vergangenen Jahr außerdem vom starken Außenhandel mit den anderen EU-Ländern und Russland begünstigt, schreibt Germany Trade and Invest (gtai). „Die Wirtschaft Lettlands hat uns mit einem starken Aufschwung überrascht“, kommentierten die Volkswirte des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zumal das aktuelle Haushaltsdefizit auf einem moderaten Niveaue bleibe und die Verschuldung der öffentlichen Haushalte mit knapp 40 Prozent des BIP vergleichsweise niedrig sei.

Die EU-Kommission hat in ihrem Frühjahrsbericht 2018 auf die finanzielle Schieflage der ABLV reagiert. Die Schwierigkeiten waren ein Grund, die Wachstumsprognose für das Jahr 2018 um 0,2 Prozentpunkte nach unten zu korrigieren. Die Organisation geht jetzt nur noch von 3,3 Prozent aus, nachdem sie im Herbst 2017 noch mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet hatte. Die Europäische Bank für Entwicklung und Wiederaufbau bleibt bei einer Vorhersage von 3,5 Prozent.

Nichtsdestotrotz werden „Investitionen fortgesetzt, da weiterhin EU-Mittel in das Land fließen“, zitiert die einheimische Nachrichtenagentur LETA den lettischen EU-Kommissar für den Euro und den sozialen Dialog, Valdis Dombrovkis. „Das starke Lohnwachstum und eine moderate Steigerung der Beschäftigung werden den stetigen Anstieg des Konsums der privaten Haushalte garantieren“, sagte der Kommissar. „Im laufenden und im kommenden Jahr wird das Haushaltsdefizit etwa ein Prozent am BIP erreichen“, ergänzte Dombrovskis.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland ist für ein Lettland ein bedeutsamer Handelspartner. Der Handelsumsatz zwischen beiden Ländern lag im vergangenen Jahr bei 2,6 Milliarden Euro. Die Importe aus dem baltischen Land sind im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 849 Millionen Euro gestiegen. Die Exporte kletterten um 7,2 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die wichtigsten deutschen Exportgüter nach Lettland sind Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen, chemische Erzeugnisse, die wichtigsten deutschen Importgüter: Holz und Holz-, Kork-, Korb-, Flechtwaren ohne Möbel, Kraftwagen und Kraftwagenteile, Erzeugnisse der Landwirtschaft und Jagd.

Quellen: EU, Nationales Stattiskamt, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2017

Staatspräsident: Raimonds Vējonis
Ministerpräsident: Māris Kučinskis
Hauptstadt: Riga
Bevölkerung: 1,9 Mio.

Nominales BIP: 26,6 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 13.640 Euro
BIP-Wachstum: 4,5%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 3,5%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus LV: 849,0 Mio. Euro
Exporte nach LV: 1,8 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Adrian Stadniki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadniki@bdi.eu

Links

Lettische Botschaft

Deutsche Botschaft

Deutsch-Baltische Handelskammer

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