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Tschechien

Stand: Juni 2020

Tschechien ist nach Polen die größte Volkswirtschaft in Mittelosteuropa. Innerhalb der EU kommt das Land als Nummer eins in Mittelosteuropa dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt der EU gemessen in Kaufkraftparitäten mit 90 Prozent am nächsten.

Wirtschaftsentwicklung

Die tschechische Wirtschaft blieb auch 2019 mit einem Plus von 2,6 Prozent auf Wachstumskurs. Zu den Säulen des Wirtschaftswachstums vor der Corona Krise zählten neben der starken Binnennachfrage die Investitionen – auch durch hohe EU-Fördermittel –  und steigende Exporte. Tschechien punktet im regionalen Vergleich vor allem durch die überdurchschnittlich starke Industrie. Die Wirtschaftspolitik setzt gezielt darauf, Tschechien als Innovationsstandort zu profilieren. Besonders bemerkenswert ist, dass das östliche Nachbarland die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU aufwies. Diese lag 2019 bei zwei Prozent. Die schon 2019 spürbare konjunkturelle Abschwächung wird allerdings durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona Krise deutlich beschleunigt, denn als offene und exportorientierte Volkswirtschaft ist Tschechien in besonderem Maße von der Entwicklung in Europa und Deutschland abhängig. Die EU-Kommission erwartet in ihrer Frühjahrsprognose für 2020 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,2 Prozent, bevor 2021 die Erholung einsetzt und zu einem BIP-Plus von fünf Prozent führt.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Außenhandelspartner der Tschechischen Republik, und das Land schaffte es im Jahr 2019 mit Platz zehn in die Top Ten der deutschen Handelspartner. Der deutsch-tschechische Außenhandel erreichte 2019 ein Volumen von fast 93 Milliarden Euro, wobei Deutschland mehr importiert (48 Milliarden Euro) als es exportiert (45 Milliarden Euro). Damit gehört Tschechien zu den wenigen Ländern, die im Handel mit Deutschland eine positive Handelsbilanz vorweisen können. Gegenüber dem Vorjahr legte der gegenseitige Warenaustausch im Jahr 2018 um 0,9 Prozent zu. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als sich der deutsch-tschechische Außenhandel im Jahr 1993 erst auf etwa 7,2 Milliarden Euro belief.

 

Statistik 2019*

Hauptstadt: Prag
Bevölkerung: 10,7 Mio.
Fläche: 78.867 km²
Präsident: Miloš Zeman
Ministerpräsident: Andrej Babiš

Nominales BIP: 220,2 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 20.638 Euro
BIP-Wachstum: 2,6%
BIP-Wachstum, 2020 (P): -6,2%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 47,8 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 44,5 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 11
Deutsche Einfuhr: Platz 7

Quellen: EU-Kommission, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Adrian Stadnicki
Regionaldirektor Mittelosteuropa
Tel.: 030 206167-138
A.Stadnicki@bdi.eu
 

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