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Zwischen Kühlschränken und Kultur

7. Alumni-Treffen der Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden

Das 7. Alumni-Treffen der Deutsch-Russischen Gespräche Baden-Baden fand vom 15. bis 17. Mai 2015 erstmalig in St. Petersburg statt. Etwa 20 Alumni aus beiden Ländern kamen in den russischen Nordwesten, dabei waren Teilnehmer aus jedem der sieben bisherigen Durchgänge vertreten.

Am ersten Tag hatten die Alumni bei einem Unternehmensbesuch bei BSH Bytowije Pribory, dem Tochterunternehmen der BSH Hausgeräte GmbH, die Gelegenheit, die neuesten Informationen über die Entwicklungen der Unternehmensstandorte auf der ganzen Welt und besonders in St. Petersburg zu hören sowie „live“ mitzuerleben, wie die für den russischen Markt bestimmten Waschmaschinen und Kühlschränke produziert werden. Beim anschließenden Welcome Dinner während einer Dampfschifffahrt mit der deutschen Generalkonsulin in St. Petersburg Heike Peitsch – unterstrich der Dinner Speaker Svjatoslav Bychkov, der Vorstandsvorsitzende des Verbands der russischen Wirtschaft in Deutschland, die Wichtigkeit solcher deutsch-russischen Veranstaltungen, die in Krisenzeiten dazu beitragen, dass die „weichen“ Wirtschaftsfaktoren wie Vertrauen und Zuverlässigkeit erhalten bleiben, die die Zusammenarbeit beider Ländern in erster Linie bestimmen.

Am zweiten Tag besuchten die Alumni eine der ältesten und wichtigsten Maschinenfabriken Russlands – das Kirow-Werk (Kirovsky Zavod), zu dem Albrecht Bochow, Direktor für International Business, eingeladen hatte. Nach der Besichtigung des riesigen Werksgeländes hatten die Alumni eine Sitzung in einem der Konferenzräume des Werks: Zunächst führte Alexey Kalinin, Direktor des SKOLKOVO Institutes for Emerging Market Studies, in das Thema „Unknown Russia: Powered by Entrepreneurs“ ein. Danach präsentierten vier soziale Unternehmer aus Moskau und St. Petersburg ihre Projekte. In der darauffolgenden Abstimmung wurde das beste Projekt ausgewählt, nämlich Cocco bello, die Herstellung von Cremehonig mit Beeren durch ältere Menschen in der Ural-Provinz. Dies ist ein Versuch, kleine Dörfer vor dem Aussterben zu retten.

Der zweite Tag ging mit einer Führung durch das alternative Art-Center „Pushkinskya-10“ zu Ende, dabei gewannen die Alumni einen ganz besonderen Eindruck von der russischen Kulturhauptstadt – abseits der Hochkultur. Hier wagten 1989 einige Künstler die Kulturrevolution im Hinterhof: Sie besetzten das Haus und konnten sich behaupten. Bis heute ist dieser Ort Zentrum Petersburgs für Malerei, Musik, Theater, Literatur – und Lebenskunst.

Die Hochkultur fand ebenfalls ihren Platz im Programm des diesjährigen Alumni-Treffens: Schlusspunkt war die sonntägliche Führung durch eines der wichtigsten Museen Russlands – die Staatliche Eremitage. Dieser Besuch rundete symbolisch das deutsch-russische Zusammenwirken ab, denn die Geschichte der Eremitage fängt offiziell an dem Tag im Jahr 1764 an, an dem Katharina die Große über 300 Gemälde vom deutschen Kunsthändler Johann Ernst Gotzkowsky erwarb, die dieser ursprünglich für Friedrich den Großen sammelte.

Yulia Vashchenko
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

 

  • Das Alumni-Treffen fand erstmalig in St. Petersburg statt. Foto: Y. Vashchenko
Ansprechpartner

Yulia Vashchenko
Tel.: 030 2028-1556
Fax: 030 2028-2426
E-Mail: y.vashchenko@bdi.eu

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