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Stand: Juli 2018

Aserbaidschan versucht seine Wirtschaft nach den Rückgängen der Vergangenheit wieder zu stabilisieren. Die Einbrüche bei den Preisen für Energieträger hatten das Land, das stark von seiner Rohstoffindustrie abhängt, unter Druck gesetzt. Auch der Handel mit Deutschland bleibt angespannt.

Wirtschaftsentwicklung

Die ehemalige Sowjetrepublik Aserbaidschan erwirtschaftet pro Jahr ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 36 und 37 Milliarden Euro – also ungefähr so viel wie das Saarland. Dabei nimmt das Land eine Fläche von 86.000 Quadratkilometern ein und ist damit größer als Österreich.

Die wirtschaftliche Entwicklung stabilisiert sich. Aserbaidschans Ökonomie ist stark abhängig vom Verkauf von Erdöl und -gas und war in den vergangenen Jahren aufgrund der niedrigen Preise für Energieträger unter Druck geraten. 2017 stieg das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht um  0,1 Prozent, nachdem es im Vorjahr mehr als drei Prozent verloren hatte. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) war von einem Plus von 1,1 Prozent ausgegangen, während die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet hatte.

Alle Branchen, die nicht zum Ölsektor gehören, sind im Schnitt um 2,6 Prozent gestiegen und haben der Gesamtwirtschaft wichtige Impulse gegeben. Entwicklungspotenzial bieten vor allem die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie. Der Ölsektor war hingegen nach wie vor von einem Rückgang gekennzeichnet und verzeichnete ein Minus von fünf Prozent. Die Regierung hat 2017 ein leichtes Minus von umgerechnet etwa 700.000 Euro erwirtschaftet. Die Einnahmen lagen bei 8,6 Millionen Euro, während die Ausgaben 9,2 Millionen Euro betrugen. Der Haushalt entsprach 1,6 Prozent am BIP. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte lag Anfang 2018 bei 8,3 Milliarden Euro oder 22,8 Prozent am BIP.

Die Lage am Bankensektor hat sich verbessert, nachdem im Jahr 2016 ein Dutzend Geldhäuser schließen mussten. Die US-Agentur Moody‘s schätzte, dass rund ein Viertel der Kredite dieser Finanzinstitute notleidend waren. Die Erholung war besonders in den letzten Monaten 2017 zu sehen. Die Nettogewinne der Banken lagen bis Ende November 2017 bei knapp 550 Millionen Manat (etwa 275 Mio. EUR). Im Vorjahr hatten sie noch einen Verlust von insgesamt 1,7 Milliarden Manat (-850 Mio. EUR) zu verkraften. Die Banken haben inzwischen wieder neue Mitarbeiter eingestellt, nachdem sie im Krisenjahr 2016 Angestellte entlassen mussten.

Die Wirtschaft hat im ersten Quartal 2018 wieder zugelegt. Das BIP ist nach den ersten drei Monaten laut aserbaidschanischem Statistikamt um 2,3 Prozent gewachsen. Die Regierung rechnet für das laufende Jahr mit einem Plus von 1,5 Prozent. Die EBRD hat im Mai ihre Prognosen um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent angehoben.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Der Außenhandel steht nach wie vor unter Druck. Die deutschen Exporte nach Aserbaidschan haben zwar nach Einbrüchen in der Vergangenheit im vergangenen Jahr zumindest wieder ein kleines Wachstum um 0,3 Prozent auf 352 Millionen Euro erreicht. Die Importe brachen aber weiter um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr auf knapp eine Milliarde Euro ein. Aus Deutschland werden überwiegend Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, Maschinen und chemische Erzeugnisse nach Aserbaidschan geliefert.

Aktivitäten des OAOEV

Im Februar 2018 besuchte eine hochrangige Unternehmerdelegation unter Leitung Wolfangs Bücheles Baku und führte Gespräche mit Präsident Ilham Alijew und mehreren Ministern sowie aserbaidschanischen Unternehmen. In dem einstündigen Gespräch im Zagulba-Präsidentenpalast standen vor allem Projekte zur Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und der dazu notwendigen Bauindustrie im Mittelpunkt. Außerdem ging es um deutsche Unterstützung zur Verbesserung des aserbaidschanischen Ausbildungssystems. Neben dem Termin im Palast des Staatspräsidenten standen Gesprächsrunden mit den drei aserbaidschanischen Ministern für Wirtschaft, für Energie und für Transport, Infrastruktur und Hochtechnologien sowie Treffen mit Vertretern der aserbaidschanischen Frachtfluggesellschaft Silk Way und des Internationalen Hafens von Baku im dicht gedrängten Delegationsprogramm.

Quellen: EBRD, GTAI, IWF, Nationales Statistikamt, Statistisches Bundesamt

Statistik 2017

Staatspräsident: Ilham Alijew
Ministerpräsident: Nowruz Mamedow
Hauptstadt: Baku
Bevölkerung: 9,8 Mio.

Nominales BIP: 35,74 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 3.625 Euro
BIP-Wachstum: 0.1%
BIP-Wachstum, 2018 (P): 2,5%

Bilateraler Handel mit Deutschland:
Importe aus AZ: 1.002,9 Mio. Euro
Exporte nach AZ: 352,2 Mio. Euro

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Dr. Martin Hoffmann
Regionaldirektor Osteuropa
Tel.: 030 206167-126
M.Hoffmann@bdi.eu

Links

Aserbaidschanische Botschaft

Deutsche Botschaft

AHK Aserbaidschan

Investitionsagentur AZPROMO

 

 

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