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Nordmazedonien

MazedonienStand: Juni 2020

Nach der Einigung im jahrzehntelangen Namensstreit mit Griechenland trägt die bisherige Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien seit Februar 2019 den Namen Republik Nordmazedonien. Im März 2020 erlangte Nordmazedonien offiziell die NATO-Mitgliedschaft. Im März 2020 hat die EU ihren internen Streit über Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien beigelegt und diese offiziell eröffnet.

Wirtschaftsentwicklung

Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie befand sich Nordmazedonien auf einem starken Wachstumskurs. Für 2019 meldet die EBRD ein BIP-Wachstum von 3,2 Prozent. Positive Impulse setzten vor allem die florierenden Exporte und der private Konsum, der von Maßnahmen wie der Erhöhung des Mindestlohns und wachsender Beschäftigung profitierte, während Bauwirtschaft und Investitionstätigkeit sich nur langsam erholten. Strukturelle Reformen, unter anderem zur Verbesserung der Rechtstaatlichkeit und zur Bekämpfung der Korruption sowie der stabile Bankensektor schaffen langanhaltende Investitionsanreize. Die Abwanderung von Fachkräften stellt aber weiterhin eine Herausforderung für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Aufgrund der Corona-Pandemie werden auch die Prognosen für Nordmazedonien nach unten korrigiert. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) prognostiziert für 2020 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um fünf Prozent. Laut wiiw könnte sich die Wirtschaft aber schon 2021 mit einem Wachstum von vier Prozent etwas erholen. Ein etwas milderer Rückgang der Wirtschaftsleistung von 3,5 Prozent für 2020 erwartet die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Für 2021 rechnet die EBRD dann sogar mit 5,5 Prozent Wachstum.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Exporte in das Balkanland sind 2019 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent gestiegen. Die Exporte lagen bei 1,3 Milliarden Euro, die Importe kamen auf einen Wert von knapp 3,2 Milliarden Euro, 10,8 Prozent mehr als 2018. In der Bilanz verzeichnet Nordmazedonien damit einen Importüberschuss gegenüber Deutschland. Die wichtigsten deutschen Exportgüter waren Vorerzeugnisse für die Textilindustrie, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Bei den Importen aus Nordmazedonien standen Maschinen, Textilien und Bekleidung sowie Elektrotechnik ganz vorn.

Aktivitäten des OAOEV

Im April 2018 fand in der mazedonischen Hauptstadt Skopje der erste „Digital Summit“ für die sechs Länder des Westlichen Balkans statt. Der OAOEV beteiligte sich an einer Reihe von Programmpunkten. Ein Höhepunkt war die Präsentation einer im Auftrag der "digital WB6+ Initiative" erstellten Studie, die über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf das wirtschaftliche Wachstum der Region und die dafür notwendigen Voraussetzungen informiert. Die "digital WB6+ Initiative" wird unter anderem vom OAOEV getragen.

Zur weiteren Förderung der deutsch-mazedonischen Wirtschaftszusammenarbeit tagte im November 2018 erstmals die zwischen der Bundesregierung und der mazedonischen Regierung vereinbarte Joint Working Group on Economic Issues, in der der OAOEV gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft den Ko-Vorsitz stellt.

Eine Unternehmensdelegation reiste Ende November 2018 unter Leitung von OAOEV-Geschäftsführer Michael Harms in die nordmazedonische Hauptstadt Skopje. An der Reise nahmen rund ein Dutzend Unternehmensvertreter, unter anderem aus dem Energiesektor, der Automobilindustrie, der IT und Telekommunikation sowie aus dem Konsumgüterbereich teil. In Gesprächen mit Premierminister Zoran Zaev, Vize-Premierminister Kocho Angjushev und Finanzminister Dragan Tevdovski wurden die aktuelle wirtschaftliche Lage Nordmazedoniens und die Perspektiven der deutsch-nordmazedonischen Wirtschaftszusammenarbeit erörtert.

Ende Juli 2019 begrüßten der OAOEV gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Nordmazedonien (AHK Nordmazedonien) sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) den Minister für Auslandsinvestitionen Nordmazedoniens Bardhyl Dauti in Berlin zu einem Unternehmergespräch, bei dem sich die Teilnehmer über bestehende und zukünftige Projekte austauschen und den Bedarf der Unternehmen etwa bei die Optimierung von Steuer- und Zollregularien erörtern konnten.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Nordmazedonien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: EBRD, Weltbank, Statistisches Bundesamt

Statistik 2019*

Hauptstadt: Skopje
Bevölkerung: 2,1 Millionen
Fläche: 25.713 km²
Präsident: Stevo Pendarovski
Ministerpräsident: Oliver Spasovski

Nominales BIP: 11,3 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 5.434 Euro
BIP-Wachstum: 3,6 Prozent
BIP-Wachstum, 2020 (P): -3,5 Prozent

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 3,2 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,3 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 67
Deutsche Einfuhr: Platz 44

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

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