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Nordmazedonien

MazedonienStand: Juni 2019

Nach der Einigung im jahrzehntelangen Namensstreit mit Griechenland im Zuge des Prespa-Abkommens, das die Regierungschefs beider Länder im Juni 2018 unterzeichneten, trägt die bisherige Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien seit Februar 2019 den Namen Republik Nordmazedonien. Damit stehen dem südosteuropäischen Land der Weg in die EU und die NATO offen. Die EU hat Nordmazedonien die mögliche Eröffnung der Beitrittsverhandlungen im Juni 2019 in Aussicht gestellt.

Wirtschaftsentwicklung

Laut der EBRD hat die mazedonische Wirtschaft 2018 mit einem BIP-Wachstum von 2,7 Prozent die Stagnation des Vorjahres überwunden. Positive Impulse setzen vor allem die florierenden Exporte und der private Konsum, der von Maßnahmen wie der Erhöhung des Mindestlohns und wachsender Beschäftigung profitiert, während Bauwirtschaft und Investitionstätigkeit sich nur langsam erholen. Strukturelle Reformen, unter anderem zur Verbesserung der Rechtsstaatlichkeit und der Bekämpfung der Korruption, sowie der stabile Bankensektor schaffen langanhaltende Investitionsanreize. Aufgrund des gestiegenen Vertrauens der Investoren durch die Stabilisierung der politischen Situation erwartet die EBRD für 2019 ein BIP-Wachstum von drei Prozent. Die Abwanderung von Fachkräften stellt weiterhin eine Herausforderung für die wirtschaftliche Entwicklung Nordmazedoniens dar, auch wenn die Arbeitslosenquote 2018 mit 21 Prozent die zweithöchste unter den sechs Westbalkan-Staaten war.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Exporte in das Balkanland sind 2018 gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent gestiegen. Die Exporte lagen bei 1,2 Milliarden Euro, die Importe kamen auf einen Wert von knapp 2,9 Milliarden Euro, 16,8 Prozent mehr als 2017. In der Bilanz verzeichnet Nordmazedonien damit einen deutlichen Exportüberschuss gegenüber Deutschland. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Vorerzeugnisse für die Textilindustrie, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Bei den Importen aus Nordmazedonien stehen Maschinen, Textilien und Bekleidung sowie Elektrotechnik ganz vorn. Deutschland bleibt auch dank der deutschen Investitionen vor Ort mit einem Anteil von 47 Prozent an den Gesamtexporten wichtigster Abnehmer von Waren aus Nordmazedonien.

Aktivitäten des OAOEV

Im April 2018 fand in der mazedonischen Hauptstadt Skopje der erste „Digital Summit“ für die sechs Länder des Westlichen Balkans statt. Der OAOEV beteiligte sich an einer Reihe von Programmpunkten. Ein Höhepunkt war die Präsentation einer im Auftrag der "digital WB6+ Initiative" erstellten Studie, die über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf das wirtschaftliche Wachstum der Region und die dafür notwendigen Voraussetzungen informiert. Die "digital WB6+ Initiative" wird unter anderem vom OAOEV getragen.

Zur weiteren Förderung der deutsch-mazedonischen Wirtschaftszusammenarbeit tagte im November 2018 erstmals die zwischen der Bundesregierung und der mazedonischen Regierung vereinbarte Joint Working Group on Economic Issues, in der der OAOEV gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft den Ko-Vorsitz stellt.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Nordmazedonien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: EBRD, Weltbank, Statistisches Bundesamt

Statistik 2018

Hauptstadt: Skopje
Bevölkerung: 2,1 Mio
Fläche: 25.713 km²
Präsident: Gjorge Ivanov
Ministerpräsident: Zoran Zaev

Nominales BIP: 10,5 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 5.044 Euro
BIP-Wachstum: 2,7%
BIP-Wachstum, 2019 (P): 3,0%

Bilateraler Handel mit Deutschland 2018:
Deutsche Importe: 2,9 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,2 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2018:
Deutsche Ausfuhr: Platz 67
Deutsche Einfuhr: Platz 44

Quellen: EBRD, GTAI

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

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