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Nordmazedonien

MazedonienStand: April 2019

Nach der Einigung im jahrzehntelangen Namensstreit mit Griechenland im Rahmen des Prespa-Abkommens trägt die bisherige Republik Mazedonien seit Februar 2019 den Namen Nordmazedonien. Damit steht dem südosteuropäischen Land der Weg in die EU und die NATO offen. Die EU hat Nordmazedonien die mögliche Eröffnung der Beitrittsverhandlungen im Juni 2019 in Aussicht gestellt.

Wirtschaftsentwicklung

Laut der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat die nordmazedonische Wirtschaft 2018 mit einem BIP-Wachstum von zwei Prozent die Stagnation des Vorjahres überwunden. Positive Impulse setzen vor allem die weiterhin florierenden Exporte und der private Konsum, der von steigenden Löhnen und wachsender Beschäftigung profitiert, während Bauwirtschaft und Investitionstätigkeit sich nur langsam erholen. Bremsend wirkten die politischen Turbulenzen rund um die Lösung des Namensstreits mit Griechenland. Die EBRD erwartet für 2019 ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Die Einigung mit Griechenland und die damit verbundene Perspektive eines EU-Beitritts dürften das Geschäftsklima deutlich aufhellen. Neben dem Ausbau des Verkehrsnetzes bildet der Energiesektor einen Schwerpunkt der künftigen Investitionen im Land.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Die deutschen Exporte in das Balkanland sind 2018 gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent gestiegen. Die Exporte lagen bei 1,2 Milliarden Euro, die Importe kamen auf einen Wert von knapp 2,9 Milliarden Euro, 16,8 Prozent mehr als 2017. In der Bilanz verzeichnet Mazedonien einen deutlichen Exportüberschuss gegenüber Deutschland. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind Vorerzeugnisse für die Textilindustrie, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Bei den Importen aus Nordmazedonien stehen Maschinen, Textilien und Bekleidung sowie Elektrotechnik ganz vorn. Deutschland bleibt auch dank der deutschen Investitionen vor Ort mit deutlichem Abstand wichtigster Abnehmer von Waren aus Nordmazedonien. Der Anteil Deutschlands an den Gesamtexporten lag 2017 bei 47 Prozent. Darüber hinaus wurden die heimischen Waren hauptsächlich nach Serbien, Bulgarien und nach Italien geliefert.

Aktivitäten des OAOEV

Im April 2018 fand in der mazedonischen Hauptstadt Skopje der erste „Digital Summit“ für die sechs Länder des Westlichen Balkans statt. Der OAOEV beteiligte sich an einer Reihe von Programmpunkten. Ein Höhepunkt war die Präsentation einer im Auftrag der "digital WB6+ Initiative" erstellten Studie, die über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf das wirtschaftliche Wachstum der Region und die dafür notwendigen Voraussetzungen informiert. Die "digital WB6+ Initiative" wird unter anderem vom OAOEV getragen.

Zur weiteren Förderung der deutsch-mazedonischen Wirtschaftszusammenarbeit tagte im November 2018 erstmals die zwischen der Bundesregierung und der mazedonischen Regierung vereinbarte Joint Working Group on Economic Issues, in der der OAOEV gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft den Ko-Vorsitz stellt.

Mit dem Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für den Westbalkan bietet der OAOEV jungen Nachwuchskräften aus Nordmazedonien die Möglichkeit, im Rahmen von Berufspraktika in deutschen Unternehmen Erfahrungen zu sammeln. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quellen: EBRD, Weltbank, Statistisches Bundesamt

Statistik 2018

Präsident: Gjorge Ivanov
Ministerpräsident: Zoran Zaev
Hauptstadt: Skopje
Bevölkerung: 2,1 Mio
.
Nominales BIP: 10,5 Mrd. Euro
BIP pro Kopf: 5.044 Euro
BIP-Wachstum: 2,0%
BIP-Wachstum, 2019 (P): 3,0%

Bilateraler Handel mit Deutschland 2018:
Deutsche Importe: 2,9 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 1,2 Mrd. Euro

Quellen: EBRD, gtai

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu

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