Direkt zum Inhalt

Ost-Ausschuss-Veranstaltung auf der Euro Finance Week in Frankfurt

Die Folgen der europäischen Schuldenkrise sowie die Zukunft der Banken und des Finanzplatzes Frankfurt standen bei der 13. Euro Finance Week im Mittelpunkt der Diskussion. Neben Konferenzen mit Fachvorträgen fand am 18. November auch ein „Congress on Central and Eastern Europe“ statt. Der Ost-Ausschuss verantwortete hier ein Panel zum Thema Infrastruktur, bei dem der Fokus auf Russland lag.

Infrastruktur ist die Grundlage einer gut funktionierenden und modernen Wirtschaft und damit zugleich eines der größten Problemfelder der osteuropäischen Staaten. Die Erneuerung von Straßen, Schienen, Flughäfen steht seit einiger Zeit auch ganz oben auf der Agenda der russischen Regierung.
Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion unter dem Titel „Infrastructure – A Prerequisite for Growth“ stand die Frage nach prioritären Schritten und notwendigen Finanzierungsinstrumenten bei der Entwicklung der Infrastruktur zwischen der EU und ihren osteuropäischen Nachbarländern.

Dazu diskutierten Matthias Kollatz-Ahnen, Vice-President der European Investment Bank, Sergej Gorkow, Deputy Chairman der Sberbank Russia, Diethelm Sack, ehemaliger Finanzvorstand der Deutschen Bahn und Aleksander Baschenow, Director PPP-Center der VEB. Moderiert wurde die Diskussion von Jürgen Fitschen, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und neu gewähltes Vorstandsmitglied des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

Die Landbrücke zwischen Europa und Asien war eines der Hauptthemen der Diskussion. Sie bildet mit ihren verschiedenen Anbindungen der russischen Pazifikhäfen und Abzweigen nach China, der Mongolei und Kasachstan, ihren nord- und westgehenden Anbindungen der baltischen und finnischen Ostseehäfen, über Polen und Deutschland, die Ukraine, Ungarn und Österreich sowie über das Schwarze Meer nach Südosteuropa den wichtigsten euroasiatischen Ost-West-Korridor.

Russland will kräftig in die Verkehrsinfrastruktur investieren. Hier bedarf es Finanzierungsinstrumenten, die Investitionsanreize schaffen. Nicht zuletzt erhöhen zunehmende Produktionsverlagerungen (zum Beispiel in der Automobilindustrie) das Transportvolumen und verlangen nach Logistikkonzepten und zügigem Ausbau der Infrastruktur. Der wachsende Bedarf an modernen, qualitativ hochwertigen und vor allem schnellen Verkehrsnetzen erfordert hier transnationale Lösungen.

In anderen Foren der Konferenz wurden weitere Probleme diskutiert, mit denen speziell die Länder Osteuropas zu kämpfen haben. Bankenvorstände wie der UniCredit-Vorstandsvorsitzende Federico Ghizzoni sprachen die strukturellen Schwierigkeiten in einigen osteuropäischen Ländern an. „Vor allem Ungarn muss wirtschaftliche Ineffizienzen in den Griff bekommen“, sagte Ghizzoni. Dagegen sei Polen, das nach wie vor hohe Wachstumschancen hat, ein gutes Beispiel dafür, wie man es richtig mache. Der ehemalige polnische Premierminister und heutige Chairman of the Economic Council to the Prime Minister, Jan Krzysztof Bielecki, warb auf dem Podium für Investitionen in seinem Land. Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen sieht gerade in Polen Möglichkeiten für Akquisitionen: „Wir sind grundsätzlich offen für Zukäufe in Osteuropa.“

Dr. Christiane Schuchart
Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Bilder

Diese Seite teilen: