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Serbien

SerbienStand: Juni 2020

Bereits im Januar 2014 nahm die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit der größten Volkswirtschaft der sogenannten Westbalkan-6 auf. Diese werden begleitet durch eine intensive Beobachtung der Umsetzung des Abkommens zur Normalisierung der Beziehungen Serbiens mit dem Kosovo, das 2013 in Brüssel vereinbart wurde.

 

Wirtschaftliche Entwicklung

Dank eines IWF-Beistandskredits kann Serbien seit 2017 Fortschritte bei der makroökonomischen Stabilisierung vorweisen. Diese spiegelt sich auch im positiven Kreditrating des Landes wider. Jedoch sind weitere Reformen, insbesondere im öffentlichen Sektor, für die Entwicklung des Landes und für den geplanten EU-Beitritt unabdingbar. Das Wirtschaftswachstum Serbiens lag 2019 bei 3,2 Prozent. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gilt auch für Serbien, dass Voraussagen zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung schwierig zu treffen sind. Die im Mai 2020 vorgelegte Prognose des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) sieht einen BIP-Rückgang von vier Prozent voraus. Für 2021 erwartet das wiiw dann aber ein solides Wachstum in gleicher Höhe. Ähnlich sieht das auch die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD): Sie rechnet in Serbien mit einem Rückgang von 3,5 Prozent für 2020 sowie mit einem deutlichen Rebound-Effekt von sechs Prozent im Jahr 2021.

Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland

Deutschland zählt seit Jahren zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Serbiens. 2019 erreichte das Handelsvolumen einen Wert von 5,2 Milliarden Euro und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent. Die deutschen Ausfuhren nach Serbien stiegen 2019 um 9,9 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Die deutschen Importe legten um elf Prozent auf über zwei Milliarden Euro zu. Geliefert wurden an erster Stelle Maschinen, chemische Erzeugnisse sowie Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile. Aus Serbien importiert werden vor allem Maschinen, Elektrotechnik und Nahrungsmittel. Etwa 400 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind nach Angaben der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer in Serbien registriert und haben nach Schätzungen dort rund 60.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Aktivitäten des OAOEV

Der OAOEV nutzte die traditionelle Verabschiedung der serbischen Stipendiaten des neuen Jahrgangs des Zoran Djindjic Stipendienprogramms der Deutschen Wirtschaft für die Länder des Westlichen Balkans für einen Delegationsbesuch. Ende Mai 2018 reiste Geschäftsführer Harms mit 15 Unternehmen nach Belgrad. Im Gespräch mit Premierministerin Ana Brnabić tauschte man sich zu aktuellen Themen der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit aus. Die Unternehmen betonten die aktuell positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Wichtig sei es, gemeinsam an Projekten zu arbeiten, die der Abwanderung qualifizierter Fachkräfte entgegen wirken und zugleich weiter an der Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen in der Region zu arbeiten, um Investiotionen mit regionaler Perspektive noch attraktiver zu machen.

Ende September 2018 organsierten der OAOEV und die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer gemeinsam die regionale Wirtschaftskonferenz „The Western Balkans in 2030 – Visions. Wishes. Realities“ in Belgrad.

Quellen: EBRD, EU, GTAI, IWF, Statistisches Bundesamt, Weltbank

Statistik 2019*

Hauptstadt: Belgrad
Bevölkerung: 7 Millionen
Fläche: 77.484 km²
Präsident: Aleksandar Vučić
Ministerpräsidentin: Ana Brnabić

Nominales BIP: 45,9 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 6.607 Euro
BIP-Wachstum: 4,2 Prozent
BIP-Wachstum, 2020 (P): -3,5 Prozent

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 2,2 Mrd. Euro
Deutsche Exporte: 2,9 Mrd. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 50
Deutsche Einfuhr: Platz 48

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Anja Quiring
Regionaldirektorin Südosteuropa
Tel.: 030 206167-130
A.Quiring@bdi.eu
 

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